Kirche der Heiligen Muttergottes (Teheran)

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Surb Astwazazin in Teheran, 2015

Die Kirche der Heiligen Muttergottes, auch Marienkirche (armenisch Սուրբ Աստվածածին եկեղեցի Surb Astwazazin jekeghezi, persisch کلیسای مریم مقدس Kelise-ye Maryam Moghades), ist eine Kirche in der iranischen Hauptstadt Teheran, die im Jahre 1945 geweiht wurde. Sie gehört zur Diözese Teheran der Armenisch-Apostolischen Kirche und liegt im Teheraner Stadtzentrum.

Standort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche der Heiligen Muttergottes steht zwischen der Masud-e-Sad-Straße und der Mirza-Kutschak-Khan-Straße unweit der Dschomhuri-Allee im Stadtzentrum Teherans.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während und nach der Zeit des Völkermordes an den Armeniern im Osmanischen Reich und nach dem Verlust ihrer Heimat an die Türkei fanden etwa 50.000 Armenier Zuflucht im Iran. Nach der Zerschlagung der Demokratischen Republik Armenien, der Errichtung der Armenischen SSR 1920 und den nachfolgenden Säuberungen unter Josef Stalin überquerten weitere Flüchtlinge aus Armenien die Grenze in den Iran, unter ihnen Nikolai Lauri aus Bergkarabach, der spätere Architekt der Teheraner Marienkirche. So nahm die Anzahl der Armenier – mehrheitlich Angehörige der armenischen apostolischen Kirche – in der iranischen Hauptstadt stark zu, und es zeigte sich die Notwendigkeit, eine neue Kirche zu bauen. Am 17. April 1937 kamen Mitglieder der armenisch-apostolischen Gemeinde in Teheran zusammen, und der armenische Architekt Nikolai Lauri wurde gebeten, einen Plan vorzustellen für die Errichtung einer neuen Kirche auf Grundlage eines Budgets von 60.000 Toman. Nikolai Lauri starb jedoch bereits 1939, und der Plan wurde von Nikolai Markow verwirklicht. Roman Isajan (in Russland Isajew genannt) finanzierte den Bau der Kirche, der 100.000 Toman kostete. Die Bauarbeiten begannen am 17. April 1938 unter Beteiligung zahlreicher Armenier und Geistlicher aus den Kirchen Teherans. Das Kirchengebäude war 1938 fertig, wurde aber erst 1945 von Karekin I. von Kilikien als Kirche der Heiligen Muttergottes (Surb Astvatsatsin) konsekriert.[1][2][3][4]

Von 1945 bis 1960 war die Kirche der Heiligen Muttergottes Sitz der armenischen Diözese Teheran und Residenz des Erzbischofs, die aber später beide zur 1970 fertiggestellten neuen Sankt-Sarkis-Kathedrale verlegt wurden. Am 13. Februar 2002 wurde das Kirchengebäude von der iranischen Organisation für Kulturerbe und Fremdenverkehr als Kulturdenkmal unter der Nummer 7237 registriert.[5]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprünglichen Baupläne der Kirche sind nicht erhalten, doch wurden die Architekten offensichtlich von der Architektur armenischer Kirchen aus dem siebten und zehnten Jahrhundert inspiriert. Die aus grauem Basaltstein gebaute Kirche hat eine Größe von 32,5 Meter mal 19,8 Meter und nimmt eine Fläche von etwa 550 m² ein. Wie andere armenische Kirchen hat sie die Form eines Kreuzes, und ihr Altarraum liegt an der Ostseite. Die Kirche hat zwei Kuppeln, eine größere und eine kleinere. Die Hauptkuppel ist mehr von byzantinischer als von armenischer Architektur beeinflusst. Der Haupteingang der Kirche befindet sich an der Westseite.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ویکتور دانیل، بیژن شافعی و سهراب سروشیانی، معماری نیکلای مارکُف (تهران: ۱۳۸۲)
    [Victor Daniel, Bijan Shafei and Sohrab Sarshiani: Nikolai Markows Architektur. Teheran 2003.]
  • دانشنامهٔ تاریخ معماری ایرانشهر. سازمان میراث فرهنگی و گردشگری ایران.
    [Encyclopedia of the history of Iranshahr architecture. Cultural Heritage and Tourism Organization of Iran.]
  • پروندههای ثبت آثار ملی ایران (Memento vom 23. Oktober 2015 im Internet Archive)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirche der Heiligen Muttergottes Teheran – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Informationstafel an der Kirche der Heiligen Muttergottes in Teheran, 2015.
  2. a b ویکتور دانیل، بیژن شافعی و سهراب سروشیانی، معماری نیکلای مارکُف (تهران: ۱۳۸۲) [Victor Daniel, Bijan Shafei and Sohrab Sarshiani, Nikolai Markov’s Architecture. Tehran: 2003.]
  3. Յովիկ Մինասեան (Yovik Minasian). ԱՄԵԱԿ - Ռոման Բաղդանի Իսայեան (1889-1966), Ս. Աստւածածին եկեղեցու օծման 70-ամեակի առթիւ [AHEAK - Roman Baghlan Isayan Isayev (1889-1966), aus Anlass des 70. Jahrestags der Konsekration der Kirche St. Astvatsatsin]. Alik (Ալիք) online, 5. September 2015.
  4. Թեհրանի Ս. Աստւածածին եկեղեցու 70-ամեակի տօնահանդէսը՝ «Կոմիտաս» սրահում. Alik (Ալիք) online, 24. November 2015.
  5. پروندههای ثبت آثار ملی ایران (Memento vom 23. Oktober 2015 im Internet Archive) [Encyclopedia of the history of Iranshahr architecture. Cultural Heritage and Tourism Organization of Iran.]