Kaschubische Schweiz

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Koordinaten: 54° 20′ 0″ N, 18° 0′ 0″ O

Kaschubische Schweiz bei Dólnô Brodnica (vor 1920: Nieder-Brodnitz)
Lage der Kaschubischen Schweiz (Geomorphologische Einteilung Polens)

Die Kaschubische Schweiz (polnisch Szwajcaria Kaszubska, kaschubisch Kaszëbskô Szwajcarëjô) ist eine hügelige Wald- und Seenlandschaft in der Kaschubei, deren Mittelpunkt etwa 40 km südwestlich von Danzig liegt. Die dünn besiedelte Gegend gilt als eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Polens und wird allmählich für den Tourismus erschlossen. Ihre Hügel erheben sich um bis zu 200 m über das Umland. Viele der rund 250 Seen sind durch Kanäle miteinander verbunden und ermöglichen längere Wasserwanderungen. In dem kleinen Ort Wdzydze Kiszewskie am kreuzförmigen Weitsee findet sich ein Freilichtmuseum mit alten kaschubischen Holzhäusern und anderen Zeugnissen für die Lebensweise dieser Volksgruppe. Mittelpunkt der kaschubischen Schweiz ist der Turmberg, der mit seinen 331 m die höchste Erhebung des aus eiszeitlichen Gletscherablagerungen bestehenden baltischen Landrückens ist.

Als Hauptstadt der kaschubischen Schweiz gilt das kleine Städtchen Kartuzy (Karthaus), das erst 1923 Stadtrechte erhalten hat. In Karthaus befindet sich das kaschubische Museum, in dem Zeugnisse der kaschubischen Kultur und des traditionellen Kunsthandwerks ausgestellt sind. Etwas außerhalb des Ortes finden sich Reste des ehemaligen Kartäuserklosters, von dem der Ort seinen Namen hat. Sehenswert ist die gotische, später barockisierte Klosterkirche mit einem Dach in der Form eines Sargdeckels. Das große, prächtig geschnitzte Chorgestühl stammt aus dem 3. Viertel des 17. Jahrhunderts. Von den Klostergebäuden ist nur eine der ursprünglich 18 Klausen erhalten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Dehio, Michael Antoni: Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler West- und Ostpreußen. Die ehemaligen Provinzen West- und Ostpreußen, Deutschordensland Preußen mit Bütower und Lauenburger Land. Deutscher Kunstverlag, München 1993, ISBN 3-422-030-25-5 (Repr. d. Ausg. "Deutschordensland Preußen")
  • Micklitza, Kerstin; Micklitza, André: Polnische Ostseeküste : Zwischen Oder und Frischem Haff, 8. Auflage, Trescher Verlag Berlin 2016, ISBN 978-3-89794-335-3
  • Klöppel, Klaus; Eisenschmid, Rainer, [Red.]: Polnische Ostseeküste : Danzig ; Masuren ; [mit großer Reisekarte] Ostfildern : Baedeker 2008
  • Róza Ostrowska, Izabella Trojanowska: Bedeker Kaszubskie. Wyd. Mors., Gdańsk 1978