Katholisches Klinikum Essen

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Katholisches Klinikum Essen
Trägerschaft Katholisches Klinikum Essen gGmbH
Ort Essen
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Koordinaten 51° 29′ 58,5″ N, 7° 0′ 19,3″ OKoordinaten: 51° 29′ 58,5″ N, 7° 0′ 19,3″ O
Geschäftsführer Manfred Sunderhaus
Betten 1000
Mitarbeiter 2000
davon Ärzte 211,1 Vollkräfte
Fachgebiete 20
Jahresetat 135 Mio. Euro (2013)
Gründung 1886 (Stoppenberg)
1888 (Altenessen)
1893 (Borbeck)
Website kk-essen.de

Das Katholische Klinikum Essen (KKE) besteht seit 1996 als Zusammenschluss des Marienhospitals in Essen-Altenessen, des Philippusstifts in Essen-Borbeck und des St. Vincenz-Krankenhauses in Essen-Stoppenberg in der Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH. Das Klinikum verfügt insgesamt über 1000 Betten in zwanzig Fachabteilungen und ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Duisburg-Essen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Vincenz-Krankenhaus, Essen-Stoppenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Vincenz-Krankenhaus

Das St. Vincenz-Krankenhaus findet seine historischen Wurzeln im Jahre 1881, als die wachsende Zahl der Unfallverletzten und Lungengeschädigten aus dem Bergbau die Errichtung eines Krankenhauses in Stoppenberg unerlässlich machte. Dieser Aufgabe widmete sich die katholische Pfarrei St. Nikolaus und konnte 1886 das neue Krankenhaus eröffnen. Die Krankenpflege übernahmen nach eindringlichem Bitten von Pfarrer Peter Wilhelm Leonhard Hicken (1828–1901) zunächst vier Schwestern von der Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern von der hl. Elisabeth zu Essen. In der Anfangsphase wurden alle Dienstleistungen des Krankenhauses kostenlos erbracht; erst ein Jahr nach der Eröffnung des Hauses erfolgten die ersten Pflegegeldzahlungen.

Das stetige Anwachsen von Wirtschaft und Bevölkerung zur Zeit der Industrialisierung machte in den folgenden Jahrzehnten mehrmalige Erweiterungen und Renovierungen notwendig, bis das Krankenhaus im Zweiten Weltkrieg bei schweren Luftangriffen zerstört wurde. Der Wiederaufbau gestaltete sich sehr schwierig, doch zu Beginn der 1970er Jahre verfügte das Haus wieder über insgesamt 306 Betten in acht Fachbereichen. Weitere Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen, aber auch Umstrukturierungen verbunden mit dem Abbau von Bettenkapazitäten folgten in den kommenden zwei Jahrzehnten, bei denen 1990 auch das Haupthaus erweitert wurde.

Marienhospital Altenessen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marienhospital Altenessen

Der Ursprung des Marienhospitals Altenessen reicht zurück in das Jahr 1886, als am 7. Februar von katholischen Bürgern anlässlich des silbernen Priesterjubiläums von Rektor Wilhelm Weber, ab 1891 erster Pfarrer von St. Johann in Altenessen, ein Krankenhausbauverein gegründet wurde, dem schon zwei Monate später über tausend Mitglieder angehörten. Nach nur zweieinhalb Jahren konnte am 28. Oktober 1888 das fertiggestellte Krankenhaus eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben werden. Ein am 1. November desselben Jahres abgeschlossener Vertrag regelte die Übernahme der Krankenpflege durch die Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern von der hl. Elisabeth zu Essen, die sich auch auf die ambulante Pflege in den beiden nächstliegenden Pfarreien erstreckte. Erst nach fast siebzig Jahren wurden die Ordensschwestern am 30. Juni 1966 wegen Nachwuchsmangels abgezogen.

Angesichts der stetig wachsenden Anforderungen an die Gesundheitsfürsorge erfuhr das Krankenhaus bereits 1892 eine erste Erweiterung, auf die in den kommenden Jahren noch fünf weitere folgen sollten, vor allem das 1912 errichtete Epidemiehaus. Den Zweiten Weltkrieg überstanden die Gebäude ohne wesentliche Schäden, und schon 1948 wurde mit weiteren Um- und Erweiterungsmaßnahmen begonnen, die sich bis 1967 fortsetzten.

