Komplizen der Spielregeln

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Komplizen der Spielregeln 2019
Komplizen der Spielregeln
Komplizen der Spielregeln 2017
Komplizen der Spielregeln 2017
Allgemeine Informationen
Genre(s) Post-Punk, Noise-Rock, Indietronic
Gründung 2004 als Komplizen der Spielregeln
2013 als komplizen_DS
Website [1]
Aktuelle Besetzung
Tobias Ortmanns
Volker Weide
Frank Nagel
Ehemalige Mitglieder
Julien Paoli (bis 2012)
Gitarre
Christian Puckert (bis 2012)
visuals
Oli Betten

Komplizen der Spielregeln sind eine Band aus Köln, die Elemente aus Post-Punk, Krautrock, Indietronic und Pop mit deutschen Texten verbindet.

Der Bandname „Komplizen der Spielregeln“ entstammt dem Werk „Stiller“ von Max Frisch und hält in der Konzeption ihrer Musik als thematische Überschrift für systemische und multiperspektivische Beobachtungen von Individuum, Gesellschaft und Popkultur her.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2004 startete ein namenloses Dub-Noise-Projekt im Kölner Umland. Durch instrumentale Neubesetzungen und Hinzustoßen des Sängers Tobias Ortmanns entwickelte sich unter dem Namen „Komplizen der Spielregeln“ US-beeinflusster Indie-Rock mit deutschen Texten. Die erste EP, Anteil am Tagesbedarf,[2] wurde 2004 aufgenommen und selbst vertrieben.

2007 begann die eigentliche Historie der Band mit Tobias Ortmanns (Stimme), Volker Weide (Gitarre), Julien Paoli (Schlagzeug), Christian Puckert (Gitarre) und Frank Nagel (Bass). Komplizen der Spielregeln spielten zahlreiche nationale und internationale Konzerte und nahmen gemeinsam mit dem österreichischen Produzenten Hannes Jaeckl in den Temple Studios auf der Insel Malta zwei Alben auf. Die Ergebnisse heißen Es wird nur noch geatmet (2009) und Lieder vom Rio d’Oro (2011) und erschienen auf dem Kölner Label Sitzer Records im Vertrieb von Broken Silence. Diese beiden Alben sorgten für mediale Aufmerksamkeit. Im Jahr 2009 veröffentlichte die Band das Remix-Album Geatmet:ES, das mit Kölner Elektro-Laptop-Künstlern entstand. In gemeinsamen Sessions entwickelte sich die Idee eines Live-Konzert-Remixing-Events, das 2010 ebenfalls unter dem Namen Geatmet:ES im Rahmen der c/o pop umgesetzt und dokumentiert wurde.[3] Im Mai 2011 wurde der Song Version aus dem Album Lieder vom Rio d’Oro von der Zeitschrift Spex in die Top 10 der besten deutschsprachigen Protestsongs gewählt.[4]

Nach dem Album Lieder vom Rio d’Oro integrierte die Band zunehmend elektronische Elemente mit einem Hang zum Noise und analogen Effekten. Die Intro attestierte „(…) Kunst mit Konzept, ohne dass man am Ende vor Konzeptkunst steht.“[5] Seit 2013 wurde das Projekt in anderer Besetzung unter dem Namen „komplizen_DS“ weitergeführt. 2016 veröffentlichte die Band erneut unter dem Namen Komplizen der Spielregeln die Doppel-EP "Amerika, hol mich hier raus" und geht auf Tour.

2017 entsteht gemeinsam mit dem Produzenten Hannes Jaeckl in Köln und Graz die nächste Platte, die im Herbst 2019 als Vinyl und Digitalrelease erscheint.

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit ihrem Debüt Es wird nur noch geatmet (2009) positioniert sich die Band im Indie-Rock-Sektor irgendwo zwischen Sonic Youth, Goldenen Zitronen und den frühen Blumfeld[6] und polarisiert dort durch ihre vor allem im deutschsprachigen Raum unkonventionelle Art, mit Worten und musikalischen Mustern zu spielen. Die Band arbeitet in ihrem Ausdruck mit Irritationen und der Konfrontation von alltäglichen Rollen und Wahrnehmungen. Die Texte folgen non-linearen Erzählstrukturen und bleiben in ihrer Wirkung oft assoziativ und kryptisch. Immer wieder wird darin im Sinne der Selbstreferenzialität auch die eigene Person und Rolle explizit thematisiert und hinterfragt. Der Zuhörer wird so mit Fragen nach Identität und Sinnhaftigkeit konfrontiert, die über das bloße gesellschaftskritische Anprangern von Umständen hinausgehen. Durch die Hinzunahme elektronischer Elemente manifestiert sich ein Sound der Grenzen bewusst auslotet und überschreitet. Bei aller vermeintlicher Vertracktheit geht es dennoch im Kern um Pop-Musik, auch wenn die Band dieses Pop Ding sicher organischer und freier interpretiert. In ihrem Ergebnis sind Komplizen der Spielregeln kaum einem vorhandenen Genre zuzuordnen und beanspruchen für sich eine eigene Nische.

Live[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Live trat die Band zusammen mit dem Video-Künstler Schaupau auf, der von 2010 bis 2016 fester Bestandteil der Band war. Seit 2016 tritt die Band als Trio auf und integriert Live-looping als audio-visuelles Element in ihre Bühnenshow. Die Band hat bislang in Deutschland, Österreich und Italien zahlreiche Konzerte gespielt. Komplizen der Spielregeln Konzerte sorgen für offene Münder und das Gefühl bis auf das Mark angesprochen zu werden. Sänger, Texter und Frontmann Tobias Ortmanns fasziniert und irritiert das Publikum gleichermaßen mit seiner intensiven Performance und zieht es in den Bann. Es wird gesungen, gesprochen, moderiert, geschrien, um die Ecke gedacht, geschwitzt, rerockt und jeder einzelne Song durchlebt. Der Anblick dieser energetischen Liveperformance kann darüber hinwegtäuschen, dass wir es hier im Kern mit elektronischer Musik zu tun haben. Elektronische Frickeleien, quietschende Synthies, Flächen, eine Vorliebe für spezielle Sounds, jede Menge Beat und unkonventionelles Songwriting prägen den musikalischen Output der Band. Energetisch kann es die Band jedenfalls problemlos mit jedem Rock-Act aufnehmen.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: Anteil am Tagesbedarf (Eigenvertrieb)
  • 2009: Es wird nur noch geatmet (Sitzer Records / Broken Silence)
  • 2009: Geatmet:ES (Sitzer Records; Remixe aus dem Album Es wird nur noch geatmet)
  • 2011: Lieder vom Rio d’Oro (Sitzer Records / Broken Silence)
  • 2016: Amerika, hol mich hier raus 1 & 2 (offshore tabernakel)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. Corsogespräch/Deutschlandfunk (08/2009)
  2. Rezension auf intro.de (Memento des Originals vom 27. September 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.intro.de
  3. Geatmet:ES
  4. Daniel Fersch: Vielfalt der Positionen: Die zehn Favoriten des PROTESTSONG-WETTBEWERBS im Stream (Memento des Originals vom 28. September 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.spex.de
  5. Benjamin Walter: Album-Gratis-Download: Intros liebste Newcomer (Memento des Originals vom 27. September 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.intro.de
  6. vgl. Rolling Stone 08/2009, Musikexpress 09/2009, Intro 08/2009 u. a.