Karl (Provence)

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Karl (* um 845; † 24. Januar 863 im Kloster St-Pierre-les-Nonnains, heute Lyon) war ab 855 oder 856 König des fränkischen Teilreichs Burgund.

Karl war jüngster Sohn des Kaisers Lothar I. aus dessen Ehe mit Irmingard von Tours. Er bekam 855 mit der Teilung von Prüm zusammen mit der Provence den größten Teil von Burgund (mit Ausnahme der Bourgogne) zugewiesen. Sein älterer Bruder Lothar machte ihm seinen Reichsteil allerdings streitig, und eine endgültige Entscheidung fiel erst 856 auf einer Versammlung in Orbe, wo wohl die Mächtigen dieses Reichsteils eine eigene Königsherrschaft Karls durchsetzten.[1] Wie weit Karl, der jedenfalls gegen Ende seines Lebens an Epilepsie litt, dadurch in seiner Regierungsfähigkeit eingeschränkt war, ist umstritten. Während Thilo Offergeld vermutet, dass Karl „nicht primär als minderjähriger, sondern vor allem als kranker und deshalb handlungsunfähiger Herrscher wahrgenommen“ wurde,[2] hält Achim Hack eine solche Einschätzung für Spekulation[3]. Karl starb kinderlos. Nach seinem Tod wurde sein Reich zwischen seinen beiden Brüdern Lothar II. und Ludwig II. aufgeteilt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Regesta Imperii I,3,4 n. 2495
  2. Offergeld, Thilo: Reges pueri. Das Königtum Minderjähriger im frühen Mittelalter. MGH, Schriften Bd. 50, Hannover 2001, S. 338
  3. Hack, Achim Thomas: Alter, Krankheit, Tod und Herrschaft im frühen Mittelalter. Monographien zur Geschichte des Mittelalters Bd. 56, Stuttgart 2009, S. 170 f.
Vorgänger Amt Nachfolger
Lothar I. König von Burgund
855–863