King Penguin Books

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K 32 von Charles Dickens, A Christmas Carol (1946)

King Penguin Books ist eine englischsprachige Buchreihe des Verlags Penguin Books, die mit 76 Bänden zwischen 1939 und 1959 verlegt wurde.

Editionsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beginn am Anfang des Zweiten Weltkriegs, Herausgeberschaft, Typografen

Zu der Buchreihe (Abkürzung: K), deren erste Ausgaben im November 1939 in den Buchhandel kamen, wurde der englische Verleger Allen Lane durch die ihm aus Deutschland bekannte und dort seit 1912 am Markt erfolgreiche Insel-Bücherei angeregt. Die Herausgeberin der ersten fünf Titel, die zuvor im British Museum tätig gewesene Elizabeth Senior, kam 1941 bei einem Bombenangriff auf London ums Leben. 1942 sind dann auch keine Neuerscheinungen verzeichnet. Erst 1943 wurde die Reihe von dem aus Deutschland emigrierten Kunsthistoriker Nikolaus Pevsner, der bei K 62 (Medieval Carvings in Exeter Cathedral von C.J.P. Cave[1]) als Koautor selbst in der Reihe in Erscheinung trat, als literarischem und R.B. Fishenden als technischem Herausgeber fortgeführt. Für die Typographie zeichneten von 1947 bis 1949 Jan Tschichold und ab 1949 Hans Schmoller[1] verantwortlich.

Brief von N. Pevsner an eine Leserin von 1955
  • Auflagenhöhe

Über die genauen Auflagenhöhen bei den einzelnen Titeln liegen keine belastbaren Dokumente vor. Der Verleger Lane ging von anfangs notwendigen 20.000 Exemplaren aus, bevor ein Gewinn erzielt werden konnte.[2] Und Ende 1955 wies der Herausgeber N. Pevsner in einem Brief an eine Leserin zur Ablehnung ihres Themenvorschlags für die Reihe noch darauf hin, dass die Mindestauflage eines geplanten Titels bei 25.000 Exemplaren liegen sollte (Abb.). Allerdings wird die durchschnittlich verkaufte Auflage nur auf 10.000 bis 20.000 Stück je Titel geschätzt. So erreichten auch nur 18 Titel eine zweite Auflage.[2]

  • Einstellung der Reihe im Jahr 1959

Aufgrund der in den fünfziger Jahren ständig gestiegenen Druckkosten, die über den Ladenpreis weitergegeben werden mussten, sank die Nachfrage immer mehr. Zwar konnten 1953 und 1954 noch jeweils 4 neue Titel fertiggestellt werden. Danach hatten sich die Absatzschwierigkeiten aber schon so verfestigt, dass 1955 nur noch zwei Bände erschienen waren, nämlich K 73 (The Picture of Cricket von John Arlott[1]) und K 74 (Woodland Birds von Phyllis Barclay-Smith[1], erst 1957 mit K 75 (Monumental Brasses von James Mann[1]) der vorletzte folgen konnte und schließlich nach nochmals zwei Jahren mit dem letzten Reihentitel The Sculpture of the Parthenon (K 76, P.E. Corbett) die Buchreihe aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden musste.

Im englischsprachigen Raum - aber auch in Deutschland aufgrund der Nähe zur Insel-Bücherei - haben sich viele Sammler der thematisch vielfältigen und auch optisch attraktiven Reihe gefunden, die auch die verschiedenen Einbandvarianten und Auflagen zu erfassen suchen.

Ausstattung und Verkaufspreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Einbandgestaltung

Die ersten, von Elizabeth Senior herausgegebenen 5 Bändchen wurden mit einem einfarbigen Einband, der mit einem am Buchrücken entlanglaufenden andersfarbigen Streifenmuster verziert wurde, ausgeliefert. Bei den Ausgaben K 3 bis 5 kamen neben Pappeinbänden alternativ auch Broschuren vor. K 6 (British Shells von F. Martin Duncan[1]) wurde noch ähnlich den ersten 5 Bänden gestaltet, ihm fehlen jedoch schon die Randstreifen.

Ab K 7 ähnelt das Äußere der King Penguin Books dann bei vielen Titeln deutlich der Insel-Bücherei. Diese war dem neuen Herausgeber Nikolaus Pevsner aus seiner Zeit in Deutschland gut bekannt und wird deshalb bei der völligen Neugestaltung des Einbands Pate gestanden haben. So zeigen die meisten Bände in der Regel ein Motiv, das mit dem Inhalt des Bändchen im Zusammenhang steht und häufig rapportartig wiederholt wird. Allerdings kommen auch völlig selbständige grafische Umschlaggestaltungen zum Zuge, die teilweise historische Vorlagen aufgreifen.

Im Unterschied zur Insel-Bücherei, bei der bis etwa 1980 die Klebetechnik dominierte, wurden die in dieser Reihe verwendeten Titelschilder stets auf den Umschlagdeckel gedruckt. Auf dem Buchrücken befinden sich dann nochmals der Titel, ein Pinguin als Symbol der Reihe und zumeist die Bandnummer. Bei letzterer kam es bei K 56, „Early British Railway“[1] (Christian Barman), auf dem Rücken zu der falschen Nummernangabe „55“, die beim Schutzumschlag korrigiert wurde.

Der aus Sicht des Betrachters sonst stets nach rechts blickende Pinguin hat bei K 23, dem von dem Mykologen John Ramsbottom verfassten Band „Poisonous Fungi“ (Giftpilze), seinen Kopf nach links gedreht. Und bei K 7, „Fashions und Fashion Plates 1800-1900“ von James Laver[1], fehlt der Pinguin auf dem Buchrücken ganz und gar.

