Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst

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Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst „Ostfriesland“
— Kdo SES —
Kdo SES.png

Internes Verbandsabzeichen
Aufstellung 1. April 2003[1]
Land Flag of Germany.svg Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Organisationsbereich Logo SanDienst Bundeswehr.jpg Zentraler Sanitätsdienst
Stärke ca. 1700 Soldaten
Unterstellung Wappen Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung
Standorte Leer
Führung
Kommandeur Oberstarzt Johannes Backus

Das Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst „Ostfriesland“ (Kdo SES) in Leer ist dem Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung unterstellt. Das Wappen des Kommandos zeigt entsprechend dem Kernauftrag die Nähe zur Division Schnelle Kräfte.

Auftrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auftrag des Kommandos sind Auslandseinsätze mit Bundeswehrbeteiligung. Im Einzelnen handelt es sich um die

  • Versorgung von Rettungs-/Evakuierungsoperationen,
  • Unterstützung der Division Schnelle Kräfte (DSK),
  • Kräftebeitrag zur NATO Response Force,
  • Kräftebeitrag zum QRF-Verband (QRF),
  • Kräftebeitrag zu den EU Battlegroups,
  • Soforteinsätze zur humanitären Not- und Katastrophenhilfe,
  • Führung von sanitätsdienstlichen Einsatzverbänden,
  • Verwundetentransport im Einsatzraum und
  • Führung und Steuerung von Einsätzen im Rahmen humanitärer Not- und Katastrophenhilfe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst wurde am 1. April 2003 im ostfriesischen Leer in Dienst gestellt und war bis 31. Dezember 2012 zunächst dem Sanitätsführungskommando in Koblenz unterstellt. Es ging aus der ehemaligen Sanitätsbrigade 1 hervor, die nach knapp 10-jährigem Bestehen zum 31. März 2003 aufgelöst wurde. Deren letzter Kommandeur war als Oberstarzt Arno Roßlau. Die Umstrukturierung war vor dem Hintergrund des neuen Aufgabenspektrums der Bundeswehr und des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr (ZSanDstBw) notwendig.

Die Entscheidung des Inspekteurs des Sanitätsdienstes der Bundeswehr (InspSan) vom 12. Januar 2006, die sanitätsdienstliche Versorgung der Eingreifkräfte an die neuen Einsatzerfordernisse anzupassen und damit den sicherheitspolitischen Veränderungen der letzten Jahre, hier insbesondere in den Bereichen der NATO (NRF), der Europäischen Union (EU BG) und den Vereinten Nationen (UN), gerecht zu werden, hat eine Anpassung der Strukturen notwendig gemacht.

Das breite Spektrum der verschiedenen Optionen in möglichen Eingreifoperationen, das funktionale und operativ notwendige Zusammenwirken von IEF (Initial-Entry-Forces (Anfangsoperationen)) und FOF (Follow-On-Forces (Folgeoperationen)), sowie die im Vorfeld zu leistenden Planungsaufgaben für das gesamte Aufgabenspektrum erfordern Führung, Planung und Beübung der Eingreifkräfte ZSanDstBw aus einer Hand. Vor diesem Hintergrund wurden das Kdo SES (alt) sowie das Sanitätsregiment 12 im Jahr 2007 aufgelöst. Am 1. Juli 2007 wurde daraus nach funktionalen Kriterien ein gemeinsamer Verband an den Standorten Leer und Schwanewede neu aufgestellt. Dieser trägt ebenfalls die bereits im Jahr 2003 gewählte Bezeichnung: Kdo SES.

Zum April 2010 wurde durch den InspSan eine weitere Umstrukturierung befohlen. Dabei wurde der Kommandobereich Führungs- und Einsatzunterstützung aufgelöst und die unterstellten Kräfte den beiden anderen Kommandobereichen zugeordnet. In den verbleibenden KdoBer IEF und FOF sind jetzt alle Einrichtungen anteilig vorhanden und diese auch den jeweiligen KdoBer Kommandeuren unterstellt. Die Umgliederung hatte zum Ziel, Schnittstellen innerhalb des Kommandos zu reduzieren und so eine Effizienzsteigerung herbeizuführen.

Bis zur Auflösung der Division Luftbewegliche Operationen (DLO) unterstützte das Kommando diese im besonderen Auftrag.

