Książ Wielkopolski

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Książ Wielkopolski
Wappen von Książ Wielkopolski
Książ Wielkopolski (Polen)
Książ Wielkopolski
Książ Wielkopolski
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Powiat: Śrem
Fläche: 1,96 km²
Geographische Lage: 52° 4′ N, 17° 14′ OKoordinaten: 52° 4′ 0″ N, 17° 14′ 0″ O
Einwohner: 2762
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 63-130
Telefonvorwahl: (+48) 61
Kfz-Kennzeichen: PSE
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Fläche: 148,00 km²
Einwohner: 8588
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3026033
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Teofil Marciniak
Adresse: ul. Wichury 11 A
63-130 Książ Wielkopolski
Webpräsenz: pksiaz.wokiss.pl



Książ Wielkopolski (deutsch Xions, 1940–1943 Tiefenbach, 1943–1945 Schonz) ist eine Stadt mit 2700 Einwohnern im Powiat Śremski (Kreis Schrimm) der polnischen Woiwodschaft Großpolen.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt südlich der Stadt Posen und 14 Kilometer südöstlich der Stadt Śrem (Schrimm).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Xions südlich der Stadt Posen und südöstlich der Stadt Schrimm auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
Stadtkirche
Kirche in Xions

Die erste Erwähnung des Ortes erfolgte 1193, als ihn Mieszko III. dem Benediktinerkloster in Breslau überließ. Im Jahre 1273 wurde Xions Sitz eines Kastellans.

Vermutlich 1407 wurde Xions zur Stadt erhoben. In den folgenden Jahrhunderten blieb Xions ein Ackerbürgerstädtchen und war Besitz von vier polnischen Adelsfamilien. Die Stadt erhielt das Privileg für vier Jahrmärkte. Nach Einzug der Reformation fand hier im Jahr 1560 eine Kirchenversammlung der Lutheraner statt.[2] 1793 kam die Stadt zu Preußen. Seit 1818 gehörte die Stadt dem Kreis Schrimm in der preußischen Provinz Posen an.

Im April 1848 war Xions Schauplatz eines gegen Deutsche und Juden gerichteten polnischen Aufstandes in Preußen unter Florian Dąbrowski; bei der Schlacht vom 29. April 1848 wurde die Stadt teilweise niedergebrannt.[2] Im 19. Jahrhundert entstanden in Xions einige keramische Betriebe, und die Töpferei wurde zur Haupterwerbsquelle der Bürger.

Xions hatte zum Ende des 19. Jahrhunderts 962 Einwohner, der Ort besaß eine evangelische und eine katholische Kirche sowie eine Synagoge. Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Stadt 1920 aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags an die Zweite Polnische Republik abgetreten werden.

1939 wurde die Stadt von der deutschen Wehrmacht besetzt. Danach erfolgten Zwangsaussiedlungen von jüdischen Bürgern und am 20. Oktober 1939 Hinrichtungen in der Stadt. Von der lokalen deutschen Besatzungsbehörde wurde die Stadt zunächst in Tiefenbach umbenannt, durch das Innenministerium in Berlin wurde der Name 1943 nochmals in Schonz abgeändert.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Nach Kriegsende wurde Xions, das zu der Zeit 1.699 Einwohner hatte, der Verwaltung der Volksrepublik Polen übergeben. Die Stadt führt seither wieder den Namen Książ. Die deutschen Bewohner wurden in der Folgezeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Namensformen der Stadt lauten Kczin (1430), Kcynia (1441) und Kczynija (1480). Im 19. Jahrhundert war sie unter den Namen und Schreibweisen Kschonz, Xions, Xionds, Xiondz, Kschions, Xiądz, Xiąz und Ksiązek bekannt.[2]

Jährliche Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1800: 707, davon rund zehn Prozent Juden[2]
  • 1817: 775[2]
  • 1837: 1.017[2]
  • 1861: 1.067[2]
  • 1900: 962
  • 1945: 1.669

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gmina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde umfasst ein Gebiet von 148 km² mit 8.530 Einwohnern. Sie ist ländlich geprägt. Zu ihr gehören folgende Orte:

Name deutscher Name
(1815–1918)
deutscher Name (1939–1945)
Brzóstownia Brzustownia Birkenfeld
Charłub Charlub Hauland Grenzhof
Chrząstowo Chrzonstowo
1906–1918 Großlinde
Großlinde
Chwałkowo Kościelne Chwalkowo 1939–1943 Neudorf
1943–1945 Walkau
Dębniak Vorwerk Eichrode Eichrode
Feliksowo Vorwerk Felixowo Wilhelmsau
Gogolewko Gogolewo Hauland
1906–1918 Louisenhorst
Luisenhorst
Gogolewo Gogolewo Luisenhorst
Jarosławki Jaroslawki Seeland
Kiełczyn Kielczyn Kielczyn
Kiełczynek Kielczyn Hauland Friedrichshauland
Konarskie p. Bninem Konarskie bei Bnin 1939–1943 Kunrode
1943-1945 Koners
Konarskie p. Książem Konarskie bei Xions Wiesenhof
Konarzyce Friedrichsburg Friedrichsburg
Kołacin Kolacin Altdorf
Książ Wielkopolski Xions 1939–1943 Tiefenbach
1943–1945 Schonz
Lążek Vorwerk Lonzek Lengheide
Ługi Lugi Sanddorf
Mchy Emchen Emchen
Międzybórz Miendzyburz Mittenwalde
Obreda Vorwerk Obreda Pappelau
Radoszkowo Radoszkowo Obertiefenbach
Radoszkowo Drugie Vorwerk Radoszkowo  ?
Sebastianowo Sebastianowo Teichtal
Sroczewo Sroczewo Hauland 1939–1943 Schönwalde
1943–1945 Schönwald
Świączyń, Świączyce Swionczyn Hauland Friedrichseck
Włościejewice Wlosciejewki Hauland Sandberg
Włościejewki Wlosciejewki Sandfelde
Zaborowo Zaborowo Hermannsdorf
Zakrzewice Zakrzewo Hauland Langenfelde
Zakrzewo Zakrzewo Untertiefenbach
Zawory Zawory
1906–1918 Riegelhof
Riegelhof

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 350–352.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Książ Wielkopolski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. a b c d e f g Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 350–352.