  • Illustrationen

Die Titel der Reihe wurden im Gegensatz zu den in der Insel-Bücherei früher überwiegenden reinen Textbändchen ausschließlich illustriert (Charles Dickens: A Christmas Carol (K 32, Der Weihnachtsabend)) oder mit einem in die Thematik einführenden Textteil zu einem Bildteil, wie z.B. The Picture of Cricket (K 7, Bilder vom Cricket) oder Egyptian Paintings (K 71, Altägyptische Wandmalereien), ediert. Zur Gestaltung der einzelnen Titel wurden vom Verlag häufig Buchkünstler beauftragt.

  • Schutzumschläge

Nach dem Zweiten Weltkrieg, ab 1951 generell - also auch für Nachauflagen älterer Titel - und zusätzlich bei den bereits 1949 herausgegebenen Bänden A Book of Scripts von Alfred Fairbank[1] (K 48) sowie Life in an English village mit einem Text von Noel Carrington[1] und Bildern von Edward Bawden[1] (K 51) wurden den Bändchen auch Schutzumschläge beigegeben, die die Optik des jeweiligen Bandes genau wiederholen.[3]

  • Verkaufspreise

Die ersten Ausgaben kosteten 1 Schilling. Dieser Preis erhöhte sich aber schrittweise, insbesondere nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, so dass K 68, 69 und 71 sowie die letzten vier Ausgaben (K 73 bis K 76) für 5 Schillinge verkauft wurden. Die Preise waren zumeist auf dem vorderen Klappentext angegeben. Bei durchgeführten Preiserhöhungen wurden ältere Lagertitel an dieser Stelle mit einem Preisaufkleber versehen.

Themen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der inhaltliche Bogen der Reihe reicht von mehreren Bändchen mit Naturthemen: British Birds on Lake, River and Stream (K 1, Britische Vögel in See, Fluß und Strom), A Book of Mosses (K 57, Ein Buch über Moose), über Landschafts- und Städtebeschreibungen aus Großbritannien: A Prospect of Wales (K 4, Eine Ansicht von Wales), Rudolph Ackermann's Cambridge, (K 69), bis zu Kunstbeschreibungen: The English Tradition in Design (K 34) oder Woodcuts of Albrecht Dürer (K 39, Holzschnitte von Albrecht Dürer).

Reihenwerbung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Angebot lieferbarer Bände präsentierte der Verlag in der Reihe selbst durch Einleger in die King Penguin Books und die Auflistung einer kleinen Auswahl von etwa einem Dutzend aktueller Reihentitel (A selected list of King Penguins) und teilweise auch einiger zu erwartender Bändchen (Forthcoming titles) auf der hinteren Klappe der Schutzumschläge. Darüber hinaus wurden die Titel auch in den allgemeinen Verlagsankündigungen von Penguin Books aufgeführt.

Übersetzungen und Nachauflagen außerhalb der Reihe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Pariser Verlagshaus Deberny et Peignot[4] erschien 1952 Fairbanks A Book of Scripts, dessen Einband von Jan Tschichold unter Rückgriff auf einen von 1547 stammenden Entwurf von Juan de Yciar[5][1] stammte, in der originalen Ausstattung in französischer Übersetzung.

Derselbe Band wurde revidiert und leicht vergrößert 1969 in der ebenfalls bei Penguin Books verlegten Reihe „Pelican Books“ als Broschüre und im Festeinband mit Schutzumschlag (Penguin Library Editions) sowie 1977 mit leicht verändertem und nunmehr rot-weißem Umschlagmuster bei Faber & Faber (London) als Broschüre verlegt.

In Vorbereitung der Olympischen Spiele in Mexiko-Stadt erlebte der Titel Magic Books from Mexico von Cottie Arthur Burland[1] (K 64) 1966 nochmals eine broschierte Nachauflage beim Verlag Édiciones Lara, México.

Ackermann's Cambridge (K 59) von Reginald Ross Williamson aus dem Jahr 1951 erschien nochmals 1985 mit unverändertem Umschlagmuster und wiederum mit Schutzumschlag bei Penguin Books.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Patrick Storrs Fox: Die King Penguins und die Insel-Bücherei. in: Bühler, Hans-Eugen, u.a. (Hrsg.): Inselbücherei. Mitteilungen für Freunde. Nummer 5. Insel Verlag Frankfurt am Main und Leipzig 1992, S. 27 ff. ISBN 3-458-16233-X
  • Russell Edwards: So much admired. Die Insel Bücherei and The King Penguins with checklists of the illustrated volumes. Salvia Books, Edinburgh 1988, 108 S.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m Vergleiche zu C.J.P. Cave, Hans Schmoller, John Arlott, James Mann, F. Martin Duncan, Phyllis Barclay-Smith, James Laver, Alfred Fairbank, Edward Bawden, Noel Carrington, Juan de Yciar und Cottie Arthur Burland sowie die frühe Eisenbahngeschichte Großbritanniens die englische Wikipedia.
  2. a b P.St. Fox: Die King Penguins und die Insel-Bücherei. Frankfurt am Main und Leipzig 1992, S. 31
  3. Vergleiche zu den Einbandentwürfen die Website Penguin First Editions.
  4. Vergleiche zum Verlag Deberny et Peignot die französische Wikipedia.
  5. Edwards: So much admired. Die Insel Bücherei and The King Penguins ... Salvia 1988, S. 82