Campanile

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Campanile (Begriffsklärung) aufgeführt.
Campanile am Markusdom in Venedig

Ein Campanile (abgeleitet von italienisch campana, Glocke) ist ein neben einem Kirchengebäude freistehender Glockenturm, der nicht in selbiges integriert ist. In Italien und Litauen ist die freistehende Anordnung des Kirchturms relativ verbreitet.

Als bekanntester Campanile gilt der Schiefe Turm von Pisa. Bekannt sind weiter der Campanile von Venedig (Markusturm) und Giottos Campanile des Florentiner Doms sowie der Campanile der Kathedrale Sankt Stanislaus in Vilnius. In Zürich wurde der Turm der 1894 eingeweihten reformierten Kirche Enge ebenfalls im Stil eines italienischen Campanile gestaltet.

In Deutschland ist bei Neubauten der Nachkriegszeit oft die freistehende Anordnung anzufinden, manchmal dadurch bedingt, dass der Turm aus Kostengründen erst später hinzugefügt wurde. Zuvor war es in Deutschland üblich, den Glockenturm an das Kirchengebäude zu bauen oder ihn zu integrieren. Es gab nur sehr wenige Ausnahmen, wie zum Beispiel die Kirchen des Reinhold Persius und der Rote Turm in Halle (Saale), der von der Mariengemeinde errichtet wurde und die vier Türme der Marktkirche ergänzt. Außerdem findet man in Deutschland besondere Formen vom Campanile, die durch historische Ereignisse zustande kamen. Beispiel hierfür ist der Schwäbisch Gmünder Glockenturm, der nach Einsturz der Türme des Heilig-Kreuz-Münsters 1497 in einem Wohnturm neben dem Kirchengebäude errichtet wurde. Ebenfalls häufig ist der freistehende Kirchturm im hohen Nord und Ostfriesland anzutreffen.

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