Katharina Mommsen

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Katharina Mommsen (2012)

Katharina Mommsen (* 18. September 1925 in Berlin als Katharina Zimmer) ist eine deutsch-US-amerikanische Literaturwissenschaftlerin. Sie hat sich zusammen mit ihrem Mann Momme Mommsen besonders der Goethe-Forschung gewidmet.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katharina Mommsen besuchte von 1935 bis 1943 die Gertraudenschule in Berlin-Dahlem und die Cecilienschule in Berlin-Wilmersdorf. Danach studierte sie von 1943 bis 1948 neun Semester lang unter anderem Geschichte, Kunstgeschichte, Philosophie und Philologie an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin, der Universität Freiburg im Breisgau und der Universität Mainz.

Katharina Mommsen, die seit 1948 mit Momme Mommsen verheiratet war, promovierte 1956 an der Universität Tübingen mit der Dissertation Goethe und 1001 Nacht und habilitierte sich 1962 an der Freien Universität Berlin.

Seit 1963 hielt sie weltweit Vorlesungen mit besonderem Schwerpunkt auf den islamischen Ländern. Von 1965 bis 1973 war sie als (Gast-)professorin an der Universität Gießen, der State University of New York at Buffalo, der Freien Universität Berlin, der Carleton University in Ottawa und der University of California in San Diego tätig. Ab 1974 war Mommsen Professor of German Studies an der Stanford University, Kalifornien, wo sie bis 1992 lehrte.

Von 1975 bis 1980 war sie Vizepräsidentin der IVG (Internationale Vereinigung für Germanische Sprach- und Literaturwissenschaft). Seit 1978 ist Katharina Mommsen Herausgeberin der Reihe Germanic Studies in America, von 1978 bis 1982 war sie Mitherausgeberin von German Studies Review. 1980 wurde sie amerikanische Staatsbürgerin. 1985 erhielt Katharina Mommsen das Bundesverdienstkreuz I. Klasse, 1999 die Goldene Goethe-Medaille der Goethe-Gesellschaft Weimar verliehen. 2000 gründete sie die Mommsen Foundation for the Advancement of Goethe Research zusammen mit ihrem Mann, der 2001 verstarb. Katharina Mommsen ist Ehrenmitglied verschiedener Goethe-Gesellschaften. Seit 1980 ist sie Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen gehört sie als korrespondierendes Mitglied an.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mommsen ist Verfasserin literaturwissenschaftlicher Bücher und Aufsätze. Seit 1958 gab sie zusammen mit ihrem Mann das Grundlagenwerk Die Entstehung von Goethes Werken in Dokumenten heraus, dessen Band III (Diderot-Entoptische Farben) sie 2005, Band IV (Entstehen-Farbenlehre) sie 2008, Band VI (Feradeddin - Gypsabgüsse) sie 2010 bei Walter de Gruyter in Berlin und New York herausgegeben hat.

  • Goethe und 1001 Nacht. Akademie-Verlag, Berlin 1960. (Buchausgabe der Diss. phil. Tübingen, 1956)
    • Verschiedene Neuausgaben, zuletzt: Bernstein-Verlag, Gebr. Remmel; Bonn 2006, ISBN 3-9809762-9-7.
  • Goethe und die Moallakat. Akademie-Verlag, Berlin 1961. (Digitalisat)
  • Goethe und Diez. Quellenuntersuchungen zu Gedichten der Divan-Epoche. Akademie-Verlag, Berlin 1961.
  • Natur- und Fabelreich in Faust II. De Gruyter, Berlin 1968.
  • Gesellschaftskritik bei Fontane und Thomas Mann. Literatur und Geschichte, Band 10. Stiehm, Heidelberg 1973.
  • Kleists Kampf mit Goethe. Poesie und Wissenschaft, 27. Stiehm, Heidelberg 1974.
  • Hofmannsthal und Fontane. Stanford German Studies, 15. Lang, Bern 1978, ISBN 3-261-03109-3.
  • Goethe und die arabische Welt. Insel, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-458-14624-5.
  • Goethe. Die Kunst des Lebens. Insel, Frankfurt am Main 1999.
  • Goethe und der Islam. Insel, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-458-34350-4.
  • Goethe's Art of Living. Trafford Publishing, Victoria, Canada. 2003, ISBN 1-4120-0339-3 (Übersetzung von Goethe. Die Kunst des Lebens, 1999).
  • Goethes Blick auf die Arabische Welt. Shorouk Intl., Cairo, Egypt 2004, ISBN 977-09-1123-2.
  • Texte und Kontexte. Wie Die Entstehung von Goethes Werken entstand und entsteht. Privatdruck, Berlin 2006.
  • Kein Rettungsmittel als die Liebe. Schillers und Goethes Bündnis im Spiegel ihrer Dichtungen. Wallstein, Göttingen 2010.
  • Goethe und der Alte Fritz. Lehmstedt, Leipzig 2010.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]