Krankenhaushygiene

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Krankenhaushygiene ist ein medizinisches Fachgebiet zur Erforschung und Umsetzung spezieller Maßnahmen der Hygiene in Krankenhäusern und Kliniken, die Patienten stationär und ambulant behandeln, sowie Arztpraxen, in denen ambulante operative Eingriffe durchgeführt werden. Dazu gehören hygienische Maßnahmen sowohl zum Patienten- und als auch zum Personalschutz (Arbeitsschutz und Unfallverhütungsmaßnahmen).

Aufgaben und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgabe der Krankenhaushygiene sind Forschung und Lehre zu speziellen Fragestellungen der Hygiene in Einrichtungen der stationären und teilstationären Krankenversorgung mit dem Ziel, Patienten, Personal und Umwelt vor der Weiterverbreitung von Krankheitserregern und gesundheitsschädlichen Substanzen zu bewahren (Prävention und Arbeitsschutz). An den deutschen Universitäten ist die Krankenhaushygiene in der Regel in Kombination mit Mikrobiologie oder Umweltmedizin in Instituten etabliert, wenige kommunale Großkrankenhäuser betreiben eigene Institute für Krankenhaushygiene (z. B. Oldenburg, Stuttgart).

Forschungsthemen der Krankenhaushygiene sind die Epidemiologie übertragbarer Erkrankungen, die Evaluierung von Präventionsmaßnahmen und antiinfektiösen Verfahren (z. B. bei der Sterilisation, Desinfektion, Antiseptik, Raumlufttechnik etc.) sowie die Entwicklung und Evaluierung von Qualitätssicherungsverfahren im Fachgebiet.

Gesetzliche Regelungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) bildet eine gesetzliche Grundlage für Maßnahmen der Hygiene im Krankenhaus. Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI) gibt regelmäßig Empfehlungen zu krankenhaushygienischen Maßnahmen heraus.

2011 wurde als Ergebnis jahrelanger Initiative von Klaus-Dieter Zastrow der § 23 „Nosokomiale Infektionen; Resistenzen; Rechtsverordnungen durch die Länder“[1] als neuer Paragraph im Infektionsschutzgesetz vorgeschlagen und vom Bundestag im Rahmen der genannten Gesetzesnovelle verabschiedet. Erstmals existieren damit bundeseinheitliche Hygienevorschriften hinsichtlich des Fachpersonals für Krankenhäuser.

Wissenschaftliche Fachgesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) sind die Wissenschaftler zusammengeschlossen, die sich mit den Problemen der Hygiene in Krankenhäusern und vergleichbaren Einrichtungen befassen. Offizielles Mitteilungsorgan der DGKH, des Arbeitskreises „Krankenhaus- und Praxishygiene der AWMF“ und des „Verbund für Angewandte Hygiene (VAH)“ ist die Zeitschrift „Hygiene & Medizin“.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. § 23 "Nosokomiale Infektionen; Resistenzen; Rechtsverordnungen durch die Länder"
  2. Zeitschrift HYGIENE & MEDIZIN