Klinikum Erfurt

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HELIOS Klinikum Erfurt
Trägerschaft HELIOS Klinikum Erfurt GmbH
Ort Erfurt
Bundesland Thüringen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 59′ 31″ N, 11° 0′ 46″ O50.99194444444411.012777777778Koordinaten: 50° 59′ 31″ N, 11° 0′ 46″ O
Mitarbeiter ca. 2000
davon Ärzte 436
Fachgebiete 30
Website http://www.helios-kliniken.de/erfurt
Hauptgebäude des HELIOS Klinikums Erfurt

Das HELIOS Klinikum Erfurt ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt und Akademisches Lehrkrankenhaus der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Es ist Teil der Helios Kliniken GmbH, einem Unternehmensbereich des Gesundheitskonzerns Fresenius. Im HELIOS Klinikum Erfurt behandeln rund 2.000 Mitarbeiter (davon 436 Ärzte) jährlich über 52.000 Patienten vollstationär, mehrere Hundert teilstationär und über 146.000 ambulant. Mit 1.282 Betten und mehr als 30 verschiedenen Fachbereichen ist es die größte Klinik der Stadt.

Das Klinikum befindet sich auf einem weitläufigen Gelände an der Nordhäuser Straße im Norden der Stadt.

Das Klinikum ist 1994 aus der als Hochschuleinrichtung abgewickelten Medizinischen Akademie Erfurt hervorgegangen.

Kliniken[Bearbeiten]

Das HELIOS Klinikum Erfurt gliedert sich in mehr als 30 verschiedene Kliniken, Abteilungen, Institute und Zentren. Vertreten sind folgende Fachbereiche:

  • Allgemein- und Viszeralchirurgie
  • Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie
  • Angiologie
  • Apotheke
  • Augenheilkunde
  • Dermatologie und Allergologie
  • Diagnostische und interventionelle Radiologie und Neuroradiologie
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  • Gastroenterologie/Hepatologie, Endokrinologie / Diabetologie, Rheumatologie (2. Medizinische Klinik)
  • Geriatrie
  • Gefäßchirurgie und endovaskuläre Chirurgie
  • Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Plastische Operationenen
  • Hämatologie und internistische Onkologie, Hämostaseologie (4. Medizinische Klinik)
  • Kardiologie, Internistische Intensivmedizin (3. Medizinische Klinik)
  • Kinderchirurgie und Kinderurologie
  • Kinder- und Jugendmedizin
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
  • Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Plastische Operationen
  • Nephrologie
  • Neurochirurgie
  • Neurologie
  • Notfallzentrum
  • Nuklearmedizin
  • Orthopädie und Unfallchirurgie
  • Palliativmedizin und Schmerztherapie
  • Pathologie
  • Physikalische Medizin und Rehabilitation
  • Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin (1. Medizinische Klinik)
  • Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
  • Radiochirurgie und Prazisionsbestrahlung
  • Strahlentherapie und Radioonkologie
  • Thoraxchirurgie und thorakale Endoskopie
  • Urologie
  • Wirbelsäulenchirurgie

Zentren[Bearbeiten]

Zu den Kliniken kommen verschiedene Zentren, in denen mehrere Fachbereiche interdisziplinär zusammenarbeiten:

  • HELIOS Brustzentrum Erfurt
  • Beckenbodenzentrum
  • CyberKnife-Zentrum Mitteldeutschland
  • HELIOS Darmzentrum Erfurt
  • HELIOS Gefäßzentrum Erfurt
  • Giftinformationszentrum
  • HELIOS Hauttumorzentrum Erfurt (erstes Hauttumorzentrum Deutschlands [1] und von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert[2])
  • Zentrum für Innere Medizin (1.–4. Medizinische Klinik)
  • HELIOS Kopf-Hals-Tumorzentrum
  • Kinderschutzambulanz
  • Onkologisches Zentrum
  • Perinatalzentrum Level 1
  • HELIOS Prostatakarzinomzentrum Erfurt
  • Sozialpädiatrisches Zentrum
  • Thoraxzentrum
  • Tumorzentrum Erfurt e. V.
  • Versorgungszentrum für brandverletzte Kinder in Thüringen
  • Zentrum für Ästhetische Medizin

Geschichte[Bearbeiten]

Verwaltungsgebäude der Städtischen Krankenanstalten um 1900

Das Erfurter Klinikum ist aus den 1880 gegründeten Städtischen Krankenhausanstalten hervorgegangen. In Erfurt gab es zu dieser Zeit ein katholisches und ein evangelisches Krankenhaus, deren Kapazitäten aber nicht mehr ausreichten. Durch ein allgemeines, nicht konfessionell gebundenes städtisches Krankenhaus sollten diese Probleme beseitigt werden. Den Auftrag zur Ausarbeitung der Baupläne erhielt der damalige leitende Arzt des evangelischen Krankenhauses, E. A. Brehme. Bis 1882 entstanden auf einem Gelände am Nordrand der Stadt elf Bauten im Pavillonsystem, darunter z. B. ein Isolier-Pavillon für ansteckende Krankheiten, ein Direktorenhaus, ein Verwaltungsgebäude und eine Speise- und Waschküche. Später wurde das zwischen 1894 und 1896 errichtete Garnisonslazarett mit in das Gelände einbezogen.

