Knäuel-Binse

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Knäuel-Binse
Knäuel-Binse (Juncus conglomeratus)

Knäuel-Binse (Juncus conglomeratus)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Binsengewächse (Juncaceae)
Gattung: Binsen (Juncus)
Art: Knäuel-Binse
Wissenschaftlicher Name
Juncus conglomeratus
L.
Bestand der Knäuel-Binse
Illustration

Die Knäuel-Binse (Juncus conglomeratus) ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Binsengewächse gehört. Das Art-Epitheton conglomeratus (lat.) = geknäuelt, gehäuft nimmt auf den kopfig zusammengezogenen Blütenstand Bezug.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Knäuel-Binse ist ein sommergrüner, mehrjähriger, Hemikryptophyt, der ohne Ausläufer oft in dichten Horsten wächst. Die dunkel- bis graugrüne Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 30 und 100 Zentimetern, bisweilen auch mehr. Die röhrigen, mit Mark gefüllten Stängel wachsen starr aufrecht und tragen feine Längsrippen. Sie tragen nur ein den Blütenstand überragendes Blatt. Die basalen, spreitenlosen Blattscheiden sind gelblich braun und stumpf.

Der Blütenstand ist eine scheinbar seitenständige, vielblütige Spirre. Diese ist oft kompakt kopfig zusammengezogen, seltener locker ausgebreitet. Die sechs gleich großen Perigonblätter sind zwischen 2,5 und 3,5 Millimeter lang. Sie sind lang zugespitzt, bräunlich, schmal hautrandig und meist länger als die Frucht. Die meist nur drei Staubbeutel sind länger als die Staubfäden und bandförmig. Die drei aufrechten Narben sind rot. Der Fruchtknoten ist dreimal so lang wie der Griffel. Die Früchte sind dreikantige Kapseln. Sie sind oben verbreitert und etwas eingesenkt. Der Griffel sitzt in dieser Vertiefung. Die Samen sind klein und rotbraun. Die Knäuel-Binse blüht zwischen Mai und Juli.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40 oder 42.[1]

Verbreitung und Standort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Knäuel-Binse ist in Europa, Westasien und Nordafrika beheimatet. Nach Nordamerika wurde sie vermutlich eingeführt.

Sie wächst in wechselfeuchten Ruderalfluren, in Feuchtwiesen, an Wegen, an Gräben und auch in Waldschlägen. Sie kommt vor allem in Gesellschaften des Verbands Juncion acutiflori, aber auch in bodensauren Gesellschaften der Verbände Molinion oder Calthion vor.[1]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Knäuel-Binse ist eine Halblicht- bis Volllichtpflanze. Ihr ökologischer Schwerpunkt liegt auf wechselfeuchten, sauren bis mäßig sauren, stickstoffarmen Böden.

Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch den Wind (Anemophilie). Die Diasporen werden ebenfalls durch den Wind verbreitet (Anemochorie) oder durch Anhaften im Fell oder im Gefieder von Tieren (Epizoochorie).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J. Grau, B. P. Kremer, B. M. Möseler, G. Rambold & D. Triebel: Gräser, Mosaik-Verlag, München 1996, ISBN 3-576-10702-9
  • H. Haeupler & Th. Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000. ISBN 3-8001-3364-4.
  • Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Ulmer, Stuttgart 1994. ISBN 3-8252-1828-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 148.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Knäuel-Binse (Juncus conglomeratus) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien