Palliativstation

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Palliativstationen sind stationäre Einrichtungen der Palliativmedizin an Krankenhäusern. Sie entstanden im Rahmen der Hospizbewegung als weiteres Angebot neben ambulanter Begleitung und stationärer Hospizversorgung. Ihr Ziel ist es, Menschen mit einer fortgeschrittenen unheilbaren Krankheit (wie beispielsweise Krebs, AIDS oder ALS) durch medizinische, pflegerische und andere Maßnahmen eine weitgehende Linderung der Symptome zu verschaffen, so dass die verbleibende Lebenszeit mit einer möglichst hohen Lebensqualität wieder zuhause verbracht werden kann. Sollte eine Entlassung nicht mehr möglich sein, stellt die Palliativstation dem Sterbenden angemessenen Raum und Begleitung zur Verfügung.

Als Krankenhausstation stehen den Patienten einer Palliativstation einerseits alle Möglichkeiten eines Krankenhauses zur Verfügung, wie zum Beispiel ärztliche Versorgung zu jeder Zeit. Andererseits ist die räumliche Gestaltung meist wohnlicher und die Gesamtatmosphäre ruhiger als auf anderen Krankenhausstationen. Zudem gilt in der medizinischen Behandlung der Grundsatz, diagnostische oder therapeutische Maßnahmen nur dann anzuwenden, wenn sie einerseits dem Willen des Betroffenen entsprechen und andererseits mit hoher Wahrscheinlichkeit eine positive Auswirkung auf seine Lebensqualität haben.

Die Aufenthaltsdauer ist begrenzt, danach wird der Patient nach Möglichkeit in die häusliche Versorgung entlassen. Bei weiter bestehender Notwendigkeit einer medizinisch-pflegerischen Versorgung rund um die Uhr ist nach Absprache mit allen Beteiligten die Verlegung in ein Hospiz zu erwägen.

Finanzierung[Bearbeiten]

Palliativstationen sind in Deutschland als Akut-Stationen an Krankenhäusern realisiert und unterliegen dem dortigen Finanzierungssystem, so dass gesetzlich krankenversicherte Patienten den für stationäre Versorgung üblichen Eigenanteil aufbringen müssen. Die Finanzierung der wohnlichen Ausstattung einer Palliativstation und anderer Annehmlichkeiten kann der Krankenhausträger nicht aus dem Budget bestreiten, hierfür werden Spenden gesammelt.

Palliativ-Konsiliardienst[Bearbeiten]

Eine Sonderform der Palliativstation ist der so genannte Palliativ-Konsiliardienst, den es bereits vereinzelt in Krankenhäusern und Kliniken in Deutschland gibt. Dabei handelt es sich nicht um eine Station im klassischen Sinne. Vielmehr geht es dem stationsübergreifenden Palliativ-Konsiliardienst darum, den Bedarf des Patienten an Palliativmedizin zu ermitteln und entsprechend darauf einzugehen. So besteht der Palliativ-Konsiliardienst in manchen Zentren interdisziplinär aus Berufsgruppen von Medizin, Pflege, Sozialarbeit, Seelsorge und Krankengymnastik.

Literatur[Bearbeiten]

  • Janet Dunphy (2014): Kommunikation mit Sterbenden. Praxishandbuch zur Palliative-Care-Kommunikation. Swantje Kubillus (Hrsg.) Bern: Verlag Hans Huber, ISBN 978-3-456-85357-4
  • Student, Johann-Christoph; Bürger, Elisabeth: Stationäres Hospiz – Alternative oder komplementäre Einrichtung zur Palliativstation. In: Aulbert, Eberhard; Klaschik, Eberhard; Kettler, Dieter (Hrsg.): Beiträge zur Palliativmedizin, Band 5, Palliativmedizin – Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung. Schattauer, Stuttgart 2002, S.52-58
  • Student, Johann-Christoph & Napiwotzky, Annedore: Palliative Care : wahrnehmen – verstehen – schützen. Buch und DVD, Thieme, Stuttgart 2007 ISBN 9783131429414

Weblinks[Bearbeiten]