Sürth

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Wappen von Köln
Sürth
Stadtteil 210 von Köln
Cologne Rodenkirchen Sürth.svg
Koordinaten 50° 51′ 40″ N, 7° 0′ 22″ OKoordinaten: 50° 51′ 40″ N, 7° 0′ 22″ O
Fläche 3,457 km²
Einwohner 10.850 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte 3139 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1975
Postleitzahl 50999
Vorwahl 02236
Stadtbezirk Rodenkirchen (2)
Verkehrsanbindung
Stadtbahnlinien 16 17
Buslinien 130 131
Quelle: Kölner Stadtteilinformationen – Zahlen 2015

Sürth ist ein Stadtteil im Süden der Stadt Köln und gehört administrativ zum Stadtbezirk Rodenkirchen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sürth liegt am westlichen Ufer des Rheins. Im Westen grenzt der Ort an die Kölner Stadtteile Godorf und Hahnwald, im Norden an Rodenkirchen und Weiß. Am gegenüberliegenden östlichen Ufer des Rheins liegen die Stadtteile Zündorf und Langel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche Sankt Remigius mit dem markanten Glockenturm als Wahrzeichen Sürths.

Die erste historische Erwähnung Sürths, damals noch als Soretha, entstammt dem Jahr 1059. Im Jahr 1067 wurden einige Besitzungen in Sorethe dem Stift Sankt Georg geschenkt. Bis ins 19. Jahrhundert lebte der Ort von Ackerbau, Fischfang und Weinanbau. Zu Ende des 19. Jahrhunderts setzte schließlich mit Gründung der Sürther Maschinenfabrik (zuerst Hammerschmidt & Wescher, später Linde) die Industrialisierung ein, an die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts der moderne Wohnungsbau, vorwiegend als Villenkolonien bzw. Einfamilienhäuser, anschloss. Der Ortskern konnte hingegen seine eher ländliche Struktur erhalten. Politisch gehörte Sürth seit dem Mittelalter zum Amt Brühl im damaligen Kurfürstentum Köln und gelangte mit diesem 1794 unter französische Verwaltung. Bei Einrichtung moderner Verwaltungsstrukturen wurde Sürth Teil der Mairie Rondorf im Kanton Brühl im Arrondissement de Cologne des Département de la Roer. 1815 kam Sürth an das Königreich Preußen und 1816 bei der Errichtung der Bürgermeisterei Rondorf im Landkreis Köln an diese. Nach der Umbenennung des Amtes Rondorf im Jahr 1964 wurde der Ort wiederum Teil der Gemeinde Rodenkirchen, mit der Sürth 1975 in die Stadt Köln eingemeindet wurde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Westen des Stadtteils befindet sich in den Straßen Ulmenallee, Rotdornallee und Ober Buschweg die von Sommer 1910 bis 1912 nach Plänen des Architekten und Regierungsbaumeisters Max Stirn erbaute „Landhaus-Kolonie Sürth“, die weitgehend original erhalten ist und teilweise unter Denkmalschutz steht. Sie ist eine von sehr wenigen nach einer einheitlichen Planung entstandenen geschlossenen Villenbebauungen im Kölner Raum.[1]

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Sürth existieren zwei Sportvereine. Der VfL Sürth 1925 e. V. hat sich auf Fußball spezialisiert und trainiert rund dreiundzwanzig Jugendmannschaften. Der TV Sürth 1905 e. V. bietet, mit Ausnahme von Fußball, ein diverses Angebot an Breitensportarten an. Die Löstige Flägelskappe Sürth 1968 rot-weiß e. V. und seit 2000 die Goldene Horde Sürth e. V. repräsentieren den Ort wiederum im Karneval. Seit 1996 bestehen zudem die Modellbahnfreunde Sürth e. V. als Interessengemeinschaft für das Modelbahnhobby, die auch eine eigene Modulanlage mit einer Gesamtlänge von etwa 35 Metern betreiben.

Seit 1957 besteht des Weiteren die Dorfgemeinschaft Sürth e. V. als Zusammenschluss der Sürther Vereine zur Koordination der örtlichen Festivitäten, wie dem Maifest, der Kirmes und dem Seniorenfest. Die Dorfgemeinschaft prägt maßgeblich das Sürther Ortsleben und bemüht sich um die Integration von Neubürgern. Des Weiteren gibt sie die "Soretha" heraus, ein vierteljährlich erscheinendes Magazin über das Geschehen im Ort.

Wachsfabrik Köln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wachsfabrik Köln ist eine Künstlervereinigung. Sie hat sich auf Veranlassung und Vermittlung der Stadt Köln am 6. Oktober 1979 in einer ehemaligen Kerzen- und Wachsfabrik auf der Industriestraße gebildet. Das Gebäude besteht aus mehreren unterschiedlichen Bauteilen und einem hohen Schornstein, dem Wahrzeichen der ganzen Anlage. Anfangs lag die Wachsfabrik noch relativ abgelegen in einer agrarisch genutzten Landschaft. Heute ist sie teilweise umgeben von neuen Industrieanlagen. Das Gebäude dient den Künstlern als Wohn-, Arbeits- und Ausstellungsmöglichkeit und beinhaltet auch ein Café. Hier lebt und arbeitet auch der bildende Künstler, Grafiker und Cartoonist Josta Stapper. Zwischenzeitlich sind Teile der Anlage auch für Fernsehserien vermietet worden wie etwa die vom ZDF ausgestrahlte Sendung Roche & Böhmermann.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glocke in der Auferstehungskirche

In Sürth gibt es zwei Kirchen:

  • Katholische Pfarrkirche Sankt Remigius (1830)
  • Evangelische Auferstehungskirche (1981)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harry Blum (* 18. Oktober 1944; † 17. März 2000), ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Köln
  • Anke Engelke (* 21. Dezember 1965), deutsche Komikerin
  • Jacob Kaufmann (geb. 23. April 1870; gest. 8. Februar 1943), Theaterwerkstättenleiter und Opfer des NS-Regimes
  • Harald "Toni" Schumacher (* 6. März 1954), ehemaliger deutscher Nationaltorwart
  • Josta Stapper (* 18. Februar 1941), deutscher Künstler und Cartoonist
  • Helene Wachsmuth (21. September 1844; † 2. Januar 1931), deutsche Schriftstellerin
  • Theo Heiermann (* 26. Oktober 1925 in Bottrop; † 18. März 1996 in Köln), deutscher Bildhauer und Maler

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Köln-Sürth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfram Hagspiel: Villen im Kölner Süden. Rodenkirchen, Sürth, Weiß und Hahnwald. (mit Fotografien von Hans-Georg Esch) J. P. Bachem Verlag, Köln 2012, ISBN 978-3-7616-2488-3, S. 213 ff.