Theodor Laue

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Theodor Laue (* 1. März 1893 in Bremen; † 26. September 1953 in Goslar) war ein deutscher Politiker (NSDAP) und Senator für Inneres und Justiz und auch Gesundheit von 1933 bis 1937 in Bremen zur Zeit des Nationalsozialismus.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laue war der Sohn eines Geschäftsinhabers für Textilwaren und wuchs in der Bremer Neustadt auf. Er besuchte die Real- und die Oberrealschule in Bremen und absolvierte dann eine kaufmännische Lehre. Als Angestellter arbeitete er in einer Firma für Schmierölprodukte. Ab 1915 war er Soldat im Ersten Weltkrieg. Nach dem Krieg gründete er mehrere kleine Firmen.

Der zunächst konservative Laue trat 1930 in die NSDAP (Mitgliedsnummer 383.662) und 1931 in die Sturmabteilung (SA) ein. In der SA wurde er bald SA-Sturmbannführer. Nach der Machtübernahme in Bremen durch die Nationalsozialisten übernahm er am 8. März 1933 zunächst kommissarisch die Aufgaben des Polizeipräsidenten, nachdem der Reichsminister des Innern Wilhelm Frick bereits am 8. März 1933 Richard Markert zum neuen Bremer Polizeisenator ernannt hatte. Er löste damit den konservativen Polizeioberst Walter Caspari ab, der den verfassungswidrigen Einsatz der Polizei zugunsten der Nationalsozialisten am 6. März 1933 abgelehnt hatte und der dann endgültig am 10. April zurücktreten musste. Am 18. März 1933 wurde Laue zum Senator für Recht, Polizei und innere Verfassung im Senat von Markert ernannt; das Gesundheitswesen kam bald darauf zu den Aufgaben im Senat hinzu.

Laue gründete sofort eine Hilfspolizei aus Mitgliedern der SA, der SS und vom Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten. Er schuf Ende März 1933 die Konzentrationslager KZ Mißler und KZ-Ochtumsand. Unter fragwürdigen Umständen sollten die Häftlinge in den KZs zum Nationalsozialismus umerzogen werden. Misshandlungen in den KZs wurden geduldet.

Aufgrund von Konflikten mit der SA erfolgte 1934 Laues Ausschluss aus dieser Organisation und er trat 1935 der SS bei. Laue bemühte sich, den Einfluss des am 5. oder 6. Mai 1933 zum Reichsstatthalter für Oldenburg und Bremen ernannten Gauleiters Carl Röver zu beschränken. Als er 1937 die von Röver erfolgte Ernennung von Böhmcker zum Regierenden Bürgermeister von Bremen kritisierte, führte dieses zu seiner Entlassung als Senator am 11. Mai 1937.

Er widmete sich wieder seinen Firmen, u. a. der Schmierölfirma Bick & Laue. Zugleich war er Mitglied in Wirtschaftsorganisationen der Stadt. Als Hauptmann der Reserve war er seit 1939 beim Oberkommando der Wehrmacht (OKW) bis zum Oktober 1939 eingesetzt. Danach war er in einer Wirtschaftsfachgruppe und ab 1943 bei der tschechischen Verbrauchergenossenschaft in Prag tätig. 1944 erfolgte seine Beförderung zum SS-Oberführer. Am 4. August 1945 wurde er in Hoyerhagen im Landkreis Grafschaft Hoya verhaftet und bis 1949 interniert. Nach einem beachteten Verfahren der Entnazifizierung konnte er ab 1950 wieder in seiner Firma Bick & Laue tätig werden. 1952 gründete er die KFZ-Ersatzteilfirma Theodor Laue & Co.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]