Križari

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Križari (Sg. Križar; deutsch „Kreuzfahrer“) ist ein Sammelbegriff für antikommunistische und nationalistische[1] Guerilla-Kämpfer, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs gegen das neu errichtete kommunistische Jugoslawien kämpften. Regional wurden sie mit slowenisch Matjaževo gibanje (Matjaž-Bewegung) oder kroatisch Škripari, Kamišari, Špiljari, Jamari oder Šumnjaci (für jemanden der in einer Karsthöhle bzw. einem Wald lebt) bezeichnet.

Die Križari bestanden aus ehemaligen Angehörigen der Slowenischen Heimwehr, der kroatischen Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg sowie der faschistischen Ustascha.[1] Sie operierten in kleiner Zahl über mehrere Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg.[1] So existierten durch die Unterstützung von Teilen der örtlichen Bevölkerung einzelne Kämpfer oder lokal unabhängig voneinander operierende Gruppen, auf dem Gebiet Sloweniens (bis 1952), Kroatiens (bis 1950) und Bosnien und Herzegowinas (bis 1958).

Häufig wurden Križari durch den jugoslawischen Geheimdienst Odjeljenje za zaštitu naroda (OZN) bzw. ab 1946 von der jugoslawischen Geheimpolizei Uprava državne bezbednosti (UDB) aufgespürt und ohne Gerichtsverfahren getötet. Ihre Bekämpfung durch den jugoslawischen Staat, ging auch mit Repressalien gegen die, mit den Križari in Verbindung stehende, örtliche Zivilbevölkerung einher.

Bekannte Križari[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehemalige Ustascha-Funktionär und Križar Ljubo Miloš auf dem Weg zum jugoslawischen Standgericht. Noch am Tag des Todesurteils wurde er durch Erhängen hingerichtet (1948).

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ultra-Gruppierung des bosnisch-herzegowinischen Fußballvereins NK Široki Brijeg trägt den Namen Škripari.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hört die Wahrheit, Genossen. In: Der Spiegel. Nr. 35, 31. August 1950 (spiegel.de [PDF]).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mateja Čoh: Križari – Kreuzritter in Slowenien 1945–1952. In: Edda Engelke (Hrsg.): „Jeder Flüchtling ist eine Schwächung der Volksdemokratie“ : Die illegalen Überschreitungen am jugoslawisch-steirischen Grenzabschnitt in den Fünfzigerjahren (= Forschungen zur geschichtlichen Landeskunde der Steiermark). Band 56. LIT Verlag Münster, 2011, ISBN 978-3-643-50364-0, S. 197 ff.
  • Zdenko Radelić: Križari : gerila u Hrvatskoj 1945.–1950. 2. geänderte u. vermehrte Auflage. Alfa d.d. Hrvatski institut za povijest, Zagreb 2011, ISBN 978-953-297-286-3.
  • Ivica Lučić: Hrvatska protukomunistička gerila u Bosni i Hercegovini od 1945. do 1951. In: Hrvatski institut za povijest (Hrsg.): Časopis za suvremenu povijest. Nr. 3, 2010, ISSN 0590-9597, S. 631–670.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c John Van Antwerp Fine: Strongmen can be beneficial : the Exceptional Case of Josip Broz Tito. In: Bernd J. Fischer (Hrsg.): Balkan Strongmen: Dictators and Authoritarian Rulers of South Eastern Europe. C.Hurst & Co., London 2007, S. 269–318., hier S. 211 und 283