Karl-Marx-Grab

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Karl-Marx-Grab. Aufnahme aus dem Jahr 2016
Das schlichte ursprüngliche Grab der Familie Marx (1881 bis 1954). Nach einer Fotografie von Karl Pinkau (1896).[1][2]
Die ursprüngliche Grabplatte ist in der Mitte der Front des Grabdenkmals eingelassen.

Das Karl-Marx-Grab befindet sich im Ostteil des Friedhofs Highgate Cemetery im heutigen Stadtbezirk Camden der britischen Hauptstadt London.

Karl Marx wurde hier am 17. März 1883 bestattet. Am Grab Eleanor Marx, Carl Schorlemmer, Ray Lankester, Horatio Bryan Donkin, Wilhelm Liebknecht, Charles Longuet, Paul Lafargue, Friedrich Leßner, Georg Lochner, Edward Aveling, Helena Demuth und Gottfried Lembke.[3] Marx selbst hatte sich eine Begrenzung der „Theilnahme an dem Begräbniß auf die Familie und die intimsten Freunde“ gewünscht, was von seinen Töchtern Laura und Eleanor sowie Friedrich Engels befolgt wurde.[4] Friedrich Engels hielt die Trauerrede in englischer Sprache:[5] „Wie Darwin das Gesetz der Entwicklung der organischen Natur, so entdeckte Marx das Entwicklungsgesetz der menschlichen Geschichte (…) Sein Name wird durch die Jahrhunderte fortleben und so auch sein Werk.“[6]

In dem Grab ruht auch seine Frau Jenny Marx, die dort am 5. Dezember 1881 beerdigt wurde.[7] Später wurden weitere drei Personen in der Parzelle beigesetzt: 1883 sein Enkel Harry Longuet und 1890 seine Haushälterin Helena Demuth. 1956 wurde die Urne seiner Tochter Eleanor Marx nach der Umbettung am neuen Standort des Grabes auf dem Friedhof beigesetzt.

Am 23. November 1954 wurden die sterblichen Überreste von Karl Marx, Jenny von Westphalen, Harry Longuet und Helena Demuth exhumiert und, rund hundert Yards vom alten Grab entfernt, neu bestattet – neben dem Standort eines noch zu errichtenden Grabdenkmals.[8] Den Auftrag, dieses Grabdenkmal zu schaffen, erhielt der britische Bildhauer Laurence Bradshaw, nachdem die Kommunistische Partei Großbritanniens den Marx-Memorial-Fund gegründet hatte.[9]

Enthüllt wurde das Grabdenkmal am 14. März 1956 von Harry Pollitt, dem damaligen Generalsekretär der Kommunistischen Partei Großbritanniens.[10] Das Monument besteht aus einer überlebensgroßen, bronzenen Porträtbüste von Karl Marx auf einem quaderförmigen Sockel. Die Front des Sockels trägt oben die Inschrift „WORKERS OF ALL LANDS UNITE“ („Proletarier aller Länder, vereinigt Euch“) aus dem Kommunistischen Manifest und unten die der 11. These über Feuerbach: „THE PHILOSOPHERS HAVE ONLY INTERPRETED THE WORLD IN VARIOUS WAYS – THE POINT HOWEVER IS TO CHANGE IT“ („Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretirt; es kömmt drauf an, sie zu verändern“).[11] In die Mitte der Sockelfront ist die originale Grabplatte des ursprünglichen Grabes der Familie Marx eingelassen.[12]

In den 1970er Jahren gab es den vergeblichen Versuch, das Monument mit einer selbstgebauten Bombe zu zerstören.

Im Februar 2019 wurde das Grabmal mit Farbe beschmiert und die Marmorplatte massiv beschädigt.[13]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Karl Marx grave – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mit dem ursprünglichen Grabstein: „Jenny von Westphalen The beloved wife of Karl Marx Born February 12. 1814 Died December 2. 1881 And Karl Marx Born May 5. 1818, died 14. March 1883 And Harry Longuet Their grandson Born July 4. 1878, died 20. March 1883. And Helena Demuth Born January 1. 1823 (sic!), died November 14. 1890“ (Wilhelm Liebknecht in: Mohr und General. Berlin 1965, S. 175.)
  2. Und 1956 ergänzt: And Eleanor Marx, Daughter of Karl Marx Born January 16. 1856 (sic!), died March 31. 1898.(Chushichi Tsuzuki: Eleonor Marx. Geschichte ihres Lebens. Colloquium Verlag, Berlin 1981, ISBN 3-7678-0437-9, S. 297.)
  3. Ihre Namen leben durch die Jahrhunderte fort. Berlin 1983, S. 9 f.
  4. Der Sozialdemokrat. Nr. 14 vom 29. März 1883. (Ihre Namen leben durch die Jahrhunderte fort. Berlin 1983, S. 114.)
  5. Friedrich Engels: Draft for the Speech over the Grave of Karl Marx. In: Marx-Engels-Gesamtausgabe. Abteilung I. Band 25. Dietz Verlag, Berlin 1985, S. 403–404.
  6. Friedrich Engels: Das Begräbis von Karl Marx. In: Der Sozialdemokrat. Nr. 13 vom 22. März 1883. (Marx-Engels-Gesamtausgabe. Abteilung I. Band 25. Dietz Verlag, Berlin 1985, S. 407 und 411; Marx-Engels-Werke. Band 19, S. 335 ff..)
  7. Friedrich Engels: Jenny Marx, geb. v. Westphalen. (Marx-Engels-Werke. Band 19, S. 291 f).
  8. Inschrift auf der Grabplatte des ursprünglichen Grabes der Familie Marx („[…] Their remains were removed and re-interred on 23rd November 1954 at the place nearby where a monument was errected on 14th March 1956“).
    Tomb of Karl Marx and Family in Highgate (Eastern) Cemetry. In: www.britishlistedbuildings.co.uk. Abgerufen am 25. Mai 2018.
  9. Christine Lindey: Laurence Bradshaw. Morning Star, 3. April 2007. Abgerufen am 25. Mai 2018.
  10. Asa Briggs: Marx in London. An illustrated guide. British Broadcasting Corporation, London 1982, ISBN 0-563-20076-6, S. 80.
  11. Marx monument unveiled in Highgate cemetery. The Guardian, 15. März 1956. Abgerufen am 25. Mai 2018.
    Tomb of Karl Marx and Family in Highgate (Eastern) Cemetry. In: www.britishlistedbuildings.co.uk. Abgerufen am 25. Mai 2018.
  12. Christine Lindey: Laurence Bradshaw. Morning Star, 3. April 2007. Abgerufen am 25. Mai 2018.
  13. https://www.prosieben.de/tv/newstime/panorama/grabstaette-von-karl-marx-geschaendet-103533

Koordinaten: 51° 33′ 58,2″ N, 0° 8′ 37,5″ W