Kraft durch Froide

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Kraft durch Froide ist eine Rechtsrock-Band aus Berlin. Sie bestand von 1982 bis 1987, als sie sich wegen Alkoholismus eines Mitgliedes und der von den anderen Mitgliedern als zu radikal empfundenen Einstellung des Schlagzeugers Andreas Pohl auflöste. 1999 wurde die Band neu gegründet.

Bandgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihren ersten Auftritt absolvierten sie zusammen mit den Böhsen Onkelz im „KDF-Bunker“ in Berlin. Der Bandname ist eine Anspielung auf die nationalsozialistischen Gemeinschaft Kraft durch Freude (KdF), wobei das „eu“ in Freude durch das für die Oi!-Szene typische „Oi“ ersetzt wurde. Die Bandmitglieder kamen ursprünglich aus der Punk-Szene, wandelten sich jedoch unter dem musikalischen und politischen Einfluss britischer Neonazi-Skinheads zunehmend selbst zu solchen.[1]

Mehrere Werke der Gruppe sind von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften aufgrund ihrer verfassungsfeindlichen und ausländerfeindlichen Texte indiziert worden. Thematisch umfassten diese Sozialneid gegen pakistanische Asylbewerber, Verunglimpfung diverser Länder sowie Mitleidsbekundungen für Rudolf Heß.[2]

Schlagzeuger von Kraft Durch Froide ist Andreas Pohl. Er war Mitglied in den verbotenen neonazistischen Organisationen Sozialrevolutionäre Arbeiterfront und Nationalistische Front.[3]

1996 erschien die bis dato erste von der Gruppe autorisierte Veröffentlichung auf CD. Alle vorherigen Veröffentlichungen wurden ohne Einwilligung der Bandmitglieder hergestellt. 1999 gründete Pohl die Band wieder neu, seitdem sind acht Alben erschienen.[3]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hundert Mann und ein Befehl (Demo-Kassette, 1983) – indiziert am 30. April 1994, erneut am 5. März 2019[4]
  • Demo Tape '86 (Demo-Kassette, 1986) – indiziert 30. April 1993[5]
  • Deutsche Musik (nicht von der Gruppe autorisierte Veröffentlichung) (Maxi-LP/-CD, ESV/Skull Records 1992)
  • Split-CD mit "Ragnaröck" (nicht von der Gruppe autorisierte Veröffentlichung) (Rock-O-Rama, 1995)
  • Kraft durch Froide (CD, ProRa Records 1996) – indiziert 24. Dezember 2002
  • 1982–1986 (nicht von der Gruppe autorisierte Veröffentlichung) (CD, 1997) – indiziert am 31. Juli 1998
  • Das Wunschkonzert (CD/LP, 2000 – wiederveröffentlicht von Preussens Gloria Tonträger 2015)
  • Sturm auf Berlin (CD, Hatesounds Records 2003)
  • Musik ist Trumpf (CD, 2009)
  • Aus dem Vergessen 3 (CD, 2010)
  • 30 Jahre (CD/LP, Preussens Gloria Tonträger 2014)
  • 1000 Jahre sind zu wenig (LP, Attacke Produktion 2014) – indiziert am 30. Dezember 2016[6]
  • Attacke (Single, Preussens Gloria Tonträger 2017)
  • Live & Laut 2016 (CD/LP Rebel Records 2017)
  • In die neue Zeit! (DLP, Attacke Produktion 2017)
  • Alte Lieder – neuer Glanz (CD/LP, Preussens Gloria Tonträger 2018)
  • Parole Spaß (Maxi-CD, Preussens Gloria Tonträger 2019)
  • Goldener Kneiper/Halbstark (Single, Preussens Gloria Tonträger 2019)
  • Parole Spaß (Single, Preussens Gloria Tonträger 2020)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andreas Suttner: "Beton brennt": Hausbesetzer und Selbstverwaltung im Berlin, Wien und Zürich der 80er. LIT-Verlag, Münster 2011, ISBN 978-3-643-50260-5, S. 196.
  2. Henning Flad: Trotz Verbot nicht tot. In: Christian Dornbusch, Jan Raabe (Hrsg.): RechtsRock. Bestandsaufnahmen und Gegenstrategien. Unrast Verlag, Münster 2002, ISBN 3-89771-808-1, S. 92–94.
  3. a b apabiz e.V.: Verzeichnis RechtsRock-Bands. In: Christian Dornbusch, Jan Raabe (Hrsg.): RechtsRock. Bestandsaufnahmen und Gegenstrategien. Unrast Verlag, Münster 2002, ISBN 3-89771-808-1, S. 443.
  4. BAnz AT 29.03.2019 B16
  5. BAnz AT 29.03.2018 B13
  6. BAnz AT 30.12.2016 B8