Juval Diskin

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Juval Diskin, 2013

Juval Diskin (hebräisch ‏יובל דיסקין‎, engl. Transkription Yuval Diskin; * 1956) ist der ehemalige Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet von 2005 bis 2011.

Leben[Bearbeiten]

In seiner Dienstzeit als Offizier der Israel Defence Forces (IDF) war Diskin unter anderem Kommandant der Sondereinheit Sajeret Schaked im Süden von Israel. 1978 wurde er vom israelischen Inlandsgeheimdienst Schin Bet, auch als Schabak bezeichnet, eingestellt und war für diesen in der Folgezeit in verschiedenen Positionen tätig. Am 15. Mai 2005 wurde Diskin zum Direktor des Dienstes, als Nachfolger von Avi Dichter bestellt. Am 15. Mai 2011 folgte ihm als Direktor des Schin Bet Yoram Cohen.

2008 warnte er, die Räumung von israelischen Siedlungen könne zu Waffengewalt seitens der Siedler führen.[1] Im April 2012 kritisierte er die Iran-Politik von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und warf ihm und Verteidigungsminister Ehud Barak vor, Entscheidungen aufgrund von „messianischen Gefühlen“ zu treffen.[2][3]

Diskin machte seinen Bachelor of Arts an der Bar-Ilan-Universität. Im Jahr 2005 hatte er fünf Kinder und war wiederholt verheiratet.

Dokumentarfilm[Bearbeiten]

Diskin war 2012 einer der sechs Interviewpartner des israelischen Filmregisseurs Dror Moreh in seinem Film Töte zuerst (englisch: The Gatekeepers). Im Film sprachen die sechs noch lebenden, früheren Direktoren von Schin Bet sehr offen über ihre Tätigkeit sowie ihre Hoffnungen und Befürchtungen für die Zukunft Israels und den Nahen Osten. Der Film kam Anfang 2013 in die israelischen Kinos und wurde Anfang März 2013 sowohl im deutsch-französischen Fernsehsender arte als auch von der ARD ausgestrahlt.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Settlers preparing for war, says Shin Bet chief. In: Haaretz. 2. November 2008
  2. Barak Ravid: Israel’s former Shin Bet chief: I have no confidence in Netanyahu, Barak. In: Haaretz. 28. April 2012
  3. Thomas Pany: „Politik auf der Grundlage von messianischen Gefühlen“. In: Telepolis. 30. April 2012
  4. Die Schlacht gewinnen, den Krieg verlieren? in FAZ vom 5. März 2013, Seite 31