Klima-Schneepflug

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Klima-Schneepflug Bauart Knittelfeld der ÖBB auf der Arlbergbahn in der Haltestelle Schnann in Österreich
Schneepflug Meiningen W im Werk Meiningen
Klima-Schneepflug im Deutschen Dampflokomotiv-Museum, Seitenansicht

Klima-Schneepflüge werden zum Räumen von Schneehöhen bis zu 1,50 Metern Höhe auf Gleisen eingesetzt; davor waren lediglich Schneehöhen bis 0,40 Meter beräumbar. Diese Eisenbahn-Schneepflüge sind nach dem österreichischen Konstrukteur und Erfinder Rudolf Klima benannt, der sie erfand und patentieren ließ.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis in die 1920er Jahre wurden Lokomotiven mit Schneeräumblechen ausgerüstet, die lediglich in der Lage waren, Schneehöhen bis 40 cm zu räumen. Der österreichische Konstrukteur und Erfinder Rudolf Klima aus Saalfelden montierte Anfang der 1920er Jahre auf einem Schlepptender Schneeräumschilde, der von einer Schublokomotive geschoben wurde. Dieses Räumsystem war ab 1926 einsatzfähig und eröffnete eine verbesserte Möglichkeit der Schneeräumung.[1]

Technische Möglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Klima-Schneepflug wurde geschoben, das Personal befand sich in einer geschlossenen geschützten Arbeitskabine, die Räumgeschwindigkeit betrug maximal 60 km/h und sowohl nach rechts als auch nach links waren Auswurfweiten des Schnees von mehr als 10 Metern möglich. Es konnte eine Räumbreite von 4,80 Metern erzielt werden und die Schneeräumung wurde 8 cm über dem Gleisbett und 8 cm über der Schienenoberkante ermöglicht. Eine Wechselsprechanlage zwischen Lokführer und Schneepflugmannschaft bot ab der zweiten Generation der Klima-Schneepflüge eine Verständigungsmöglichkeit und in der Arbeitskabine des Klima-Schneepflugs konnte vom Bedienerstand aus eine Bremsung eingeleitet werden.

Schneeräumung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frontansicht eines Klima-Schneepflugs im Deutschen Dampflokomotiv-Museum

Die in der Mitte geteilten Räumschilde konnten durch Druckluft mit Drücken bis 8 bar seitlich und in der Höhe verstellt werden. Die Pflugschare standen senkrecht in ihrer Grundstellung keilförmig zur zweiseitigen Räumung. Mit den beweglichen Räumschilden war es möglich, die Schilde so zu verstellen, dass nach rechts oder nach links geräumt werden konnte. Dies war zum Schneeräumen zweigleisiger Strecken nötig. Zusätzlich waren sie mit einem keilförmigen Spur-Innenräumer ausgerüstet.

Zur Bedienung wurden zwei oder drei Personen eingesetzt: Ein streckenkundiger Fahrleiter, der der Schublokomotive über die Signalanlage am hinteren Ende des Schneepflugs Anweisungen über die erforderliche Geschwindigkeit durchgeben konnte und auch Weisungen für die Vor- und Rückfahrt erteilte. Neben dem Fahrleiter befand sich der Bediener des Schneepflugs in der Kabine und ggf. ein Helfer.

Länder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Typ des Klima-Schneepflugs, der 1926 in Österreich eingesetzt wurde, hatte eine Räumbreite von 3,86 m. Die Trägerlokomotive lieferte Druckluft über die Bremsleitung und der Schneepflug war vor der Dampflokomotive anmontiert und besaß eine Arbeitskabine.[1]

In Österreich wurde der so genannte Klima-Schneepflug Bauart Knittelfeld in den 1970er Jahren in der Hauptwerkstätte der ÖBB für die Arlbergbahn hergestellt, ein weiterer Schneepflug, der Klima-Schneepflug Bauart Bludenz wird auf der Arlberg-Westrampe eingesetzt, die aufgrund des hohen Schneeaufkommens mit ölhydraulischen Systemen zum Steuern der Schilde und nicht mit Druckluft ausgerüstet ist. Dieser Schneepflug ist leicht an seiner tannengrünen Farbe erkennbar, die von der roten Standardfarbe der anderen Schneepflüge abweicht.[1]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aus E 36 02 umgebaute Klima-Schneepflug 1986

Die Deutsche Reichsbahn setzte im Jahre 1929 erstmals Klima-Schneepflüge in Deutschland ein, die die Firma Henschel aus Kassel nach dem Erwerb von Rechten nachbaute. Dabei wurden ausgemusterte Schlepptender wie auch ausgemusterte bayerische Elektrolokomotiven zu Klima-Schneepflügen umgebaut.[2] Zwei historische Klima-Schneepflüge befinden sich im Deutschen Dampflokomotiv-Museum und die umgebaute E-Lok E 36 02 im Bayerischen Eisenbahnmuseum.

Die Deutsche Reichsbahn baute von 1968 bis 1981 den Schneepflug Bauart Meiningen zunächst im Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Halberstadt, später im Dampflokwerk Meiningen in Thüringen. 1994 wurden 105 Schneepflüge dieser Bauart der Reichsbahn in die Deutsche Bahn AG eingebracht. 1999 waren davon nur noch 30 Fahrzeuge bei der Deutschen Bahn AG vorhanden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Information auf arlbergbahn.at, abgerufen am 1. Februar 2010.
  2. Klima-Schneepflug auf hev-ev.de, abgerufen am 1. Februar 2010.