John Mulholland

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John Mulholland (* 9. Juni 1898 in Chicago, Illinois; † 25. Februar 1970 in New York) war ein US-amerikanischer Zauberkünstler.

Leben und Werk

Mulholland lernte seine Kunst als Teenager bei John William Sargent, einem Präsidenten der Society of American Magicians, der später als Harry Houdinis Sekretär fungierte. Mulholland wurde in den 20er Jahren professioneller Zauberkünstler, der das gesamte Spektrum von Zauberei in kleinen Gesellschaften bis zur großen Bühnenshow abdeckte. Mulholland hielt als einer der ersten Fachseminare für Kollegen und wurde ab 1930 Herausgeber der damals größten Fachzeitschrift „The Sphinx“. Daneben veröffentlichte er zahlreiche Bücher über Zauberkunst und deren Geschichte. Mulholland wurde schließlich in den USA der bekanntester Zauberkünstler seiner Zeit. Im Zweiten Weltkrieg schrieb er eigens für Soldaten ein Zauberbuch, dessen Format der Größe der Uniformtaschen angepasst wurde. Außerdem legte Mulholland eine beeindruckende Sammlung an, die sich heute im Besitz von David Copperfield befindet. Die Sphinx stellte Mulholland 1953 offiziell wegen gesundheitlichen Problemen ein. Der tatsächliche Grund war jedoch Mulhollands geheime Arbeit für die CIA.

Zusammenarbeit mit der CIA

Während der McCarthy-Ära beauftragte CIA-Chef Allen Dulles den Zauberkünstler mit der Entwicklung von Tricks für Geheimagenten. Im Rahmen des MK ULTRA-Programms sollte der Trickexperte Methoden ersinnen, wie feindlichen Agenten unauffällig Drogen oder Gift beigebracht werden könne. Mulholland arbeitete mehrere Jahre an der Konstruktion entsprechender getarnter Gerätschaften und Manöver. Da er seine Aufgabe sehr ernst nahm, brach er sämtliche anderen Tätigkeiten ab und schrieb für die CIA das Secret Book of Secrets, das zu Tarnungsgründen wie ein normales Zauberbuch gestaltet war. Die Zusammenarbeit wurde überschattet von dem rätselhaften Tod des Biochemikers Frank Olson, bei dessen Leiche ein Taschentuch mit den Initialen von John Mulholland gefunden wurde. Nachdem die Entwicklung der Drogentricks abgeschlossen war, beauftragte ihn die CIA mit dem Test von Hellsehern, von denen man sich Aufklärungsleistungen über den Ostblock erhoffte. Mulholland kam zu dem Ergebnis, dass keine der Testpersonen paranormale Fähigkeiten aufwies. Wegen der strengen Geheimhaltung kam der Zauberkünstler bei seiner Steuererklärung in Schwierigkeiten, da er seinen Arbeitgeber nicht nennen durfte. Mulhollands Arbeit für die CIA blieb zeitlebens geheim.[1]

Giftmordversuche der CIA

Ob die von Mulholland entwickelten Tricks tatsächlich erfolgreich zum Einsatz kamen, ist unbekannt. Die CIA spielte erfolglos dem irakischen Politiker Abd al-Karim Qasim ein mit Sporen vergiftetes Taschentuch zu, vergiftete Zahnpasta von Patrice Lumumba ebenso wie die Zigaretten von Jamal Abd an-Nasir, schmuggelte in einer Cremedose versteckte Giftpillen für Fidel Castro und wollte letzteren mit dem Geschenk eines verseuchten Taucheranzugs töten, was jedoch abgebrochen wurde. Hinweise sprechen dafür, dass auch der mysteriöse Tod von Frank Olson im Zusammenhang mit Psychodrogen stand.

Der Kettenraucher Mulholland starb am 25. Februar 1970 nach langer Krankheit.

Bücher von John Mulholland

  • Magic in the Making (1925)
  • Quicker than the Eye (1932)
  • The Magic and Magicians of the World (1932)
  • The Story of Magic (1935)
  • Beware Familiar Spirits (1938)
  • The Girl in the Cage (1939)
  • The Art of Illusion (1944)
  • The Early Magic Shows (1945)
  • The Official CIA Manual of Trickery and Deception (1953)
  • John Mulholland’s Book of Magic (1963)
  • Magic of the World (1965)
  • The Magical Mind -- Key to Successful Communication (1967)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Markus Kompa, Der CIA-Zauberer Telepolis auf Heise Online vom 2. Januar 2010.