John Wittorf

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John Friedrich Wittorf (* 5. September 1894 in Stellingen; † 19. Juni 1981 in Hamburg) war ein Hamburger kommunistischer Politiker und eine der Hauptpersonen der sogenannten Wittorf-Affäre.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hafenarbeiter Wittorf trat 1917 der USPD bei und gehörte dort zum linken Flügel, welcher sich Ende 1920 mit der KPD zur VKPD zusammenschloss.

Der enge Freund Ernst Thälmanns (das häufig verbreitete Gerücht, Wittorf und Thälmann wären verschwägert gewesen, ist nachweislich falsch) war seit 1925 hauptamtlicher KPD-Funktionär, Mitglied der Bezirksleitung Wasserkante und von 1927 bis 1928 politischer Leiter im Bezirk Wasserkante. In den Jahren 1927 und 1928 war er zusätzlich Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und des Zentralkomitees der KPD.

1928 verdichteten sich in der Hamburger KPD die Hinweise auf Unterschlagungen von Parteigeldern (nach unterschiedlichen Angaben zwischen 1800 und 3000 Reichsmark) durch Wittorf. Zunächst wurde Wittorf von Thälmann und anderen führenden Hamburger Funktionären geschützt und der (an den Unterschlagungen unbeteiligte) Kassierer der Bezirksleitung Richard Dehmel belangt. Nachdem die der innerparteilichen Oppositionsgruppe der „Versöhnler“ angehörenden ZK-Mitglieder Hugo Eberlein und Gerhart Eisler mit Ermittlungen begonnen hatten, wurde Wittorf im September 1928 aus der KPD ausgeschlossen.

Die Enthüllungen um die Unterschlagungen Wittorfs und deren Vertuschung lösten die „Wittorf-Affäre“ aus, welche Ende September 1928 zur kurzzeitigen Amtsenthebung des damaligen KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann führte.

Wittorf selbst zog sich nach der Affäre vollständig aus der Politik zurück.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]