Konrad Burdach

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Fotografie von Konrad Burdach (1895).

Carl Ernst Konrad Burdach (* 29. Mai 1859 in Königsberg (Ostpreußen); † 18. September 1936 in Berlin) war ein deutscher Germanist und Literaturwissenschaftler.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burdach, der Sohn eines preußischen Landgerichtsrates, wurde zunächst von seiner Mutter unterrichtet. Nach ihrem Tod erhielt er Privatunterricht und ging ans Gymnasium. 1876 legte er am Königsberger Friedrichscollegium die Reifeprüfung ab und studierte anschließend Klassische Philologie, Philosophie und Psychologie an den Universitäten zu Königsberg, Leipzig und Bonn.

Seine Dissertation „Beiträge zur Kritik und Erklärung der Gedichte Reinmars des Alten“ (Leipzig 1880, erweitert unter dem Titel „Reinmar der Alte und Walter von der Vogelweide“, Leipzig 1880) markiert eine Wende in der deutschen Minnesangforschung, so Günther Jungbluth in der Neuen Deutschen Biographie. Er erweiterte die bisherige chronologisch-biografische Herangehensweise um eine stil- und geistesgeschichtliche. In den folgenden Jahren vertiefte er seine Kenntnisse an der Berliner Universität und beschäftigte sich vorrangig mit Johann Wolfgang von Goethe. 1887 wurde er zum außerordentlichen Professor für deutsche Sprache und Literatur ernannt, 1894 zum ordentlichen Professor. Von 1897 bis 1899 unternahm er Studienreisen nach Böhmen, Mähren, Schlesien, Österreich, Italien, Schweden und Paris. 1902 erhielt er die Leitung der neugeschaffenen Forschungsstelle der Preußischen Akademie der Wissenschaften für deutsche Sprachwissenschaft, die sich zunächst mit Forschungen zur neuhochdeutschen Schriftsprache beschäftigte.

Ab 1893 schuf er das siebenbändige Sammelwerk „Vom Mittelalter zur Reformation“, in dem er die Ergebnisse seiner ausgedehnten Forschungsreisen niederlegte; so auch zum Prosadialog „Der Ackermann aus Böhmen“. Noch bis ins hohe Alter blieb Burdach aktiv und veröffentlichte einige Monografien, darunter eine über Walter von der Vogelweide (1900), eine „Studie über Goethes West-östlichen Diwan“ (1905) und „Reformation, Renaissance, Humanismus“ (1918, 2. Auflage 1926). Seine Forschungen über den heiligen Gral wurden erst postum veröffentlicht („Der Gral: Forschungen über seinen Ursprung und seinen Zusammenhang mit der Longinuslegende“, 1938, Neudruck 1974).

Konrad Burdach starb 1936 im Alter von 77 Jahren in Berlin und wurde auf dem Waldfriedhof Dahlem beigesetzt. Das Grab ist nicht erhalten.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wikisource: Konrad Burdach – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1, S. 578.