Katharina Felder (Bildhauerin)

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Katharina Maria Felder, auch Maria Katharina Felder (* 15. Januar 1816 in Ellenbogen bei Bezau, Bregenzerwald; † 13. Februar 1848 in Berlin) war eine österreichische Bildhauerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katharina Felder war eine Tochter des Bauern Balthasar Felder und dessen Ehefrau Walburga, geb. Bitschnau. 1838 begann sie eine Lehre bei der großherzoglichen Hofmalerin Marie Ellenrieder in Konstanz. Dort wurde sie vom Zeichnermeister Biedermann und dem Bildhauer Egger unterrichtet. 1839 ging sie mit Maria Ellenrieder nach München und setzte dort bei Professor Josef Schlotthauer, Peter von Cornelius und im Atelier von Ludwig Schwanthaler ihre Ausbildung fort.

Auf Einladung von Susanne Schinkel, die sie in München kennengelernt hatte, kam Katharina Felder nach Berlin und wurde dort dem Hofbildhauer Professor Christian Daniel Rauch vorgestellt. Nicht lange nach ihrer Ankunft in Berlin erhielt sie Aufträge von der Königin Elisabeth.

Nach einer kurzen Reise in ihre Heimat starb sie an Lungenlähmung, als ihr letzter Wohnsitz ist die Königliche Bauschule im Kirchenbuch vermerkt.

Während ihres gesamten Lebens trug Katharina Felder einem Versprechen nach die heimatliche, Bregenzerwälder Frauentracht, eine Juppe aus schwarzem Glanzleinwand; sogar in München und Berlin.[1]

Schaffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heiliger Georg in der Eingangshalle der ehemaligen Pallottiner-Kapelle, Koblenz-Ehrenbreitstein

Obwohl nicht viele Werke von Katharina Felder erhalten oder identifizierbar sind, muss sie doch ein bemerkenswertes Talent gehabt haben. Ihre Arbeiten hat sie wohl immer in kurzer Zeit und zur Zufriedenheit ihrer Auftraggeber fertiggestellt.

Mit dem Schnitzen von Kruzifixen hatte sie sich schon während ihrer Schulzeit lieber als mit Sticken beschäftigt. Über diese Kleinkunst lernte sie auch ihre ersten Gönner und Förderer, ein Ehepaar namens Berlocher aus Rorschach, kennen. Von diesen erhielt Sie später einen Auftrag, zwei Prozessionsbilder aus Holz zu fertigen.

Für ihre erste Lehrerin, Marie Ellenrieder, fertigte sie die Sandsteingruppe "Glaube, Liebe, Hoffnung" an. Diese sollte im Konstanzer Münster aufgestellt werden.

Aus ihrer Berliner Zeit ist ein Relief mit dem Heiligen Georg erhalten, das sie 1845 für den Generalfeldmarschall Karl Friedrich von dem Knesebeck schuf. Lange Zeit war dieses Relief in einem Weinberg, unterhalb der Festung Ehrenbreitstein angebracht und durch Hecken verborgen, bis es für die BUGA 2011 freigelegt wurde. Nach Beschädigungen durch einen Mauereinsturz im Winter 2012/2013 und einer anschließenden Bergung und Restauration, befindet sich das Relief seit 2015 in der Eingangshalle der ehemaligen Pallottiner-Kapelle im Koblenzer Ortsteil Ehrenbreitstein.[2]

Im Neuen Museum in Berlin befinden sich zwei kleine Bauernfiguren aus Gips, die ebenfalls um das Jahr 1845 angefertigt wurden, jedoch konnte ihre Herkunft bis heute nicht eindeutig geklärt werden.[3]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altar in der Kapelle Sankt Sebastian, Oberbezau mit der Statue des Heiligen Sebastian von Katharina Felder

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jos. v. Bergmann: Über die zu Ellenbogen im Bregenzerwalde im Jahre 1816 geborne und zu Berlin 1848 verstorbene Bildhauerin Katharina Felder. In: Joseph Alexander Freiherrn von Helfert (Hrsg.): Mittheilungen der K. K. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale. Band XIV. Wien 1869 (archive.org [abgerufen am 7. November 2019]).
  • Yvette Deseyve: Kampf um Sichtbarkeit. Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919. Hrsg.: Yvette Deseyve, Ralph Gleis. Dietrich Reimer, 2019, ISBN 978-3-496-01634-2.
  • Jochen Schmidt-Liebich: Lexikon der Künstlerinnen 1700–1900. Deutschland, Österreich, Schweiz. Walter de Gruyter, 2011, ISBN 978-3-11-095137-0.
  • Felder, Katharina. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 11: Erman–Fiorenzo. E. A. Seemann, Leipzig 1915.
  • Hyacinth Holland: Felder, Katharina. In: Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Allgemeine Deutsche Biographie. Band 6, 1877, S. 611–612 (deutsche-biographie.de [abgerufen am 8. November 2019]). Digitale Volltext-Ausgabe in wikisource (Version vom 6. November 2019, 22:17 Uhr UTC).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Marktgemeindeamt Bezau (Hrsg.): Orte und Menschen in Bezau. Ein Projekt des Kulturausschusses der Marktgemeinde Bezau. 2013, S. 15 (issuu.com [abgerufen am 7. November 2019]).
  2. Detlef Schöning: Terrakottarelief Hl. St. Georg von 1845. Kompendium. Koblenz Februar 2018 (vom Autor freundlicherweise zur Verfügung gestellt).
  3. a b Ausstellung "Kampf um Sichtbarkeit. Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919" Alte Nationalgalerie, Berlin. 11. Oktober 2019 - 8. März 2020.
  4. Tourismusvereine und -ämter (Hrsg.): Zeitreise (durch die witus Gemeinden). Bezau Reuthe Bizau Mellau Schnepfau. 2015, S. 39 (issuu.com [abgerufen am 7. November 2019]).
  5. a b Allgemeines Künstlerlexikon - Internationale Künstlerdatenbank - Online. De Gruyter Saur, Berlin, Boston 2009 (degruyter.com [abgerufen am 7. November 2019]).
  6. Katalog über die plastischen Kunstgegenstände im Landes-Museum (Ferdinandeum)zu Innsbruck. 626 (Oberösterreichisches Landesmuseum [PDF; abgerufen am 7. November 2019]).