Kloster Maihingen

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Klosterkirche Maihingen
Kloster Maihingen, Stich von Anton Späth um 1720

Das Kloster Maihingen ist ein ehemaliges Kloster der Minoriten (Franziskaner-Konventualen) in Maihingen in Bayern in der Diözese Augsburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das der Unbefleckten Empfängnis geweihte Kloster wurde 1437 von Johann dem Ernsthaften, Graf von Oettingen, und seiner Familie auf Anregung des Dekans Konrad Rösers, Pfarrer von Maihingen, gegründet und 1473[1] dem Birgittenorden übertragen. Die Klosterwirtschaft, vor allem aber die Plünderung und teilweise Zerstörung des Klosters einschließlich der bedeutenden Bibliothek im Bauernkrieg von 1525 sind in den Aufzeichnungen der Priorin Walpurgis Scheffler anschaulich dokumentiert. Von 1607 bis 1803 war Maihingen ein Kloster der Minoriten. Das Kloster wurde 1802 im Zuge der Säkularisation dem Haus Oettingen-Wallerstein übereignet, das das Vermögen übernahm, den Minoriten aber den Verbleib im Kloster erlaubte. 1841 wurde in Maihingen die Oettingen-Wallersteinsche Bibliothek und Kunstsammlung untergebracht. 1946 wurde das Kloster an den Caritasverband verkauft und die Bibliothek auf die Burg Harburg verlegt. 1984 wurde nach Auflösung des Altenheims im ehemaligen Konventsgebäude das Katholische Evangelisationszentrum Maihingen (KEM) eingerichtet. Das KEM wurde im Mai 2013 umbenannt in Kloster Maihingen. Der Träger des Klosters ist die Gemeinschaft Lumen Christi e. V.

Baumeister-Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klosterkirche Maria Immaculata, Orgel

Die Orgel wurde von Johann Martin Baumeister (Eichstätt) 1734 bis 1737 in die neu errichtete Klosterkirche eingebaut. Nach der Säkularisation in Bayern wurde der Spieltisch wahrscheinlich 1803 versiegelt und die Orgel bis Ende des 20. Jahrhunderts nicht mehr gespielt. Erst nach einer Restaurierung durch die Firma G. F. Steinmeiyer (Oettingen) in den Jahren 1988 bis 1990 konnte die Orgel – nun erstmal mit elektrischem Motor versehen – wieder erklingen. Sie erklingt in leicht modifizierter mitteltöniger Stimmung.[2]

Disposition
II Hauptwerk CDE–c3
Bordon Copel 16′
Principal 8′
Quintatön 8′
Salecinal 8′
Gamba 8′
Spitzflauten 8′
Oktava 4′
Quint 3′
Super Octav 2′
Mixtur IV 1′
Cymbal III 12
I Rückpositiv CDE–c3
Copel 8′
Cythara mit der Flauten allein 8′
Flauten 8′
Principal 4′
Quint 3′
Gembshorn 2′
Mixtur III 1′
Pedal CDE–a0
Principal Bass 16′
Subbass 16′
Octav Bass 8′
Quint Bass 6′
  • Koppeln:
    • Abzug (Pedalkoppel zum Hauptwerk)
    • Manualschiebekoppel

Einspielungen mit der Barockorgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Äußeres der Klosterkirche

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aus den Jahrbüchern des Klosters Maria Mai im Rieß. Aufzeichnungen der Priorin Walpurgis Schefflerin über die Geschicke ihres Conventes i.J. 1525. Eine Quellenschrift zur Geschichte des Bauernkrieges im nordöstlichen Schwaben. Augsburg 1891.
  • Georg Lill (Hrsg.), Karl Gröber: Die Kunstdenkmäler von Bayern, VII (Schwaben), 1: Bezirksamt Nördlingen. R. Oldenbourg Verlag, München 1938, S. 268–291. (Nachdruck: R. Oldenbourg Verlag, München/Wien 1982, ISBN 3-486-50514-9). [nicht ausgewertet]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kloster Maihingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Schwaiger: Mönchtum, Orden, Klöster. C.H. Beck, 2003, ISBN 978-3-406-49483-3, S. 118. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  2. Joseph Kelemen: Die Baumeister-Orgel der Klosterkirche Maihingen. In: Die schönsten Orgeln 2013. St. Benno-Verlag, Leipzig 2012, ISBN 978-3-7462-3273-7

Koordinaten: 48° 55′ 42,2″ N, 10° 29′ 29,6″ O