Kermes

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Dieser Artikel befasst sich mit Kermes als Farbstoff. Für weitere Bedeutungen siehe Kermes (Begriffsklärung).
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Mit Kermes werden drei verschiedene Färbemittel bezeichnet.

Tierischer Kermes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Karmin

Tierische Kermesbeeren oder -körner, Scharlachbeeren, Purpurkörner, Alkermes, (lateinisch Grana kermes, französisch Grains d'écarlate, englisch Scarlet berries) bestehen aus den getrockneten trächtigen Weibchen mancher Schildläuse, der Kermes-Schildlaus (Kermes vermilio) oder der polnischen Kermeslaus (Porphyrophora polonica) sowie der armenischen Kermeslaus (Porphyrophora hamelii). Das Weibchen bildet nach der Befruchtung viel roten Farbstoff Karmin (der z. B. auch in Cochenilleschildläusen enthalten ist) und eine so große Menge an Eiern, dass es kugelförmig anschwillt. In diesem Zustande werden die Tiere gesammelt, durch Besprengen mit Essig getötet und an der Luft getrocknet. Dabei bilden sich glatte oder etwas runzelige, dunkelrotbraune, zum Teil auch violette, den Korinthen ähnliche Körner. Tierische Kermesbeeren dienen noch heute im Orient als Färbematerial.

Pflanzliche Kermesbeeren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Kermesbeeren

Pflanzliche Kermesbeeren sind die Früchte einer, von Virginia, nach dem südlichen Europa verpflanzten und dort verwilderten, in Österreich und Deutschland durch Vögel ausgebreiteten, mehrjährigen krautigen Pflanze, der amerikanischen Kermesbeere. Der enthaltene Farbstoff Betacyan (Phytolaccarot) ähnelt dem der Roten Bete. Er wurden früher zum Färben von Rotwein, Likör sowie Gebäck verwendet, wegen der stark abführenden Wirkung wurde dies jedoch verboten. Auch wurde er zum Einfärben von Korbwaren, Wolle, Seide, Leder und für Schminke verwendet.[1][2] Die indische Kermesbeere und die zweihäusige Kermesbeere wurden ebenfalls zum Färben verwendet.[3]

Mineralischer Kermes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mineralischer Kermes (Doppelverbindung von Antimontrisulfid mit Antimontrioxid)[4] oder Kartäuser­pulver, ist ein zuweilen noch medizinisch verwendetes Antimon­präparat, das durch Kochen von Schwefelantimon mit Pottaschelösung entsteht. Beim Kochen der filtrierten Lösung fällt der Kermes als ein feines, leichtes, rotbraunes Pulver aus, das aus Schwefelantimon und Antimonoxid in wechselnden Verhältnissen besteht.[5] Oder eine aus Kermesit (Antimonzinnober) durch Behandlung mit Alkalien (z. B. Natriumcarbonat) erhaltene rotbraune Mineralfarbe.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Steglich, Burkhard Fugmann, Susanne Lang-Fugmann (Hrsg.): RÖMPP Lexikon Naturstoffe. Thieme, 1997, ISBN 3-13-749901-1, S. 494.
  2. Gerhard Eisenbrand, Peter Schreier: RÖMPP Lexikon Lebensmittelchemie. 2. Auflage, Thieme, 2006, ISBN 978-3-13-736602-7, S. 604.
  3. G. Frerichs, G. Arends, H. Zörnig: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. 2. Band K–Z, 2. Auflage, Springer, 1949, ISBN 978-3-642-49483-3, S. 439.
  4. Technische Universität Dresden: Routledge German Dictionary of Chemistry and Chemical Technology. 2. Band, 6. Auflage, Langenscheidt, 1997, ISBN 978-0-415-17336-0, S. 26.
  5. Meyers Großes Konversations-Lexikon. Band 1. Leipzig 1905, S. 581.
  6. Otto Lueger: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften. Bd. 5, Stuttgart, Leipzig 1907, S. 433.