Konzert für Oboe und Orchester C-Dur KV 314

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Das Konzert für Oboe und Orchester C-Dur KV 314 wurde wahrscheinlich um das Jahr 1777 von Wolfgang Amadeus Mozart für den Oboisten Giuseppe Ferlendis geschrieben, und wurde 1778 vom Komponisten zu einem Konzert für Flöte und Orchester D-Dur umgearbeitet.[1] Das Konzert wird auf der ganzen Welt viel gespielt und gehört, da es auch bei Probespielen als Standardwerk verlangt wird, zu den wichtigsten Konzerten für Oboe.[2]

Das Stück[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie das Konzert für Flöte und Orchester Nr. 1 ist das Stück für die damalige Standardbesetzung geschrieben: Streicher, zwei Oboen und zwei Hörner.[3]

Das Stück besteht aus drei Sätzen:

  1. Satz: Allegro aperto
  2. Satz: Adagio non troppo
  3. Satz: Rondo: Allegretto

Die Orchestrierung ist leicht und transparent, wodurch der Solist hervorgehoben wird und die rhythmischen Figuren stärker zum Ausdruck kommen, besonders wenn das Orchester zum ersten Eintreten des Solisten einleitet. Der zweite Satz ist von sehr elegischem Charakter, in dem die Oboe ihren weichen, melodiösen Ton sehr gut ausnutzen kann. Mozart bewegt sich bei dem zweiten Satz des Konzerts im Tone einer hochwertigen Arie der Oper Seria-Manier. Der überschwängliche dritte Satz, das Rondo, das stellenweise an Haydn erinnert, steht im Alla breve-Takt, mit einem springenden und zackigen Thema, das deutliche Verwandtschaft zur Arie der Blonde „Welche Wonne, welche Lust“ aus Mozarts Die Entführung aus dem Serail (KV 384) aufweist. Mozart ließ sich zur Komposition ebendieser Arie vom Vater das Material des Oboenkonzerts zuschicken. Besonders erwähnenswert ist der zentrale Teil des Satzes, in dem ein Thema, das auf einem Einwurfmotiv basiert, in einen dreistimmigen Kontrapunkt verarbeitet wird; einer von Mozarts brillantesten Einfällen.[1]

Das Flötenkonzert Nr. 2 in D-Dur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Konzert für Flöte und Orchester Nr. 2 in D-Dur ist nur eine Bearbeitung des Oboenkonzertes. Der holländische Amateur-Flötist Ferdinand de Jean beauftragte Mozart, vier Flötenquartette und drei Flötenkonzerte zu schreiben, von denen Mozart nur drei Quartette und ein neues Konzert verfasste. Mozart lag dieses Instrument nicht am Herzen, schrieb aber zum Gelderwerb für einen Amateurmusiker, bei denen auch damals das Instrument schon sehr beliebt war. Anstatt ein weiteres neues Konzert zu schreiben, arbeitete er das Oboenkonzert zu dem Flötenkonzert Nr. 2 um, transponierte es nach D-Dur und machte einige kleinere Änderungen, um es dem Charakter der Flöte gerecht zu machen. De Jean bezahlte Mozart nur einen Teil des ursprünglich vereinbarten Honorars für die Arbeiten, da das zweite Konzert auf dem Oboenkonzert basierte.[2][4]

Ursprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alfred Einstein vermutete in seinem 1945 erschienenen Buch Mozart: sein Charakter, sein Werk wegen Referenzen in Mozart-Briefen zu einem existierenden Oboenkonzert und Hinweisen in der Orchestrierung des zweiten Flötenkonzerts, die eine Adaption vermuten ließen, dass das Flötenkonzert Nr. 2 nur eine Adaption des Oboenkonzertes sei, das zu dieser Zeit noch als verschollen galt. Bernhard Paumgartner publizierte erst 1950, dass er bereits 1920 am Mozarteum Salzburg den Stimmensatz des Oboenkonzertes KV 314 gefunden hatte, was endgültig zu der Gewissheit führte, dass man es eigentlich mit einem Oboenkonzert zu tun hat.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Oboe Concerto in C major, K. 314 (K. 285d) bei Allmusic (englisch)
  2. a b c Riordan, George. The History of the Mozart Concerto K. 314. International Double Reed Society & University of Colorado, College of Music. Online (Memento vom 7. Februar 2007 im Internet Archive).
  3. Flute Concerto No. 2 in D major, K. 314 (K. 285d) bei Allmusic (englisch)
  4. Freed, Richard. Flute Concerto No. 2 in D major, K. 314. John F. Kennedy Center for the Performing Arts. October 5-7, 2006 (Memento vom 22. März 2008 im Internet Archive)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]