Kreuzkirche (Chemnitz-Kaßberg)

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Die wiederaufgebaute Kreuzkirche

Die Kreuzkirche der St.-Pauli-Kreuz-Kirchgemeinde[1] ist 1935/1936 im Stadtviertel Kaßberg von Chemnitz durch Otto Bartning erbaut worden, einen wichtigen Kirchenbaumeister des 20. Jahrhunderts. Ihr 40 Meter hoher freistehender Turm erinnert an italienische Campanile und ist ein Blickfang im Stadtviertel. Nach ihrer Zerstörung 1945 wurde sie bis 1954 wiederaufgebaut.

Bau, Zerstörung und Wiederaufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kreuzkirche auf dem Kaßberg wurde in den Jahren 1935/1936 erbaut. Ihr Architekt Otto Bartning ist mit 120 geschaffenen Kirchen ein wichtiger Kirchenbaumeister des 20. Jahrhunderts. Der 40 m hohe Turm nimmt als freistehender Campanile deutlich Bezug auf italienische Vorbilder und bildet einen attraktiven Blickfang in dem gründerzeitlichen Stadtviertel mit seinen geschützten Baudenkmälern.

In der Bombennacht am 5. März 1945 wurde die Kirche zerstört. Dank des großen Einsatzes der Gemeindeglieder bei der Enttrümmerung und Sicherung der Ruine und in finanzieller Hinsicht konnte bis 1954 eine originalgetreue Wiederherstellung des Kirchenbaus und somit die zweite Kirchweihe erfolgen. Die Kirche ist ein geschütztes Kulturdenkmal und in der Liste der Kulturdenkmale in Chemnitz-Kaßberg unter Henriettenstraße 36 gelistet.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelisch-lutherische Kirche St. Pauli-Kreuz

Die Innenausstattung der wiederaufgebauten Kirche wurde verändert. Die Neugestaltung lag in den Händen der Chemnitzer Architekten Laudeley und Kornfeld. Der Kirchenraum wurde sparsam ausgestattet und auf das Wesentliche reduziert. Ein 4,80 m großes Holzkreuz der Bildhauerin Elly-Viola Nahmmacher, das über dem Altar schwebt, symbolisiert den gekreuzigten und auferstandenen Christus. Altartisch, Kanzel, Taufstein und Lesepult sind aus Hilbersdorfer Porphyr gestaltet. Ein Bilderfries mit Szenen aus dem Neuen Testament wurde unter den Kirchenfenstern neu angebracht.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel ist bereits das dritte Instrument der Bautzener Orgelbaufirma Eule in der Kreuzkirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es eine Schleifladenorgel mit elektrischer Traktur, 1993 wurde die Orgel erneuert und besitzt nun zwei Manuale, Pedal und 34 Register. Auf ihr kann die Orgelliteratur aller Stilepochen interpretiert werden.

Jahrhundert-Jubiläum 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Gottesdiensten und Konzerten feierte in einer Festwoche im November 2014 die St. Pauli-Kreuz-Kirchgemeinde ihren Standort an der Kreuzkirche und die Einweihung ihres renovierten Kindergartens.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tilo Richter: Die Kreuzkirche in Chemnitz-Kaßberg: Ein Bau von Otto Bartning; 1936–1996. (Mit einem Vorwort von Mathias Wild) Evangelisches Forum Chemnitz. Leipzig: Passage-Verlag 1998
  • Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen II. Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. Bearbeitet von Barbara Bechter, Wiebke Fastenrath, Heinrich Magirius u. a. München, Berlin 1998.
  • Tilo Richter: Das Nobelviertel als Flächendenkmal: Zur Baugeschichte des Chemnitzer Kaßbergs. In: Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium – 100 Jahre Schule auf dem Kaßberg. Verlag Heimatland Sachsen, Chemnitz 2008, ISBN 978-3-910186-70-5, S. 16–19.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kreuzkirche (Chemnitz-Kaßberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.paulikreuz.kirche-chemnitz.de/ abgerufen am 1. Januar 2017

Koordinaten: 50° 50′ 9,4″ N, 12° 54′ 11,9″ O