Künstlerhaus Schloss Balmoral

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Schloss Balmoral

Das Künstlerhaus Schloss Balmoral in Bad Ems ist eine Einrichtung zur Förderung bildender Künstler. Träger des Künstlerhauses ist die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur.

Förderungskonzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Künstlerhaus fördert bildende Künstler aus dem In- und Ausland jeglichen Alters mit Anwesenheits- und Projektstipendien. Hinzu kommt ein Kuratorenstipendium für junge Geisteswissenschaftler. Mit Auslandsstipendien für Aufenthalte in New York und London werden junge rheinland-pfälzische Künstler gefördert. Außerdem werden Austauschstipendien mit den Partnerregionen Burgund und anderen Partnerregionen im asiatischen Raum vergeben.

Seit seiner Gründung im Jahr 1995 wird im Künstlerhaus Schloss Balmoral, dessen künstlerische Leitung bis 2002 der Kunsthistoriker Klaus Gallwitz innehatte, in den Disziplinen Malerei, Zeichnung, Bildhauerei, Installation, Fotografie, Video, Neue Medien und Landschaftskunst gearbeitet. Den Künstlern stehen für ihre Arbeit eigene Ateliers und Werkstätten für Holz und Metall zur Verfügung. Weiter finden sie ein Fotolabor, einen Videoraum, PC-Arbeitsplätze sowie eine Bibliothek mit ca. 5.500 Titeln hauptsächlich zur Moderne und Gegenwartskunst vor.

Es ist ein wichtiges Anliegen des Künstlerhauses Schloss Balmoral, die Stipendiaten der Öffentlichkeit zu präsentieren und auf dem Kunstmarkt zu etablieren. Ihre Arbeiten werden sowohl in Bad Ems als auch landesweit in Mainz bzw. Ludwigshafen und überregional z. b. in Prag, in Berlin oder auf der Art Cologne und 2010 im Arp Museum Bahnhof Rolandseck gezeigt. Seit seiner Eröffnung 1995 hat das Künstlerhaus Schloss Balmoral über 130 Stipendiaten beherbergt. Der Förderverein Balmoral 03 e.V. stiftete erstmals 2006 den Kunstpreis Balmoral 03 für Künstler aus Osteuropa und Russland.

Geschichte des Gebäudes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude ist eine dreigeschossige Villa, im spätklassizistischem Stil. Sie steht leicht erhöht über den Nachbargebäuden bei der Russisch-Orthodoxen Kirche an einem Hang. Die Hauptfassade ist zur Lahn hin ausgerichtet. Das Gebäude besitzt eine streng symmetrische Fassade zwischen zwei Ecktürmen. Die Fassade wird durch einen Zinnenkranz abgeschlossen. Als Mittelrisalit dient ein achteckiger Turm.

Sie wurde 1867/68 als Wohnhaus für einen russischen Gutsbesitzer erbaut und von diesem Villa Diana genannt. Einige Jahre später verkaufte er das Haus. 1882 erwarb es der Hotelier Georg Lang, der hier ein vornehmes Hotel für Kurgäste einrichtete und ihm den Namen Schloss Balmoral gab. Im 19. Jahrhundert wohnten hier unter anderem Nicolai Rimski-Korsakow, Richard Wagner und Francisco d’Andrade bei Kuraufenthalten. Ab 1935 wurde die Villa als Mietshaus genutzt. 1983 wurde sie unter Denkmalschutz gestellt. 1989 kaufte sie der Rhein-Lahn-Kreis, nach einer grundlegenden Renovierung wird sie seit 1995 als Künstlerhaus genutzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sabine Jung (Hrsg.): Von der „Villa Diana“ zum „Künstlerhaus Schloss Balmoral“. 1867–1995. Bad Ems 1995, ISBN 3-98044380-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 50° 19′ 46,3″ N, 7° 43′ 21,3″ O