KZ Mißler

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Denkmal an der Seniorenresidenz Walsroder Str. 1 in Bremen-Findorff[1]
Gedenkplatte vor der Seniorenresidenz Walsroder Str. 1 in Bremen-Findorff[2]

Das KZ Mißler war ein frühes Konzentrationslager, das Ende März 1933 auf Veranlassung des Innensenators und SA-Sturmbannführers Theodor Laue in den ehemaligen Auswandererhallen der Auswandereragentur Friedrich Mißler zwischen der Walsroder Straße und der Hemmstraße im Bremer Stadtteil Findorff angelegt worden war. Heute erinnern nur noch zwei Erinnerungsplatten an das ehemalige KZ, die an der Stelle angebracht sind, wo vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg die Auswandererhallen standen. Unter der Leitung des SS-Hauptsturmführers Otto Löblich wurden hier zunächst 148 Häftlinge, in erster Linie verfolgte Kommunisten, in „Schutzhaft“ festgehalten; später erhöhte sich die Belegungszahl bis auf 300.

Zu den Häftlingen zählten unter anderen der Musiklehrer Hermann Böse, der Bildhauer Klaus Bücking, der Schauspieler Edgar Bennert, der Reichsbannerführer und SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Oskar Drees und der SPD-Reichstagsabgeordnete Alfred Faust.

Am 11. Juli 1933 hatte der Polizeisenator beschlossen, das KZ Mißler aufzulösen, aber erst im September geschah das. Am 13. September 1933 berichteten die Bremer Nachrichten über die Verlegung der Häftlinge auf einen Binnenkahn in der Mündung der Ochtum.[3]

Seit 1983 erinnert eine von Fritz Stein geschaffene Gedenktafel mit einem Tucholsky-Zitat an die Geschichte des Ortes.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Der Text auf der Denkmalplatte lautet: „Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen NEIN!“
  2. Der Text auf der Gedenkplatte lautet: "Hinter diesen Mauern wurde in den ehemaligen Auswandererhallen Missler am 1. April 1933 das erste Bremer KZ errichtet. Hier begann in dieser Stadt die das Menschenrecht verletzende und die Menschen vernichtende Verfolgung politisch Andersdenkender durch die Nationalsozialisten. Um deren Untaten zu verschleiern, wurde das "KZ Missler" Ende August 1933 verlegt."
  3. Jörg Wollenberg, "Mißler-Text ", ... 6. Auflösung des KZ Mißler ...
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 211f.

53.0936111111118.8022222222222Koordinaten: 53° 5′ 37″ N, 8° 48′ 8″ O