Kloster Thierhaupten

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Kloster Thierhaupten
Hauptgebäude vom Innenhof aus

Das Kloster Thierhaupten ist eine ehemalige Abtei der Benediktiner in Thierhaupten in Bayern in der Diözese Augsburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inschriftentafel über Bau und Weihe der Sakristei in Thierhaupten, 1309 (Bayerisches Nationalmuseum, München)

Das St. Peter und Paul geweihte Kloster wurde durch Herzog Tassilo III. von Bayern im 8. Jahrhundert gegründet. Im Jahr 955 erfolgte eine Plünderung. Der Schwäbische Bund zerstörte das Kloster im Jahr 1504. Das Kloster wurde 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Der Besitz des Klosters wurde im April 1803 versteigert, die Klostergebäude an den Donauwörther Bürgermeister und Gastwirt Andreas Dietrich (1756–1828) verkauft. Der letzte Abt des Klosters, Edmund Schmid († 2. Dezember 1825), wirkte als Pfarrer in Thierhaupten und erwarb 1812 die Klosterkirche für die Pfarrei. Nach 180 Jahren privater, gutsherrschaftlicher Nutzung kaufte der Markt Thierhaupten 1983 die desolate Klosteranlage und sorgte für die dringend notwendige und umfangreiche Substanzsicherung und Sanierung, die gemeinsam von Gemeinde, Freistaat Bayern, Bezirk Schwaben und Landkreis Augsburg getragen wurde.

Klosterkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1170 erbaute und im Kern romanisch gebliebene Basilika erhielt zusammen mit den Konvent- und Ökonomiegebäuden um 1714 nach Plänen von Johann Jakob Herkommer ihr heutiges barockes Aussehen. Die dreischiffige Pfeilerbasilika ist seit 1809 katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul.

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten für das örtliche Vereinsleben, dem Klosterinnenhof als Veranstaltungsraum und einer Gastronomie in den Gewölberäumen der früheren Stallungen sind im Klosterkomplex vor allem überregionale Einrichtungen untergebracht:

  •  eine Schule der Dorf- und Landentwicklung,
  • die Außenstelle Schwaben der Abteilung für Vor- und Frühgeschichte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege,
  • das Bayerische Bauarchiv – eine bislang in der Bundesrepublik einmalige Einrichtung – mit den Werkstätten für Holz, Mineralien und Nassholzkonservierung für eine fachgerechte Fortbildung von in der Denkmalpflege tätigen Handwerkern. Ziel ist ferner die Sammlung und Erforschung historischer Baukonstruktionen und Ausstattungsteile. Der Bezirk Schwaben ist Träger der Einrichtung, das Landesamt für Denkmalpflege stellt das Fachpersonal und
  • die Akademie für Handwerkerfortbildung in der Denkmalpflege.

Der Freundeskreis Kloster Thierhaupten entstand mit dem Erwerb des Klosters durch die Gemeinde (1983) und hat rund 350 Mitglieder. Er wird weiterhin von Fritz Hölzl, den Bürgermeister zum Zeitpunkt des Erwerb, geführt und kümmert sich um die Geschichte und Kultur des Klosters, organisiert Ausstellungen, Führungen und Konzerte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nikolaus Debler: Geschichte des Klosters Thierhaupten. Donauwörth, 1908–1912 (Nachdruck: Thierhaupten 1984)
  • Geschichte, Sanierung und heutige Nutzung des Klosters Thierhaupten – Dauerausstellung der Heimatpflege des Bezirks Schwaben; Katalog. Augsburg, Bezirk Schwaben, 2000. ISBN 3-934113-01-X
  • Franz Häußler: Closter Thierhaupten – Geschichte in Bildern. Thierhaupten, Freundeskreis Kloster Thierhaupten e.V., 1989
  • Karl Bauer: Bildband Kloster Thierhaupten, 1985
  • Karin Hösch: Thierhaupten – ehem. Benediktinerkloster, Klostermühlenmuseum, Klostergasthof (Peda-Kunstführer). Passau, 2001. ISBN 3-89643-171-4
  • Kloster Thierhaupten – Sanierungsmaßnahme im Rahmen der Städtebauförderung. Augsburg, 2000

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kloster Thierhaupten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 33′ 41″ N, 10° 54′ 41″ O