Erst von 1971 bis 1974 konnte als Ersatz für die Vielzahl von einzelnen baulichen Maßnahmen der zurückliegenden achtzig Jahre ein Gesamtneubau errichtet werden, der für bis zu 392 Betten ausgelegt war und bis heute in Benutzung ist. Bei der Bauausführung wurde seinerzeit vom ersten Bischof von Essen, Franz Hengsbach, am 8. Januar 1973 anstatt einer Grundsteinlegung in der Eingangshalle des Neubaus eine Grundsäule aus Beton geschüttet. Das an der Frontseite der Säule befindliche Flachrelief einer Schutzmantelmadonna als Namenspatronin des Hauses war vom Altenessener Bildhauermeister Hugo Hildebrand gestaltet worden.

Philippusstift, Essen-Borbeck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philippusstift

Gegen den vehementen Widerstand des Borbecker Bürgermeisters Rudolf Heinrich, der für ein Krankenhaus in der Trägerschaft einer katholischen Kirchengemeinde keine Zukunft sah, betrieb die Pfarrei St. Dionyius dessen Errichtung und erhielt dazu am 15. Oktober 1892 die Genehmigung durch den Düsseldorfer Regierungspräsidenten, Eberhard von der Recke von der Horst. Noch im selben Jahr konnte die Grundsteinlegung erfolgen.

Bereits zu Allerheiligen 1893 begaben sich die ersten Patienten in die Obhut des zunächst einzigen Arztes. Das neue Krankenhaus wurde nach Philipp Kardinal Krementz, dem Erzbischof von Erzbistum Köln, benannt, der noch auf einer Visitationsreise im Juni 1893 die Baustelle besucht hatte. Um die zukünftige Finanzierung des Philippusstiftes abzusichern, vererbte der Borbecker Pfarrer Karl Sonnenschein 1895 seinen gesamten Nachlass dem Krankenhaus.

Die Krankenpflege übernahm – wie schon im St. Vincenz-Krankenhaus und im Marienhospital – die Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern von der hl. Elisabeth zu Essen, welche zum 15. Dezember 1925 von den Hiltruper Missionsschwestern abgelöst wurden. Im Oktober 1984 wurde bekannt gemacht, dass die Ordensschwestern zum 30. April 1985 – ebenfalls wegen Nachwuchsmangels – abgezogen würden.[1]

Deutschlandweite Beachtung erfuhr das Philippusstift, als im Jahre 1925 der Nervenarzt Ferdinand Segerath die im Deutschen Reich erste psychiatrisch-neurologische Station in einem Allgemeinkrankenhaus eröffnete.

Bis zu Beginn des Zweiten Weltkrieges erfuhr das Krankenhaus mehrere Um- und Erweiterungsbauten, von denen der 1925/26 errichtete zentrale Neubau bis heute den Mittelpunkt des Gebäudeensembles ausmacht. Während des Krieges wurden Teile des Philippusstiftes so sehr beschädigt, dass sie nicht wieder aufgebaut werden konnten. Deshalb gab es bereits Anfang der 1960er Jahre Überlegungen zu einem Klinikneubau auf einer landwirtschaftlichen Fläche, die das Haus bislang für seine Eigenversorgung nutzte. Diese Planentwicklung fand 1984 ihr Ende, als der Beschluss gefasst wurde, das Hauptgebäude von 1925/26 einer Generalsanierung zu unterziehen und mit einem umfangreichen Anbau zukunftsfähig zu machen. Im Zuge dieser Sanierung wurde auch die Krankenhauskapelle renoviert, wobei der bildende Künstler Emil Wachter die Fenster gestaltete.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1996 schlossen sich das Marienhospital Altenessen und das St. Vincenz Krankenhaus Stoppenberg zu den Katholischen Kliniken Essen-Nord zusammen, und 1999 begann eine Kooperation des katholischen Philippusstiftes Borbeck mit dem evangelischen Bethesda-Krankenhaus in Borbeck. Fünf Jahre später wurden die Katholischen Kliniken Essen-Nord als Holding um das Philippusstift Borbeck erweitert, bevor 2006 das Bethesda-Krankenhaus aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden musste. Im Jahre 2009 erfolgte der endgültige Zusammenschluss der Katholischen Kliniken Essen-Nord mit dem Philippusstift Borbeck. 2012 wurde mit der Umbenennung der Katholischen Kliniken Essen-Nord in Katholisches Klinikum Essen ein einheitliches Unternehmens-Erscheinungsbild eingeführt. Gesellschafter sind die drei katholischen Pfarreien in Altenessen, Borbeck und Stoppenberg, sowie die Kosmas und Damian GmbH, eine Beteiligungs- und Entwicklungsgesellschaft für die langfristige Existenzsicherung katholischer Krankenhäuser im Bistum Essen. Seit 2014 führt die medicoreha Welsink Akademie mit ihren staatlich anerkannten Fachschulen für Physiotherapie und Ergotherapie für ihre Auszubildenden die praktische Ausbildung im Katholischen Klinikum Essen durch.[2]

Fachgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betriebsteil St. Vincenz-Krankenhaus
Betriebsteil Marienhospital Altenessen
Betriebsteil Philippusstift

Zentren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medizinisches Versorgungszentrum Essen-Nord-West gGmbH (MVZ)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Medizinische Versorgungszentrum des Katholischen Klinikums Essen entstand im Jahr 2009 auf dem Gelände des Philippusstiftes in Borbeck aus einer Kooperation des KKE mit der von Familie Schmeck in dritter Generation geführten Facharztpraxis für Innere Medizin. In enger Verzahnung mit dem Leistungsspektrum des KKE wird die ambulante medizinische Versorgung in der näheren Region gewährleistet. Zur medizinischen Bandbreite des MVZ gehören als Schwerpunkte:

Patientenmagazin „Gesund in Essen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Mai 2014 gibt das Katholische Klinikum Essen ein Patientenmagazin heraus, das zweimal im Jahr – jeweils im Frühjahr und im Herbst – in einer Auflage von derzeit jeweils 116.000 Exemplaren im Großraum Essen verbreitet wird.

Neben der Präsentation der eigenen Häuser stehen Berichte über aktuelle medizinische Entwicklungen im Vordergrund. Dazu kommen neben dem eigenen Personal regelmäßig Fachleute von bundesweiter Bedeutung als Autoren oder in Interviews zu Wort.

Bekannte Mediziner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Handbuch des Erzbistums Köln, 23. Ausgabe, J. P. Bachem, Köln 1933, SS. 207, 221, 235.
  • Die Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern von der hl. Elisabeth zu Essen, zusammengestellt von Schwestern der Genossenschaft, Verlag F. Schmitt, Siegburg, 1957.
  • Handbuch des Bistums Essen, 1. Ausgabe, Ludgerus-Verlag, Essen 1960, SS. 169, 178, 184.
  • Marienhospital Altenessen. Denkschrift zum Neubau des Krankenhauses, allservice Osnabrück, 1974.
  • 1888 – 1988. 100 Jahre Marienhospital Altenessen, Festschrift hrsg. vom Marienhospital Essen, druck-team Hütte Essen, 1988.
  • 100 Jahre Philipusstift Essen-Borbeck, Festausgabe der Borbecker Nachrichten vom 13. Mai 1994, Nr. 19, hrsg. vom Verlag Borbecker Nachrichten Wilhelm Wimmer GmbH & Co. KG.
  • Arne Thomsen: Katholisches Krankenhauswesen im Ruhrrevier. Entwicklungen und Akteure von den Anfängen der Industrialisierung bis zum Ersten Weltkrieg, Aschendorff, Münster 2012, ISBN 978-3-402-14621-7.
  • Ralph Eberhard Brachthäuser: Vom Umweltpionier zum Medizinischen Versorgungszentrum des Katholischen Klinikums Essen. Der Arzt Dr. Clemens Schmeck, in: Gesund in Essen, Heft 4, 2015/16, S. 13.
  • Warum ambulante neurologische Rehabilitation? Rehabilitationsmedizinische und kaufmännische Grundlagen zur Errichtung eines Rehabilitationszentrums, Horst Gerhard, Matthias Suchanek, Oliver Gondolatsch, 2016, ISBN 978-3-95663-073-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Borbecker Nachrichten vom 9. November 1984.
  2. medicoreha Welsink Akademie