Koreanischer Film

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Der Koreanischer Film ist von der Teilung der Koreanischen Halbinsel in die Staaten Nordkorea und Südkorea geprägt. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs entwickeln sich der nordkoreanische und der südkoreanische Film unterschiedlich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Szene aus Chunhyang-Jeon von 1935

Am 27. Oktober 1919 wurde im Kino Dansungsa mit Kampf für Gerechtigkeit (Originaltitel: 의리적 구투 Urijeok Gutu) von Kim Do-san der erste koreanische Film aufgeführt.[1][2][3] Zu dieser Zeit Stand Korea unter japanischer Herrschaft. 1966 einigten sich südkoreanische Filmmacher und die Regierung, den 27. Oktober zum „Tag des koreanischen Films“ auszurufen.[4] Tatsächlich ist es umstritten, ob man Kampf der Gerechtigkeit als ersten koreanischen Film betrachtet sollte.[5] Es sei kein kompletter Spielfilm gewesen, sondern eine Mischung aus Kinofilm und Theater, die gemeinsam aufgeführt werde. Diese Form wird der Filmaufführung wird Kinodrama genannt.[6][7]

Es ist in der Literatur umstritten, welcher Film Koreas erster Spielfilm ist.[6][7] Einige Autoren argumentieren, es sei der 1923 erschienene Film The Plighted Love under the Moon (月下의 盟誓/월하의 맹서 Wolhaui Maengseo),[6][7] andere sprechen dies dem Bildungsfilm Demon in Life (1920) zu.[7] Auch der Film Chunghyang-Jeon,[6][8] der wohl zwischen 1921 und 1923 erschienen ist, sowie The National Border,[7] der im Januar 1923 im Dansungsa gespielt wurde, stehen zur Diskussion. Letztere wurde allerdings von dem japanischen Studio Shōchiku produziert.[7] 1926 erschien der Stummfilm Arirang von Na Woon-gyu, der als einer der wichtigsten Filme des frühen koreanischen Kinos gilt. Es war der erste Film, der Nationalstolz und Widerstand gegen Japans Kolonialherrschaft thematisierte.[8] Der 1934 veröffentlichte Stummfilm Crossroads of Youth wurde 2007 entdeckt und ist dadurch der älteste, noch heute existierende koreanische Film. Alle vorherigen Filme gingen im Zeitverlauf verloren.[8]

1935 erschien mit einer neuen Verfilmung der Volkssage Chunhyang-Jeon Koreas erster Tonfilm.[6][9]:S. 64 Bereits 1942 nahm das Aufblühen der Filmindustrie ein jähes Ende, als die Regierung Japans koreanischsprachige Filme verbat und Filme vorher schon lediglich noch der Kriegspropaganda dienten.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cinema of Korea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Filmindustrie hält Seminar im Vorfeld der Hundertjahrfeier des koreanischen Films ab. In: KBS World Radio. 27. Oktober 2018, abgerufen am 9. Februar 2019.
  2. S. Korean movie industry to celebrate centennial in Oct. In: Yonhap. 17. April 2019, abgerufen am 30. Juni 2019 (englisch).
  3. Tobias Sedlmaier: Hundert Jahre koreanischer Film: Das ist wahres Weltkino. In: Neue Zürcher Zeitung. 7. August 2019, abgerufen am 8. August 2019.
  4. Sonia Kil: South Korea Celebrates 100 Years of Cinema. In: Variety. 13. Mai 2019, abgerufen am 30. Juni 2019 (englisch).
  5. Brian Yecies: Systematization of Film Censorship in Colonial Korea: Profiteering from Hollywood’s Golden Age, 1926-1936. In: The Journal of Korean Studies. Band 10, Nr. 1, 2005, ISBN 978-1-4422-3483-3, S. 78 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. a b c d e f Keumsil Kim Yoon, Bruce Williams: Two Lenses on the Korean Ethos: Key Cultural Concepts and Their Appearance in Cinema. McFarland, 2015, ISBN 978-1-4766-1787-9, S. 98 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. a b c d e f Hye Seung Chung: From National to Transnational: A Historiography of Korean Cinema. In: Dal Yong Jin, Nojin Kwak (Hrsg.): Communication, Digital Media, and Popular Culture in Korea: Contemporary Research and Future Prospects. Lexington Books, 2018, ISBN 978-1-4985-6204-1, S. 446 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. a b c Yoon Min-sik: [Weekender] Korean cinema: 100 years in the making. In: The Korea Herald. 30. Mai 2019, abgerufen am 1. Juni 2019 (englisch).
  9. Korean Culture and Information Service (Hrsg.): K-Movie: The World’s Spotlight on Korean Film. 1. Auflage. 2012, ISBN 978-89-7375-564-6 (scribd.com).