Katholische Kirche von Vlora

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Katholische Kirche von Vlora

Die Katholische Kirche von Vlora (albanisch Kisha Katolike Shën Luigji Gonzaga e Shën Maria) ist dem Doppelpatrozinium des Heiligen Aloisius von Gonzaga und Marien, der Mutter des Herrn unterstellt und Bischofssitz der Albanischen griechisch-katholischen Kirche.

Zum Baujahr der Kirche liegen unterschiedliche Zahlen vor. Das albanische Institut für Kulturdenkmäler erwähnt in einer Publikation, dass die Kirche um das Jahr 1800 erbaut worden sei,[1] andere Quellen sprechen einfach vom 19. Jahrhundert.[2][3] Ein solcher Bau ist für das Osmanische Reich dieser Zeit aber wenig wahrscheinlich und ist nirgends erwähnt; zudem soll eine erste katholische Gemeinde im toskischen Südalbanien mit seinen meist muslimischen und orthodoxen Bewohnern erst 1895 entstanden sein.[4][5] Insofern ist eine Erstellung anfangs der 1920er Jahre wahrscheinlicher,[6] insbesondere weil ab diesem Zeitpunkt auch erste Bilddokumente auftauchen.[7] Jedenfalls ist es der einzige erhaltene ältere katholische Kirchenbau im Gebiet der Apostolischen Administratur Südalbanien.

Das Kirchengebäude wurde von italienischen Architekten errichtet. Es ist im neoklassizistischen Stil mit Kapitellen, Rahmen und Bögen im vereinfachten römischen Stil errichtet. Die einschiffige Kirche ist mit zwei Dachschrägen bedeckt und hat eine abgehängte Decke. Ein Teil des Altars wird durch Pilasterausgänge aus den Seitenwänden deutlich akzentuiert. Am Eingang befinden sich zwei Pilaster sowie Toranlagen, die einen Vorraum zum Kirchenschiff bilden.[1]

Heiligenfigur in der Kirche (2006)

Nach der Ausrufung Albaniens zum ersten atheistischen Staat der Welt im Jahr 1967 diente das Gebäude bis 1990 als städtisches Puppentheater. Nach 1990 wurde die Kirche wieder ihrem ursprünglichen Zweck übergeben und 1993 neu geweiht.[1][8][9] Das Gotteshaus ist seit 2006 als Kulturdenkmal geschützt.[10]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bardhe Gjini: Gjurmë historike. 25 Vjetori i Rishugurimit të Kishës Katolike – Vlorë. 1993–2018. Hrsg.: Kisha Katolike Vlorë. Vlora Oktober 2018.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Map - IMK WebGIS. In: Instituti i Monumenteve të Kulturës. Abgerufen am 14. Januar 2020 (albanisch).
  2. Kisha Katolike e Vlorës, aty ku sherbeu edhe At Shtjefën Gjecovi dhe tradita shkodrane. In: proinformacion.com. 7. Januar 2017, abgerufen am 14. Januar 2020 (albanisch).
  3. Vlora e harmonisë shpirtërore. In: Into Albania. 23. März 2018, abgerufen am 14. Januar 2020 (albanisch).
  4. Giovanni Cimbalo: La Chiesa della comunità arbëreshë e la Chiesa di rito greco-cattolica in Albania: una sola Chiesa. In: Stato, Chiese e pluralismo confessionale. Nr. 30/2016, 3. Oktober 2016, ISSN 1971-8543 (statoechiese.it [PDF; abgerufen am 14. Januar 2020]).
  5. Constantin Simon: Albania, un mosaico di religioni. In: La Civiltà Cattolica. Band IV, 2005, S. 338–352 (Kurzfassung (Memento vom 16. Dezember 2007 im Internet Archive)).
  6. vgl. Apostolische_Administratur_Südalbanien.
  7. Pirro Stefa: Vlora. Mali Pleshti, Tirana 2012, ISBN 978-9928-14710-3.
  8. Kisha Katolike Shën Luigji Gonzaga: Post (Einladung). In: Facebook. 17. Oktober 2018, abgerufen am 14. Januar 2020 (italienisch).
  9. Albania: Chiesa di Martiri. In: Serve di Maria Riparatrici (Hrsg.): Riparazione Mariana. Nr. 1, 2019, S. 31 (smr.it [PDF; abgerufen am 15. Januar 2020]).
  10. LISTA E MONUMENTEVE: RRETHI I VLORËS. Instituti i Monumenteve të Kulturës - Ministria e Kulturës, abgerufen am 15. Dezember 2017 (albanisch).

Koordinaten: 40° 29′ 16″ N, 19° 29′ 22,1″ O