Bar-Ilan-Universität

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Bar-Ilan-Universität
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Motto Tradition of Excellence
Gründung 7. August 1955
Trägerschaft staatlich
Ort Ramat Gan, Israel
Rektor Joseph Menis
Studierende 24.500
Mitarbeiter 1.350
Website www.biu.ac.il
Der Unity Park auf dem Campus der Universität
Arbeitsbereich Neurowissenschaften im Universitätsgelände

Die Bar-Ilan-Universität (hebräisch אוניברסיטת בר-אילן, arabisch جامعة بار-ايلا; kurz BIU) ist eine Universität in Ramat Gan, im Bezirk Tel Aviv, Israel. Sie wurde am 7. August 1955[1] eröffnet und ist neben der Fernuniversität Israels die zweitgrößte Universität des Landes mit 36.000 Studenten (mit den zugehörigen Colleges) und 1700 wissenschaftlichen Mitarbeitern.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die BIU hat sechs Fakultäten:

  • Exakte Wissenschaften
  • Umweltwissenschaften
  • Sozialwissenschaften
  • Geisteswissenschaften
  • Jüdische Studien
  • Recht

Studium, Lehre und Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Fakultäten für Naturwissenschaften, Lebens-, Geistes- und Sozialwissenschaften, Jüdische Studien und Rechtswissenschaften sowie in interdisziplinären postgraduellen Ausbildungszentren unterrichten 1.600 Lehrbeauftragte mehr als 30.000 Studierende. Die größten israelischen Schulen für Erziehung und Sozialarbeit sowie eine der weltweit besten Fakultäten für Jüdische Studien sind an der BIU beheimatet. [2]

Die BIU beheimatet international bekannte Forschungsinstitute für Physik, medizinische Chemie, Werkstoff- und Nanowissenschaften, angewandte und reine Mathematik, Krebs- und Gehirnforschung, Wirtschaft, strategische Studien, Entwicklungspsychologie, Archäologie, jüdisches Recht und Philosophie sowie andere Bereiche. In den Bibliotheken der Universität befindet sich ein Bestand von mehr als 1.000.000 Büchern, einschließlich einzigartiger Sammlungen von antiken Judaica.

Rund 60 Universitäten in aller Welt sind mit der BIU über Vereinbarungen verbunden, darunter 13 Universitäten aus Deutschland. Wie andere israelische Forschungseinrichtungen erhielt die BIU im Rahmen verschiedener Programme, wie etwa Minerva, DIP, GIF, BMBF-MOST und von der DFG finanzielle Mittel. Einige der erfolgreichsten EU-Netze begannen mit einer Kooperation zwischen BIU und deutschen Forschenden. Die Universität ist Inhaber von rund 100 aktiven Patenten, von denen einige durch deutsche Industrieunternehmen kommerziell genutzt werden.

Die Bar-Ilan-Universität und deren Abschlüsse sind in Deutschland anerkannt. [3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität wurde nach dem Rabbiner Meir Bar-Ilan (ursprünglich Meir Berlin), einem Führer des religiösen Zionismus benannt, der die Errichtung der Universität in den frühen 1950er Jahren initiiert hatte. Er studierte an deutschen orthodoxen Seminarien in Berlin und sah eine Notwendigkeit für eine Institution, die einen dualen Studienplan mit weltlichen akademischen Studien, sowie religiösen Thora-Studien anbot. Es lehrten hier allerdings auch säkulare Dozenten wie der marxistische Politikwissenschaftler Joseph Berger.

In der Kontroverse, die die Weiterentwicklung des Friedensprozesses von Jitzchak Rabin begleitete, waren radikale Bewegungen auf dem Campus sehr aktiv. Rabins Attentäter, Jigal Amir, war ein Jura- und Informatikstudent an der BIU. Die Ermordung entsetzte die Universitätsbehörden, die von der Öffentlichkeit und von der Presse des Extremismus beschuldigt wurden. Einer der Schritte, die durch die Universität in der Folge unternommen wurden, war, den Dialog zwischen den linksgerichteten und rechtsgerichteten Studenten anzuregen, indem sogar für die Teilnahme an gegenseitigen Diskussionen Kreditpunkte vergeben wurden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bar-Ilan-Universität – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mordecai Naor: Eretz Israel: das 20. Jahrhundert, Könemann, Köln 1998, ISBN 3-89508-594-4, S. 322
  2. Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.): Deutschland – Israel. Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie, Bildung und Forschung. Bonn, Berlin 2008 (Online [PDF; 2,4 MB; abgerufen am 24. Mai 2011]).
  3. Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.): ANABIN. Anerkennung und Bewertung ausländischer Bildungsnachweise. (Online [abgerufen am 24. Mai 2011]).