Karl Garbe (Journalist)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Karl Garbe (* 22. April 1927 in Bochum; † 23. August 2019 in Bonn[1][2]) war ein deutscher Journalist, Schriftsteller[3] und Politmanager.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren in Bochum, wuchs Garbe in Witten-Annen auf und besuchte bis 1944 die Schule in Witten und Dortmund. Er wurde Soldat im Zweiten Weltkrieg und geriet in amerikanische Gefangenschaft, aus der er floh. Nach 1945 schlug er eine Beamtenlaufbahn ein und war in den Stadtverwaltungen von Herne und Hemer tätig. Die Verwaltungslaufbahn gab Garbe zu Gunsten einer Parteikarriere auf, so war er von 1950 bis 1961 zunächst Redakteur beim SPD-Parteivorstand in Hannover und zog mit der Parteizentrale um in die „Baracke“ in Bonn. Ab 1954 entwickelte sich Garbe vom Referenten für Medienauswertung über die Chefredaktion des Juso-Zentralorgans Klarer Kurs, 1961 dann zum Abteilungsleiter für Öffentlichkeitsarbeit der SPD. Von 1962 bis 1974 war Garbe auch Mitglied im ZDF-Fernsehrat, wo er den Unterhaltungsausschuss leitete. Ab 1970 arbeitete Garbe als freier Publizist und Herausgeber. Garbe lebte bis zu seinem Tod in Bonn.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bundesverdienstkreuz verlieh Bundespräsident Richard von Weizsäcker 1994 an Garbe, weil der „in einer Vielzahl von Veröffentlichungen dazu beigetragen [habe], dass sich demokratisches Bewusstsein und die Fähigkeit zum fairen politischen Miteinanderin der Bevölkerung der Bundesrepublik verankert haben.“[4]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garbe schrieb unter seinen Pseudonymen Franz Annen, Herrmann Dornen und Klaus Hüllberg zahlreiche Bücher, Satiren und Essays.

  • Akazien für Oberprima. Dreißig Satiren und sechzig Ratschläge. Berto, Bonn 1962.
  • Südliche Wochen. Erinnerungen an Reisen mit Christel. Berto, Bonn 1962.
  • Bilder aus dem Rahmen. Lexikon für Ignoranten. Berto, Bonn 1963.
  • Schräge Vögel. Satirische Gedichte. 1963.
  • Damals und anderswo. Gedichte. 1964.
  • Linkssätze. Arani, Berlin 1965.
  • Soldbuch. Roman. Scheffler Frankfurt/M. 1965 und Meissner, Remagen 2003, ISBN 3-9809340-0-4.
  • Jedem Alter seine Native. Plädoyer für eine alte Regierung. Junger Verlag, Niederdollendorf 1965.
  • Bonner Schwatzkästlein. Satiren, Gedichte, Aphorismen, Lebenshilfen, Karikaturen, Nachlaß einer Legislaturperiode. Junger Verlag, Köln 1976.
  • Die Macht ist nicht zum Schlafen. 194 Satiren und 590 Aphorismen. Junger Verlag, Bonn 1977.
  • Schindluder und anderes Treiben. Junger Verlag, Bonn 1978.
  • Knallkörper. Sprüche, Satiren, Cartoons. Seewald, Stuttgart 1981, ISBN 3-512-00617-5.
  • Spruchbude. tausend Aphorismen mit Senf. Meissner, Remagen 2004, ISBN 3-9809340-1-2.
  • Arena. Stierkämpfe auf die Hörner genommen – Dichtung und Wahrheit über Stierkämpfe. Meissner, Remagen 2007, ISBN 3-9809340-4-7.
  • Vor Wut kocht man gut – satirische Appetithappen aus der Profiküche. Meissner, Remagen 2009, ISBN 978-3-9809340-6-0.
als Herausgeber
  • Bonner Journal. Bonn 1969.
  • Bonner Bilderbuch. Bonn 1984.
  • Neues Bonner Bilderbuch. Bonn 1987.
  • Bad Honnefer Bilderbuch. 1989.
  • mdb. Magazin der Bundeshauptstadt. Bonn 1979ff.
  • Bonner Rheinseiten. Bonn 1990.
Fernsehen
  • Medienklinik. Serie, WDR-Fernsehen, 1979.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Wein: Bonner Journalist: SPD-Urgestein Karl Garbe in Bonn gestorben. (Quelle leider ohne genauem Todestag). In: Bonner General-Anzeiger. 26. August 2019, abgerufen am 27. August 2019.
  2. Jürgen Augstein-Peschel: Er war das Sprachrohr der alten SPD: Wittener Karl Garbe tot. WAZ, 12. September 2019, archiviert vom Original am 12. September 2019; abgerufen am 12. September 2019.
  3. Karl Garbe. In: Kürschners Deutscher Literatur-Kalender 2018/2019. Band II: P–Z. Walter de Gruyter, 2018, ISBN 978-3-11-057616-0, S. 267.
  4. Rolf D. Meissner: Begegnung mit einem Schriftsteller: Karl Garbe Teil II. In: Stadtmagazin Witten. Januar 2006, S. 63, abgerufen am 18. August 2017.
  5. Ludwig Janssen: Literaturatlas NRW. Hrsg. vom Literatur-Rat Nordrhein-Westfalen e.V., Volksblatt Verlag, Köln 1992, ISBN 3-923243-96-0, S. 481.