Kloster Zangberg

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Kloster Zangberg ist ein Kloster der Schwestern der Heimsuchung Mariä in Zangberg in Oberbayern.

Klosterkirche Herz Jesu in Zangberg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gebäude gehen auf eine Burg aus dem Jahr 1000 zurück. 1285 wurde diese zur Veste erweitert und 1684–1715 nach einem Brand von Ferdinand Maria Franz Freiherr von Neuhaus als vierflügeliges Schloss um einen Innenhof umgebaut. Das Schloss war Sitz der Hofmark Zangberg. Ein Kupferstich von Michael Wening (Anfang 18. Jahrhundert) zeigt den eindrucksvollen, auf einer Anhöhe gelegenen Bau und die Parkanlagen. Die künstlerisch bedeutendsten, bis heute weitgehend unverändert erhaltenen Innenräume sind der Fürsten- und der Ahnensaal, in dem gelegentlich Konzerte veranstaltet werden.[1]

1862 verkaufte Carl Theodor Graf Geldern-Egmont die Gebäude an die Schwestern der Heimsuchung Mariä, einen Orden der Salesianerinnen. 26 Schwestern, vier Novizinnen und eine Kandidatin übersiedelten aus Dietramszell in das neue Kloster. Es ist als Kloster St. Josef bis heute im Besitz der Schwestern. Das Kloster betrieb eine Höhere-Töchter-Schule (Internat), deren berühmteste Schülerin wohl Zita von Bourbon-Parma war.

Ab 1941 mussten die Schwestern das Gebäude für mehrere Jahre verlassen; sie wohnten vorübergehend in der Villa Ortner (Schloss Geldern) in Palmberg.[2] Im beschlagnahmten Kloster sollte eine Munitionsfabrik errichtet werden. Dazu wurden zunächst Zwangsarbeiter aus Mettenheim angefordert, später wurde in Zangberg ein eigenes Lager mit etwa 60 Gefangenen eingerichtet, zum größten Teil Facharbeiter. Das Lager Zangberg war als nicht selbständiges Lager dem Lager Mettenheim, einem Teil des Dachauer KZ-Außenkommandos Mühldorf, zugeordnet. Amtlich erwähnt wurde das Lager erstmals kurz vor Kriegsende im März 1945.[3]

Im September 1946 konnte der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden.[4] Nachdem die Schule aufgelöst wurde, befinden sich in ihren Räumen heute die BSH Academy der BSH Hausgeräte GmbH (seit 2000) sowie Schulungsräume der Capgemini sd&m.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ursel Roth: Geschichten und Gerichte aus dem Kloster Zangberg. Kloster Zangberg, Zangberg u. a. 2002, ISBN 3-00-014597-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sankt Josef (Zangberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Weitere Angaben zu den Bauwerken des Klosters siehe Liste der Baudenkmäler in Zangberg.
  2. Ursel Roth: Geschichten und Gerichte aus dem Kloster Zangberg. Kloster Zangberg, Zangberg u. a. 2002, S. 49
  3. Soweit die Darstellung nach dem Artikel KZ-Außenkommando Mühldorf. Möglicherweise wurden die Gefangenen des Lagers Zangberg zudem auch zur Errichtung der Rüstungsanlage "Weingut I" herangezogen.
  4. Ursel Roth: Geschichten und Gerichte aus dem Kloster Zangberg. Kloster Zangberg, Zangberg u. a. 2002, S. 51

Koordinaten: 48° 16′ 29,3″ N, 12° 25′ 33,6″ O