John Schikowski

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John Leopold Schikowski (* 17. Juli 1867 in Gumbinnen, Ostpreußen; † 3. März 1934 in Berlin), war ein deutscher Schriftsteller, Kunsthistoriker, Kunstkritiker, Kulturredakteur, Tanzhistoriker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Besuch des Gymnasiums in seiner Heimatstadt Gumbinnen studierte Schikowski in Leipzig und Berlin Kunstgeschichte, Staatswissenschaften und Philosophie. In Leipzig promovierte er 1895 mit der Arbeit Über Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenstatistik. Danach ging Schikowski nach Berlin, gründete die Freie Volksbühne und begann 1922 bei der Berliner Tageszeitung „Vorwärts“ seine Tätigkeit als Feuilleton-Redakteur.

Mit dem Werk Ich kenne das Leben in Mexiko dokumentiert er seine Beziehung zu dem seiner Zeit in mexikanischem Exil lebenden Schriftsteller B. Traven. Dieser hatte das Glück, in John Schikowski seinen Entdecker und Förderer zu finden. Schikowski initiierte den Abdruck der Romane Die Baumwollpflücker und Das Totenschiff im „Vorwärts“ und verhalf dem lange Verschollenen zum großen Durchbruch.

Herausragend war Schikowskis Schaffen als Kunstkritiker im Berlin der 1920er Jahre auf den Gebieten Malerei, Ausstellungen und Tanz. Sein besonderes Anliegen war die Unterstützung des jungen Künstlernachwuchses vor allem mit finanzieller Hilfe zur Ausbildung. Über 30 Jahre lang gehörte er zu den bedeutendsten Förderern der jungen Tänzerschaft.

Das Ausmaß seines Wirkens wurde besonders in der Gedenkveranstaltung deutlich, die zur Tanz-Matinee am 13. Mai 1934 anlässlich seines Todes in Berlin stattfand. Viele der größten Tanzkünstler seinerzeit, denen Schikowski großenteils den Eingang zur Bühne und den Weg zum Aufstieg mit erschlossen hatte, traten auf und tanzten zu seinem Gedächtnis: Rudolf von Laban, Mary Wigman, Gret Palucca, Yvonne Georgi, Jutta Klamt-Gruppe, Afrika Doering, Erika Lindner, Lisa Ney – um nur einige zu nennen.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ueber Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenstatistik. Leipzig, 1894
  • Über Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenstatistik. Dissertation, Leipzig, Friedrich, 1895
  • Zur Methode der Arbeitslosenstatistik. Leipzig : Friedrich, 1895
  • Die Entwicklung der deutschen Bühnenkunst. Leipzig [u. a.]: Merseburger, 1905
  • Bartel Turaser : Einführung / John Schikowski. Drama in 3 Akten von Philipp Langmann. Berlin, Buchh. Vorwärts, ca. 1905
  • Sitten- und Charakterbilder aus der französischen Revolution. Berlin, Buchh. Vorwärts, 1920
  • Der neue Tanz. Berlin, Volksbühnen-Verl., 1924
  • Stürmer gegen das Philistertum. Essays, Berlin, Dietz, 1925
  • Kunstschaffen und Kunsterleben. Berlin, Dietz, 1926
  • Geschichte des Tanzes. Berlin, Büchergilde Gutenberg, 1926
  • Ich kenne das Leben in Mexiko. Briefe an John Schikowski 1925 bis 1932 Traven, B., Frankfurt am Main [u. a.], Limes-Verl., 1992

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • John Schiskowski [sic!]. In: Franz Osterroth: Biographisches Lexikon des Sozialismus. Verstorbene Persönlichkeiten. Bd. 1. J. H. W. Dietz Nachf., Hannover 1960, S. 265.
  • Manuskripte, Korrespondenz aus dem Nachlass Schikowskis. Staatsbibliothek Berlin / Handschriftenabteilung