Kommunalwahlen in Hessen 1952

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Die Kommunalwahlen in Hessen 1952 fanden am 4. Mai 1952 statt und waren die dritten demokratischen Wahlen nach dem Ende der NS-Diktatur.

Ausgangslage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die CDU Hessen war unter ihrem Vorsitzenden Werner Hilpert ein linker Landesverband der CDU. Ausdruck dieser Politik war die Beteiligung der CDU an einer Großen Koalition in Hessen unter Christian Stock. Bei der Landtagswahl in Hessen 1950 wurde diese Politik vom Wähler heftig abgelehnt: Die CDU erhielt nur 18,8 % der Stimmen, die SPD konnte alleine regieren. Dem Kabinett Zinn I gehörten dementsprechend nur Sozialdemokraten an. Die FDP Hessen war gemeinsam mit dem BHE mit 31,8 % stärkste Oppositionspartei geworden.

Die KPD Hessen war auf kommunaler Ebene lediglich in ihren Parteihochburgen eine nennenswerte Größe. Im Gegensatz dazu stellten die Freien Wählergemeinschaften seit den Kommunalwahlen in Hessen 1948 die drittstärkste kommunalpolitische Kraft dar.

Wahlkampf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentrales Wahlkampfthema der CDU war das Gesetz über Sonn- und Feiertage der hessischen Landesregierung. Kritisiert wurde, dass das Gesetz die „Rechte der Kirchen auf Schutz der Sonn- und Feiertage einschränken und politische Behörden mit der Festsetzung der Gottesdienstzeiten betrauen“ würde.[1] Daneben thematisierte die CDU anlässlich der Urteile des Staatsgerichtshofs die Umsetzung der Sozialisierungen und forderte, statt die Verluste der verstaatlichten Unternehmen zu finanzieren, diese 200 Millionen DM lieber in den sozialen Wohnungsbau zu investieren.

Rechtsgrundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rechtsgrundlage war das hessische Gemeinde- und Kreiswahlgesetz vom 25. Februar 1952.[2]

Gemeindewahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Wahlen zu den Gemeinderäten wurden die unabhängigen Wählergruppen mit 35,8 % erstmals stärkste Partei. Die CDU konnte die FDP wieder überholen, verblieb aber auf extrem niedrigen Niveau.

Partei Ergebnis in %
Wählergruppen 35, 8 %
SPD 31,6 %
CDU 12,9 %
BHE 5,5 %
FDP 8,4 %

[3]

Kreistagswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte ergab sich ein ähnliches Bild, wobei die Wählergruppen hier eine geringere Bedeutung hatten.

Die Wahlbeteiligung in den Kreisen und kreisfreien Städten lag mit 76,8 % auf hohem Niveau. 2.225.705 gültige Stimmen der insgesamt 3.038.779 Wahlberechtigten wurden gezählt.

Partei Prozent
SPD 38,5 %
CDU 17,8 %
FDP 14,9 %
Andere 28,8 % (davon 11,5 % Wählergruppen)

[4]

Für die Ergebnisse in ausgewählten hessischen Städten siehe:

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Monate nach der Kommunalwahl musste der CDU-Vorsitzende Werner Hilpert sein Amt aufgeben und Wilhelm Fay wurde sein Nachfolger.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kommunalwahlen in Hessen: Ergebnisse der Gemeindewahlen und Kreiswahlen vom 4. Mai 1952; Ausgabe 52 von Beiträge zur Statistik Hessens, Hessen; Hessisches Statist. Landesamt, 1952
  • Sabine Pappert: Werner Hilpert. 2003, ISBN 3-930221-12-8, Seite 277–285

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Entschließung der CDU vom 6. Oktober 1951; zitiert nach Sabien Pappert: Werner Hilpert, Seite 279
  2. GVBl. S. 46 ff.
  3. Sabien Pappert: Werner Hilpert, Seite 280
  4. Statistikamt Hessen: Ergebnisse der Kreistagswahlen 1952