José de Palafox y Melci

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José de Palafox y Melci auf einem Gemälde von Francisco de Goya

José de Palafox y Melci, Herzog von Saragossa, (* 1776 in Saragossa; † 15. Februar 1847 in Madrid) war ein spanischer Adliger und General.

Palafox wurde aufgrund seiner adligen Herkunft am spanischen Hof erzogen und gehörte seit 1792 den Reales Guardias de Corps an. Als 1808 der Unabhängigkeitskrieg ausbrach war Palafox bereits Brigadier und begleitete Ferdinand VII. nach Bayonne. Nach dem fruchtlosen Versuch gemeinsam mit anderen die Flucht Ferdinand VII. vorzubereiten, floh er nach Spanien. Nach einer kurzen Ruhepause stellte er sich an die Spitze des aragonesischen Widerstandes gegen die Franzosen.

Am 25. Mai 1808 wurde Palafox zum Gouverneur Saragossas und Generalkapitän Aragons ausgerufen. Trotz Geldmangels und fehlender Truppen erklärte er Frankreich, dessen Truppen bereits in die Grenzgebiete Navarra und Katalonien eingedrungen waren, den Krieg. Am 15. Juni 1808 begann der französische Angriff auf Saragossa. Die Stadt besaß wenige und veraltete Verteidigungsanlagen und verfügte nur über wenig Munition und Lebensmittel. Die Stellungen hielten nur kurze Zeit stand. Im Anschluss wuchs der Widerstand und es kam zu zähen Straßenkämpfen. Am 13. August, nach 61-tägiger Belagerung hoben die Franzosen die Belagerung auf und zogen ab.

Palafox versuchte Vorteile aus dieser Entwicklung zu ziehen und unternahm einen kurzen Feldzug. Als Napoléon Bonaparte persönlich nach Spanien kam und Sieg um Sieg errang, musste sich Palafox nach Saragossa zurückziehen. Dort kam es zur bekannteren, zweiten, Belagerung Saragossas. Die Belagerung endete nach drei Monaten mit der Kapitulation der Stadt. Saragossa lag in Trümmern und Krankheiten sowie Kampfhandlungen hatten die Einwohnerzahl halbiert. Nach der Belagerung wurde Palafox in Vincennes gefangen gehalten und konnte erst mit der Unterschrift des Vertrages von Valençay im Dezember 1813 heimkehren.

Im Juni 1814 wurde er wieder in seine Funktion als Generalkapitän eingesetzt. Kurz darauf zog er sich ins Privatleben zurück und nahm nicht mehr am öffentlichen Leben teil. Von 1820 bis 1823 kommandierte Palafox die Guardia Real. Wegen seiner Sympathien gegenüber den Liberalen wurden ihm, noch unter Ferdinand VII., alle Ämter und Ehren aberkannt.

Maria Christina ernannte ihn schließlich zum Herzog von Saragossa. Ab 1836 nahm er wieder, als Generalkapitän und Senator, an politischen und militärischen Angelegenheiten Anteil. Palafox starb am 15. Februar 1847 in Madrid. Er fand seine letzte Ruhestätte in der Basílica del Pilar in Saragossa.

Literatur[Bearbeiten]

  • Palafox y Melci,José Rebolledo de: Autobiografía / José Rebolledo de Palafox y Melci, Taurus, Madrid 1966

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: José de Palafox y Melci – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien