Kalzinierung

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Als Kalzinierung, Calcinieren oder Calcination (von lat. calx für Kalkstein[1]) bezeichnet man in der Chemie das Erhitzen (Brennen) von festen Stoffen mit dem Ziel, diese zu entwässern oder zu zersetzen. Kalzinierung erfolgt beim Kalkbrennen, als Teil des technischen Kalkkreislaufs. Als Zersetzungsprodukte entstehen das Metalloxid (Calciumoxid) und das entweichende Kohlenstoffdioxid (CO2). Ähnlich verlaufen die Kalzinationsvorgänge bei Magnesit und Dolomit.

Der Vorgang findet aber auch bei der Gipsherstellung und grundsätzlich bei der Entfernung von Kristallwasser aus hydratisierten Salzen (Beispiel: Calcinierte Soda) statt. Beim Ton- und Porzellanbrennen entweicht ebenfalls gebundenes Wasser unter gleichzeitigem Zusammensintern der Teilchen.[2]

Technisch spielt die Kalzinierung z. B. bei der Herstellung von Zement, Aluminiumoxid oder Petrolkoks (siehe Delayed Coking) eine Rolle. Dabei werden vor allem Drehrohröfen verwendet.[3] Calciumoxid (Branntkalk) wird überwiegend in Schachtöfen hergestellt.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Alchemie spielte die Kalzinierung eine wichtige Rolle. Der Begriff „calcinatio“ meinte dabei im weiten Sinne eine Pulverisierung eines Stoffes, oft durch das Rösten in einer Schale.[4] Unter Kalzination oder Calcination versteht man in der Spagyrik das Veraschen von getrockneten Heilpflanzen.

Bereits in der römischen Antike gewann man Calciumoxid durch die Kalzinierung, beispielsweise wurden entsprechende Öfen entlang des Limes gefunden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Brockhaus, Naturwissenschaft und Technik, F. A. Brockhaus, Mannheim; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 2003.
  2. Eintrag zu Keramik. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 25. Mai 2014.
  3. Eintrag zu Calcinieren. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 10. April 2011.
  4. Claus Priesner, Karin Figala (Hrsg.): Alchemie - Lexikon einer hermetischen Wissenschaft, C. H. Beck, München, 1998, S. 53.