Miniaturmalerei

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Elisabeth von Brandenburg (1510–1558), Miniaturmalerei im Privatbesitz, Braunschweigisches Landesmuseum. Es ist umstritten, ob es sich um eine zeitgenössische Darstellung handelt.

Miniaturmalerei ist ein Ausdruck für kleine und kleinste Malereien. Die Miniaturmalerei hat sich – in Abhängigkeit vom Malgrund und Sujet – in drei Ausprägungen zur eigenständigen Stilform entwickelt:

Mittelalterliche Buchillustrationen[Bearbeiten]

Miniaturen sind hier Feder- bzw. Pinselzeichnungen in Form von Ornamentik (z. B. Verzierungen am Blattrand, Gestaltung der Anfangsbuchstaben) und figürliche Darstellungen, die kostbare Handschriften des Mittelalters verzieren. Die Bezeichnung leitet sich von minium ab, dem lateinischen Wort für den roten Farbstoff Mennige. Der Einsatz von Minium in Handschriften lässt sich bis zu den ägyptischen Totenbüchern zurückverfolgen. Es wurde als deckende Farbe, einer Art Temperamalerei, auf Pergament aufgetragen. Mit der Möglichkeit der Papierherstellung wurden die Malereien mit deckenden (Gouache) oder lasierenden (Aquarell) Wasserfarben gestaltet – auch als Grisaille und teilweise mit dem Einsatz von Blattgold.

Berühmt ist in diesem Zusammenhang die islamische Miniaturenmalerei, die es eigentlich nur bei profanen Handschriften gab, da beim Koran stets die Kalligraphie im Mittelpunkt stand – manchmal aber auch mit ornamentalem Schmuck. Die ältesten Beispiele arabischer Miniaturenmalerei sind ca. 1000 Jahre alt. Profane Handschriften wurden hier mit szenischen Miniaturen ausgestattet – manchmal von Rand zu Rand. Im 13. Jahrhundert n. Chr. erreichte diese Kunstform ihren Höhepunkt. Bedeutend war hier die Schule von Bagdad, deren künstlerischer Einfluss bis in den Nordirak oder Syrien reichte. Im 14. und 15. Jahrhundert blühte diese Kunstform nochmals unter den Mamelucken in Ägypten und Syrien auf.

Persische Miniaturmalerei findet sich in Handschriften seit dem 13. Jahrhundert und erlebte ihren Höhepunkt im 15. Jahrhundert unter den Timuriden.

Kleine Bilder[Bearbeiten]

Miniaturen sind hier kleine Bilder, meist Porträts, die oft auf Elfenbein gemalt und mit einem Rahmen gefasst wurden.

Sammlungen[Bearbeiten]

Eine der bekannten größeren deutschen Sammlungen von Miniaturen ist die Sammlung Tansey in Verwaltung des Bomann-Museums in Celle.

Miniatur-Meister[Bearbeiten]

Miniatur von Jacques Augustin auf Elfenbein (8 cm); 1799
Leutnant Botha; (Miniaturmalerei von Moritz Michael Daffinger, um 1815)

Deutschland[Bearbeiten]

England[Bearbeiten]

Frankreich[Bearbeiten]

Italien[Bearbeiten]

Österreich[Bearbeiten]

Sein Porträt von Prinzessin Melanie Metternich, der dritten Ehefrau des einstigen österreichischen Außenministers Klemens Wenzel Metternich wurde bei Christie's in London Ende November 2007 für 36.500 Pfund an einen russischen Sammler verkauft.

Schweiz[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Claude-Henri Watelet: Der Isabey für Dilettanten. Oder elementarer Unterricht in der Aquarell- und Miniaturmalerei. Gropius, Berlin 1840.[1]
  • Stefanie Kristina Werner: Miniaturen. Große Malerei auf kleiner Fläche, Ausstellungs- und Bestandskatalog Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Digitalisat