Da durch das Wachstum der Stadt immer mehr Betten benötigt wurden, entstanden vor dem Ersten Weltkrieg eine Reihe von weiteren Pavillonbauten (Häuser 1, 3, 9 und 10 der Medizinischen Klinik). In den 1920er Jahren kam ein dreistöckiges Chirurgiegebäude (1926-1928) hinzu, das damals als das modernste Deutschlands galt. Ende der 1930er Jahre wurde ein Gebäude für Innere Medizin (Haus 11) errichtet, das nur einen Flügel einer großen zukünftigen Klinik bilden sollte, die dann jedoch wegen des Kriegsbeginns nicht weitergebaut wurde. Während des Zweiten Weltkrieges dienten die Städtischen Krankenanstalten auch als Reservelazarette.

1954 erfolgte ein großer Einschnitt in der Geschichte des Klinikums. Am 20. Juli 1954 entschied das Gesundheitsministerium der DDR, auch in Erfurt (wie im gleichen Jahr in Dresden und Magdeburg) eine neue medizinische Hochschuleinrichtung, die Medizinische Akademie Erfurt zu gründen. Die vorhandenen Kliniken bildeten den Grundstock, und die Medizinische Akademie konnte am 7. September feierlich eröffnet werden. Um den Anforderungen einer medizinischen Hochschuleinrichtung zu entsprechen, wurden verschiedene bauliche Maßnahmen vorgenommen. Mit Neubauten für die Bereiche Pathologie, Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde und Augenheilkunde sowie der Einrichtung von Hörsälen und verschiedenen Institutionen etablierte sich die Medizinische Akademie Erfurt als hochspezialisierte klinische Ausbildungsstelle für Ärzte. Vertreten waren nun auch die Neurologie und Psychiatrie. Die Kinder-, Haut- und Frauenklinik sowie die Orthopädische Klinik waren in Außenbereichen angesiedelt. Durch die Angliederung einer Medizinischen Fachschule im Jahre 1961 konnte mittleres medizinisches Personal ausgebildet werden. 1975 kam die Sektion Stomatologie (Zahnheilkunde) in einem Hochhausneubau hinzu.

Als im November 1992 durch Regierung und Landtag entschieden wurde, die Medizinische Hochschule Erfurt zu schließen, kam es zu großen Protesten. Gegner befürchteten nicht nur, dass sich die Studienbedingungen und die medizinische Betreuung verschlechtern würden, sondern auch, dass die medizinisch-wissenschaftliche Forschung vernichtet würde. Trotz anhaltender Proteste wurde die Medizinische Akademie Ende 1993 geschlossen. Mit den beiden Gesellschaftern Stadt Erfurt (zunächst 51% der Anteile) und Gesellschaft für Klinikmanagement (Berlin-) Teltow wurde die Klinikum Erfurt GmbH gegründet. 1997 erwarb die HELIOS GmbH zunächst 51 Prozent der Anteile, der Rest folgte 2002.

Der Neubau des Chirurgischen Zentrums war 2002 bezugsfertig

Mit dem Ziel, das Erfurter Klinikum für die Stadt und Region Mittelthüringen als ein leistungsfähiges Krankenhaus der Maximalversorgung zu erhalten, kam es zu weiteren Investitionen. So entstanden bis 1998 auf dem Klinikgelände Neubauten für die Fachbereiche Nuklearmedizin und Strahlentherapie. Durch den Bau des Chirurgischen Zentrums wurden alle chirurgischen Fachbereiche unter einem Dach vereint. In die bisherige Klinik für Chirurgie zog ein Zentrum für Frau, Mutter und Kind ein (Frauen- und Kinderklinik). Im rekonstruierten Gebäude für Innere Medizin (frühere HNO- und Augen-Klinik) wurden die Gastroenterologie, Endokrinologie, Diabetologie, Hämatologie, Onkologie, Nephrologie, die Dermatologie und das Thoraxzentrum angesiedelt. 2003 eröffnete das Frau-Mutter-Kindzentrum mit Perinatalzentrum Level 1, Geburtshilfe und Neonatologie. Der Umbau von vier Stationen zur Privatklinik wurde ebenfalls in diesem Jahr abgeschlossen. Mit dem Umzug des Sozialpädiatrischen Zentrums an die Nordhäuser Straße war ab 2004 das gesamte Klinikum auf einem Gelände vereint.

In den folgenden Jahren kam es immer wieder zu Neu- und Umbaumaßnahmen. So wurden eine Palliativstation und ein externer Montessori-Kindergarten eingerichtet, die Erwachsenen- sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie und das Zentrum für Geriatrie (Altersheilkunde) zogen in neue Räumlichkeiten. Im Februar 2011 kam es auf dem Klinikgelände zu einer großen Umzugsaktion: Die im Klinikum integrierte Apotheke, eine der größten Thüringens, die auch drei weitere HELIOS Kliniken sowie die Rettungsdienste im Umland beliefert, fand nach 66 Jahren ein neues Domizil mit modernen Laboren und einer technisierten Medikamentenausgabe. In der ersten Jahreshälfte 2013 wurde das Notfallzentrum umgebaut. Ein modern gestalteter Wartebereich sowie neue Untersuchungs- und Behandlungsräume entstanden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Allgemeine vom 29. Juli 2011
  2. Deutsche Krebsgesellschaft: Zertifizierte Hautkrebszentren

Weblinks[Bearbeiten]