Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender
Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender ist ein seit 1925 bestehendes Nachschlagewerk, das biografische Daten, Adressen, Forschungsschwerpunkte und Arbeitsgebiete von Wissenschaftlern des deutschen Sprachraums auflistet. Es erscheint seit 2011 jährlich im Verlag Walter de Gruyter. Neben der Druckausgabe gibt es eine Datenbank mit mehr als 73.970 Einträgen und zusätzlichen Angaben zu etwa 10.000 verstorbenen Personen, deren Tod seit 1996 ermittelt worden ist, sowie die Angaben zu 15.000 Wissenschaftlern im Ruhestand. Aufnahmekriterien sind in der Regel die Habilitation bzw. der Professorentitel sowie die Tätigkeit in Forschung und Lehre an einer wissenschaftlichen Einrichtung.[1]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender ging aus Kürschners Deutschem Literatur-Kalender hervor. Die Verlagsleitung kam damit einem Bedürfnis der Öffentlichkeit nach einem Nachschlagewerk für Wissenschaftler nach. So erstellte Gerhard Lüdtke (1875 bis 1944) die erste Ausgabe des Gelehrten-Kalenders (1925), indem er die Einträge zu Wissenschaftlern aus dem Literatur-Kalender exzerpierte und aktualisierte.
Der ursprüngliche Plan, den Gelehrtenkalender seinem Namen gemäß jährlich erscheinen zu lassen, konnte schon bei der dritten Ausgabe (1928) nicht eingehalten werden. In den folgenden Jahrzehnten erschien der Gelehrten-Kalender in loser Folge mit stetig wachsendem Umfang. Die sechste Ausgabe (1940/41) erschien erstmals in zwei Bänden.
Die erste Nachkriegsausgabe (1950) wurde von Gerhard Oestreich besorgt. Er entschied sich, in der 8. Ausgabe (1954) nur die Neuerscheinungen der Wissenschaftler seit 1950 aufzuzählen, nicht wie bis dahin sämtliche Publikationen. Diese Maßnahme führte zu einer Verschlankung der Ausgabe, stieß aber bei den Benutzern auf Kritik: Wer sämtliche Veröffentlichungen eines Wissenschaftlers erfahren wollte, musste in der aktuellen und der vorhergehenden Ausgabe nachschlagen, was als umständlich und zeitraubend empfunden wurde. Zudem war die Anschaffung beider Ausgaben für einige Nutzer unerschwinglich und wegen der begrenzten Auflagenzahl der Ausgaben oft schwierig.
Der Bibliothekar Werner Schuder (1917 bis 2006) übernahm nach 1954 die Redaktion des Gelehrten-Kalenders und behielt sie mehrere Jahrzehnte lang. Er reagierte auf die Kritik an der achten Ausgabe, indem es die Publikationslisten in der neunten Ausgabe (1961) wieder in voller Länge gab. Das führte dazu, dass der Gelehrten-Kalender 1961 erstmals wieder in zwei Bänden erschien. Die späteren Ausgaben wuchsen im Umfang erheblich, obwohl die Publikationslisten stark gekürzt wurden. Seit der 22. Ausgabe (2009) umfasst das Werk vier Teilbände.
Frühere Ausgaben und Entwicklungsüberblick
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1925 – 1. Ausgabe (Herausgeber: Gerhard Lüdtke)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1926 – 2. Ausgabe (Herausgeber: Gerhard Lüdtke)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1928/29 – 3. Ausgabe (Herausgeber: Gerhard Lüdtke)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1931 – 4. Ausgabe (Herausgeber: Gerhard Lüdtke)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1935 – 5. Ausgabe (Herausgeber: Gerhard Lüdtke)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1940/41 – 6. Ausgabe (Herausgeber: Werner Schuder)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1950 – 7. Ausgabe (Herausgeber: Friedrich Bertkau, Gerhard Oestreich)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1954 – 8. Ausgabe (Herausgeber: Gerhard Oestreich)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1961 – 9. Ausgabe (Herausgeber: Werner Schuder)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1966 – 10. Ausgabe (Herausgeber: Werner Schuder)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1970 – 11. Ausgabe (Herausgeber: Werner Schuder)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1976 – 12. Ausgabe (Herausgeber: Werner Schuder)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1980 – 13. Ausgabe (Herausgeber: Werner Schuder)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1983 – 14. Ausgabe (Herausgeber: Werner Schuder)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1987 – 15. Ausgabe (Herausgeber: Werner Schuder)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1992 – 16. Ausgabe
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1996 – 17. Ausgabe (Herausgeber: Susanne Ackers, Marianne Adolph-Glorius und Carolin Bohlmann)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2001 – 18. Ausgabe (Redaktion: Katrin Hofmann)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2003 – 19. Ausgabe
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2005 – 20. Ausgabe
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2007 – 21. Ausgabe (Redaktion: Katrin Hofmann und Axel Schniederjürgen)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2009 – 22. Ausgabe (Redaktion: Axel Schniederjürgen)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2011 – 23. Ausgabe (Redaktion: Axel Schniederjürgen)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2012 – 24. Ausgabe (Redaktion: Axel Schniederjürgen)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2013 – 25. Ausgabe (Redaktion: Axel Schniederjürgen)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2014 – 26. Ausgabe
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2015 – 27. Ausgabe (Redaktion: Axel Schniederjürgen)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2016 – 28. Ausgabe
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2016 – 29. Ausgabe
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2017 – 30. Ausgabe
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2017 – 31. Ausgabe
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2020 – 32. Ausgabe
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2021 – 33. Ausgabe (Redaktion: Axel Schniederjürgen unter Mitarbeit von Judith Brehmer, Heike Gehringer, Veronika Keller, Elisabeth Richter und Alexander Walter)
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2022 – 34. Ausgabe
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2023 – 35. Ausgabe
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2024 – 36. Ausgabe
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2025 – 37. Ausgabe
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2026 – 38. Ausgabe (Redaktion: Axel Schniederjürgen unter Mitarbeit von Heike Gehringer, Patricia Nahrgang und Elisabeth Richter)
Aktuelle Ausgabe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2026. 38. Ausgabe (Print & Online). De Gruyter, Berlin 2026, ISBN 978-3-11-163546-0.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- DNB 010029699 – Katalogeintrag der Deutschen Nationalbibliothek
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender Online im Verlag De Gruyter
- Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender Online im Datenbank-Infosystem (DBIS)
- Kürschners deutscher Gelehrten-Kalender – Informationen des Bibliotheksservice-Zentrums Baden-Württemberg
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Lydia Kaiser: Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender : Verzeichnis von Wissenschaftlern an deutschsprachigen Einrichtungen. ( vom 31. Juli 2017 im Internet Archive). In: Universität › Universitätsbibliothek › Aktuelles › Nachrichten › Nachrichten 2008. Universitätsbibliothek der Universität Marburg, 10. Januar 2008. Auf Uni-Marburg.de, abgerufen am 23. November 2023.