Im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr wurde auch das Kommando SES umgegliedert. Am 8. Dezember 2014 wurde der Kommandobereich IEF außer Dienst gestellt, ein halbes Jahr später, am 3. Juni 2015, folgte der Kommandobereich FOF. Der Standort Lützow-Kaserne in Schwanewede mit den dort stationierten Einheiten wurde im September 2015 vollständig aufgelöst.[2]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst „Ostfriesland“ unterstehen neben kleineren Teileinheiten eine Versorgungskompanie und vier Einsatz-Kompanien am Standort Leer sowie eine Ausbildungseinrichtung, das sog. Ausbildungs- und Simulationszentrum, verteilt auf die Standorte Delmenhorst und Hamburg. Eine Einsatz-Kompanie ist eine reine Reservisten-Kompanie.[3]

  • Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst
    • Stab Kdo SES
    • 1./Kdo SES Versorgungskompanie
    • 2./Kdo SES
    • 3./Kdo SES
    • 4./Kdo SES
    • 5./Kdo SES
    • Ausbildungs- und Simulationszentrum
    • Stützpunkt zivil-militärische Zusammenarbeit

Ausbildungs- und Simulationszentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ausbildungs- und Simulationszentrum (AusbSimZ) beim Kdo SES ist eine Ausbildungseinrichtung, die auf zwei Bereiche spezialisiert ist:

Standort Delmenhorst
Am Standort Delmenhorst bereitet das AusbSimZ alle Soldaten des Sanitätsdienstes auf den Einsatz vor. Hierbei wird militärisches Handwerk geschult (sogenannter „Grüner Bereich“), wie z. B. Versorgung Verwundeter unter Beschuss, spezielle Schießübungen, das Auffinden und Erkennen von Minen, sowie die Einrichtung von Kontrollpunkten. Daneben bildet das AusbSimZ militärisches Fachpersonal, wie Schießlehrer und Kraftfahrer, weiter.
Standort Hamburg-Wandsbek (am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg)
Am Standort Hamburg-Wandsbek bildet das AusbSimZ einerseits sanitätsdienstliches Fachpersonal, wie z. B. Rettungsassistenten, Einsatzsanitäter und Ersthelfer für den Lizenzerhalt weiter (sogenannter „Weißer Bereich“). Andererseits werden aber auch Erstausbildungen für die sogenannten Einsatzersthelfer Bravo (Ersthelfer mit erweiterter Kompetenz, die nur unter bestimmten Voraussetzungen in Auslandsverwendungen eingesetzt werden dürfen) durchgeführt.

Kommandeure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommandeure des Kommandos waren (Dienstgrad bei Kommandoübernahme):

Nr. Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
7 Oberstarzt Johannes Backus[4] 9. November 2016
6 Flottenarzt Dirk Möllmann[5] 29. Juni 2015 9. November 2016
5 Oberstarzt Ralf Hoffmann[6] 1. Januar 2013 29. Juni 2015
4 Oberstarzt Ulrich Baumgärtner[7] 1. Dezember 2010 31. Dezember 2012
3 Oberstarzt Stephan Schoeps[8] 1. Januar 2008 30. November 2010
2 Flottenarzt Michael Knabe[9] 1. Juli 2005 31. Dezember 2007
1 Oberstarzt Jürgen Canders 1. April 2003 30. Juni 2005

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschichte des Kommandos Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst (Stand 21. November 2012)
  2. Sanitätsdienst Bundeswehr: Geschichte Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst. In: www.sanitaetsdienst-bundeswehr.de. Abgerufen am 29. Mai 2016.
  3. Sanitätsdienst Bundeswehr: Gliederung. In: www.sanitaetsdienst-bundeswehr.de. Abgerufen am 29. Mai 2016.
  4. Sanitätsdienst Bundeswehr: Führungswechsel in Leer. In: www.sanitaetsdienst-bundeswehr.de. Abgerufen am 11. November 2016.
  5. Sönke Dwenger: Neue Führung an der „Speerspitze des Sanitätsdienstes“. sanitaetsdienst-bundeswehr.de, 15. Juli 2015, abgerufen am 16. Juli 2015.
  6. Hubert Mundt: Führungswechsel beim Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst „Ostfriesland“. sanitaetsdienst-bundeswehr.de, 21. Dezember 2012, abgerufen am 11. Februar 2013.
  7. Hubert Mundt: Kommandowechsel bei der Sanitätstruppe in Leer. sanitaetsdienst-bundeswehr.de, 19. November 2010, abgerufen am 11. Februar 2013.
  8. Oberstarzt Schoeps hat jetzt das Kommando vom 17. Januar 2008
  9. Kommandeurwechsel beim Kommando SES vom 23. Juni 2005