Kendrion

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Kendrion N.V.

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Rechtsform N.V.
Gründung 1911
Sitz Zeist (Niederlande)
Mitarbeiterzahl 2.465
Umsatz 448,6 mio EUR
Branche Antriebstechnik; Geschäftsbereich Industrial: Bremsen & Kupplungen, Steuerungstechnik, Pneumatik- und Fluidtechnik, Magnettechnik; Geschäftsbereich: Automotive: Commercial Vehicles, Passenger Cars
Website kendrion.com
Stand: 2018

Wilhelm Binder
Firmenansicht Kendrion Villingen

Kendrion N.V. ist ein Entwickler, Lösungsanbieter, Hersteller und Vermarkter von elektromagnetischen Aktuatoren und zugehörigen Subsystemen in Automobil- und Industriemärkten in Europa, den USA und Asien. Die Geschäftstätigkeit von Kendrion gliedert sich in fünf Business Units mit jeweils eigenen Zielmärkten: Industrial Magnetic Systems, Industrial Control Systems, Industrial Drive Systems, Passenger Cars und Commercial Vehicles. Der Unternehmensgruppe gehören 13 Standorte in Amerika, Asien und Europa an.

Kendrion ist Mitglied im Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden.[1]

Geschäftsbereiche von Kendrion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Industrial Magnetic Systems[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung und Produktion von kundenspezifischen elektromagnetischen Lösungen zum Schalten, Verriegeln, Halten und Positionieren.

Industrial Control Systems[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung und Fertigung von Ventilen für Gase und Flüssigkeiten, Magneten für die Verschlusstechnik und optische Shutter sowie Entwicklung und Fertigung von Steuerungstechnik und elektromechanischen Systemen.

Industrial Drive Systems[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung und Herstellung von elektromagnetischen Bremsen und Kupplungen für industrielle Anwendungen wie Robotik & Automation, Windenergie, Medizintechnik oder Aufzüge.

Passenger Cars[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung und Produktion intelligenter Ventiltechnik für Diesel-Common-Rail- und Benzinventile, alternative Antriebe und E-Antriebe, aktive Dämpfersysteme, Motor- und Thermomanagement, Getriebe, Soundsysteme und elektronische Steuerungen.

Commercial Vehicle Systems[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung und Produktion von Elektromagnetkupplungen für die Frontmotorkühlung, Winkelgetriebesystemen für die Heckmotorkühlung, Kupplungen zum Schalten von Nebenaggregaten, kundenspezifischen Regelventilen und Spulen, Schwingungstilgern, Druckschaltern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kendrion wurde 1859 unter dem Namen Schuttersveld gegründet, einem in der Textilindustrie seit über einem Jahrhundert bekannten Namen aus dem niederländischen Enschede. Das Jahr 1984 markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des Unternehmens: Kendrion machte einen Start in eine vielversprechende, neue Richtung.

In den folgenden Jahren integrierte Kendrion die Firmen: Thoma, Neue Hahn und Magnet AG (1999), Linnig Group (2007), Tri-Tech (2008), Magneta GmbH & Co. KG (2010), FAS Controls Inc. (2011) and Kuhnke AG (2013).

Binder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1911 – 1920

Die Beschäftigung mit Elektromagneten begann im Jahr 1911, als der 20 Jahre alte Firmengründer Wilhelm Binder sich mit Rudolf Moog und einem Startkapital von 8.500 Mark selbständig machte und mit der Herstellung von Präzisionsteilen begann. Nach zwei Jahren zahlte Wilhelm Binder seinen Partner aus und mietete ein größeres Fabrikgebäude. Als Wilhelm Binder im 1. Weltkrieg zur Armee eingezogen war, übernahm seine Frau Ursula die Leitung des Unternehmens.

1920 – 1938

Nach dem Krieg hörte Wilhelm Binder von einer großen amerikanischen Erfindung, die das Prinzip des Elektromagnetismus nutzte. Binder beschäftigte sich mit dieser Neuheit und drückte sogar wieder die Schulbank, um sich Kenntnisse über den Elektromagnetismus anzueignen, die er zuerst für die Positionierung von Präzisionsteilen auf den Maschinen anwendete. Doch schon bald entwickelte sich die neue Technik zur Haupttätigkeit des Unternehmens. Angeregt von dem Erfolg seiner ersten Erfindung brachte Binder ständig neue patentierte Erfindungen auf den Markt. In 25 Jahren wuchs die Belegschaft von Binder auf 400 Mitarbeiter.

1938 – 1997

1938 wurde Binders Sohn in das Unternehmen aufgenommen. Er entwickelte einen revolutionären, patentierten Magneten für die Hydraulik in Flugzeugen. Nach der Zwangsenteignung musste er seine Erfindung jedoch ohne Entschädigung mit verschiedenen anderen Unternehmen teilen. Nach dem 2. Weltkrieg musste die Firma buchstäblich von Grund auf neu aufgebaut werden. Nachdem 1951 ein neues Fabrikgebäude zur Verfügung stand, konnte Binder 1953 seinen Traum wahr machen und sein Unternehmen unter großem Beifall auf der Hannovermesse vorstellen. Doch der Erfolg forderte einen hohen Preis: Am letzten Messetag starb Wilhelm Binder an einem Herzinfarkt. Sein Sohn, Wilhelm Binder, übernahm die Leitung.

1997 – heute

Unter Wilhelm Binder entwickelte sich das Unternehmen weiter, und im Laufe der Jahre wurden über 40 Patente erfolgreich angemeldet. Doch das Familienunternehmen erlebte auch schwierigere Zeiten, in denen Arbeitnehmer entlassen und die Erwartungen gedrosselt werden mussten. Doch im Gegensatz zu vielen Konkurrenten konnte Binder das Fortbestehen des Unternehmens sichern, indem er es 1997 an Schuttersveld verkaufte.

Mitte 2001 entschloss sich das Unternehmen zur Änderung seines Namens von Schuttersveld in Kendrion, um so die deutliche Fokussierung auf führende Positionen in Nischenmärkten im Business-to-Business widerzuspiegeln, mit einem gesunden, eigenständigen Wachstum und Ertrag als Hauptaugenmerk.

Kuhnke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kuhnke wurde 1928 von Hellmut Kuhnke und Friedrich-Willhelm Berger in Kiel, Schleswig-Holstein, gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog Kuhnke nach Malente und die Herstellung von Relais begann, die den Grundstein einer langen Tradition mit Universalrelais bildeten.

Magnettechnologie und Pneumatik folgten vor mehr als 50 Jahren und eine langjährige Erfahrung in allen drei großen Bereichen wurde aufgebaut. 1972 kam ein breites Know-how im Bereich Technologieelektronik hinzu. Darüber hinaus vervollständigt die Sound-Technologie das Produktportfolio seit einigen Jahren.

Die internationale Ausrichtung von Kuhnke begann 1998 mit der Eröffnung einer zweiten Produktionsstätte in Rumänien, die in den letzten Jahren schrittweise erweitert wurde. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde das Unternehmen in die beiden Geschäftsbereiche Kuhnke Automotive und Kuhnke Automation aufgeteilt.

Im Jahr 2013 wurde die Kuhnke AG Teil von Kendrion, wobei die beiden Unternehmen in Kendrion Kuhnke Automotive und Kendrion Kuhnke Automation umbenannt wurden.[2]

Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kendrion N.V. integrierte im Laufe der Jahre verschiedene Marken, wie bspw. Linnig, Neue Hahn Magnet und Thoma Magnettechnik. 2011 wurde das amerikanische Unternehmen FAS Controls in Shelby zugekauft und 2013 die Kuhnke AG mit Hauptsitz in Malente.

Kuhnke Logo.jpg  Kendrion-Linnig.png  Kendrion binder.svg     Kendrion thoma.svg     Kendrion hahn.svg      

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Zeit als Herausforderung. Kendrion Binder Magnete, Villingen 1986.
  • Annual Report Focused Acceleration. Kendrion N.V, 2006.
  • Almanach 2005 – Die Kendrion Binder Magnete GmbH Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis, S. 73–76.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. wvib - wirtschaftsverband industrieller unternehmen in baden e. V. - Mitgliedsunternehmen. Abgerufen am 6. März 2019.
  2. Geschichte von Binder & Kuhnke. Abgerufen am 6. März 2019.