Kladde

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Kladde

Eine Kladde (seit dem 17. Jahrhundert im Niederdeutschen belegt, eigentliche Bedeutung ‚Schmutz‘, ‚Schmiererei‘) oder Stratze[1] ist ein vorläufiger Entwurf, ein Konzept und davon abgeleitet, vermutlich als Kurzform von „Kladde-Buch“,[2] ein Schmier-, Skizzen-, Notiz- oder vorläufiges Geschäftsbuch (Vorbuch). Gleichbedeutend ist das französische Lehnwort Brouillon.[3]

Kladden sind in der Regel fest gebunden und enthalten je nach Verwendungszweck entweder leere (blinde) Seiten oder solche, die mit Linien oder Tabellen für Eintragungen vorbereitet sind. Der Inhalt von Kladden zur Buchführung (auch Strazzen genannt) wird anschließend in Grund-, Haupt- oder Rechnungsbücher übertragen. Eine Schießkladde bezeichnet beim Militär ein Heft oder Buch, in welches die ausgegebene und wieder zurückgegebene Munition eingetragen wird.

An norddeutschen Schulen wird die „Kladde“ vom „Reinschriftheft“ unterschieden. In Mittel- und Süddeutschland spricht man von Manuskript oder Konzept.

Berühmte Kladden sind das Sudelbuch von Kurt Tucholsky sowie die Sudelbücher von Georg Christoph Lichtenberg. Sie wurden ähnlich einem Tagebuch geführt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stratze. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Hirzel, Leipzig 1854–1961 (woerterbuchnetz.de, Universität Trier).
  2. Kladde. In: Johann Georg Krünitz (Hrsg.): Oeconomische Encyclopädie, oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirtschaft, in alphabetischer Ordnung. Band 39. Pauli, Berlin 1787, S. 303 (mit weiteren Bezeichnungen: „Kladder-Buch“,Schmutz-Buch, in einigen oberdeutschen Gegenden das Klätt-Buch, Kleck-Buch, Klitter-Buch, Sudel-Buch. Von dem im g.[emeinen] L.[eben] üblichen kleien, klittern, schlecht schreiben“).
  3. Siehe etwa Novalis’ „Materialien zur Enzyklopädistik“: Novalis: Das Allgemeine Brouillon 1798/99. In: Werke, Tagebücher und Briefe Friedrich von Hardenbergs. Hrsg. von Hans-Joachim Mähl, Richard Samuel. Bd. 2, Hanser, München/Wien 1978, S. 473–720.