Ksar-el-Kebir

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34.998888888889-5.902777777777825Koordinaten: 35° 0′ N, 5° 54′ W

Karte: Marokko
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Ksar-el-Kebir
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Marokko

Ksar-el-Kebir (arabisch ‏القصر الكبير‎, DMG al-Qaṣr al-Kabīr, Spanisch: Alcazarquivir, portugiesisch: Alcácer-Quibir) ist eine Stadt in der Provinz Larache in der Region Tanger-Tétouan im Norden von Marokko.

Die Stadt liegt etwa halbwegs zwischen Larache an der Atlantikküste und Ouezzane, an der Bahnlinie RabatFèsTanger, etwa 32 km von Larache, etwa 160 km von Rabat, etwa 110 km von Tanger, etwa 178 km von Ceuta entfernt. Sie liegt im Tal des Flusses Loukkos, 25 Meter über dem Meeresspiegel, einem der ertragreichsten landwirtschaftlichen Gebiete Marokkos, und ist umgeben von Hügeln. Zwischen Ksar-el-Kebir und Ouezzane wird der Loukkos, der im Wad Majazin fließt, im Dahr al Khir gestaut.

Die Stadt hatte im Jahre 2004 107.380 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten]

Im ersten Jahrtausend vor Christus wurde die Stadt als Kolonie Karthagos gegründet. Im römischen Reich gehörte die Stadt als Hort Oppidum Novum, zur Provinz Mauretania Tingitana. In den frühen Jahren des Christentums war sie Bischofssitz. 720 wird der Ort als Karawanserei, Ketama Souk der Routen Al Andalus und Fez erwähnt. Im 12. Jahrhundert wurde die Stadt unter der Herrschaft der Almohaden mit Stadtmauern befestigt. Ksar-el-Kebir bedeutete „große Festung“. 1492 flohen Muslime und Juden vor der Reconquista der Spanier aus Al-Andalus teilweise nach dem damaligen Alcazarquivir und brachten ihre Kulturen mit.

1578 versuchten die Portugiesen, Marokko zu christianisieren. Die Mission scheiterte an Truppen unter Abu Marwan Abd al-Malik in der Schlacht von Alcazarquivir.

Schlacht von Alcazarquivir

Mulai Ismail ließ die Stadtmauern abtragen, nachdem ihn der örtliche Fürst verärgert hatte.

Über Alcazarquivir herrschte die Familie Samia Rachidi.

Postkarte von Alcazarquivir von 1900

Von 1911 bis 1956 gehörte Ksar-el-Kebir zum Protektorat Spanisch-Marokko. Ksar-el-Kebir war Garnisonsstadt des spanischen Besatzungsheers.

Seit dem Abzug der spanischen Besatzer hat sich die Stadt als regionaler Marktplatz der landwirtschaftlich genutzten Umgebung des Loukkos-Gharb-Tales mit Markt am Sonntag entwickelt.

Unter Hassan II. wurde der Loukkos gestaut und reguliert.

Die Stadt wächst durch Zuzug von Landbevölkerung, ihre Infrastruktur ist für dieses Wachstum nicht ausgelegt.