Kraut-Weide

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Kraut-Weide
Kraut-Weide (Salix herbacea)

Kraut-Weide (Salix herbacea)

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Weidengewächse (Salicaceae)
Gattung: Weiden
Art: Kraut-Weide
Wissenschaftlicher Name
Salix herbacea
L.

Die Kraut-Weide (Salix herbacea)[1] ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Weiden (Salix).

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration
Habitus, Laubblätter und Blütenstände

Die Kraut-Weide wächst als sommergrüner, niederliegender Spalierstrauch[1] oder kriechender Zwergstrauch teppichartig und erreicht nur Wuchshöhen von 2 bis 10 Zentimetern. Der verholzte Stamm kriecht unterirdisch. Der Dickenzuwachs der Stämme ist mit weniger als 0,5 Millimeter pro Jahr äußerst gering Nur die Zweige mit zwei bis drei kleinen Laubblättern ragen aus der Erde heraus. Die meist zu zweit gegenständig an Kurztrieben stehenden Laubblätter sind kurz gestielt. Die einfache Blattspreite ist bei einer Breite von 5 bis 20 Millimetern rund, kahl und glänzend hellgrün.

Die Blütezeit reicht von Mai bis September. Die Blüten stehen zu viert bis zwölft in einem endständigen, kurz gestielten, fast kugeligen, Kätzchenförmigen Blütenstand. Die Staubbeutel sind vor dem Ausstäuben leuchtend rot, ebenso wie die jungen Früchte.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 38.[2]

Ökologie[Bearbeiten]

Bei der Kraut-Weide handelt es sich um einen Chamaephyten.[1]

Die Kraut-Weide weist Anpassungen an den insektenarmen Standort und die lange Schneebedeckung auf: sie wird vom Wind bestäubt und ihre Samen bleiben im kalten Boden lange keimfähig. Sie wird gerne von arktischen Pflanzenfressern wie dem Schneeschuhhasen abgeweidet und stellte, neben Gräsern, einen wichtigen Nahrungsbestandteil des Wollhaarmammuts dar.[3]

Vorkommen[Bearbeiten]

»Der kleinste unter allen Bäumen« (Carl von Linné) gilt als Eiszeitrelikt. Die Kraut-Weide ist arktisch-alpin in Asien, Nordamerika, in Europa südlich bis in die Pyrenäen, Apennin und am Balkan verbreitet.

Sie gedeiht am besten auf kalkfreien und dauerfeuchten Schuttböden in Höhenlagen von 1800 bis zu 3200 Metern. Die Kraut-Weide ist Charakterart der Pflanzengesellschaft Salicetum herbaceae, die in Schneetälchen auf kalkarmen Böden siedelt.

Taxonomie[Bearbeiten]

Salix herbacea wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Alpenblumen. Erkennen und bestimmen (= Steinbachs Naturführer). Mosaik, München 2002, ISBN 3-576-11482-3.
  •  Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer, Manfred A. Fischer (Hrsg.): Exkursionsflora von Österreich. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Salix herbacea L., Kraut-Weide. In: FloraWeb.de.
  2. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 310.
  3. Bas van Geel, André Aptroot, Claudia Baittinger, Hilary H. Birks, Ian D. Bull, Hugh B. Cross, Richard P. Evershed, Barbara Gravendeel, Erwin J. O. Kompanje, Peter Kuperus, Dick Mol, Klaas G. J. Nierop, Jan Peter Pals, Alexei N. Tikhonov, Guido van Reenen, Peter H. van Tienderen: The ecological implications of a Yakutian mammoth's last meal. In: Quaternary Research. Band 69, Nr. 3, 2008, S. 361–376, DOI:10.1016/j.yqres.2008.02.004 (PDF-Datei).
  4. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 1018 (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kraut-Weide (Salix herbacea) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien