Śrem

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Śrem
Wappen von Śrem
Śrem (Polen)
Śrem
Śrem
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Powiat: Śrem
Gmina: Śrem
Fläche: 12,38 km²
Geographische Lage: 52° 5′ N, 17° 1′ OKoordinaten: 52° 5′ 0″ N, 17° 1′ 0″ O
Einwohner: 29.566 (30. Juni 2019)
Postleitzahl: 63-100
Telefonvorwahl: (+48) 61
Kfz-Kennzeichen: PSE
Wirtschaft und Verkehr
Straße: LesznoWrześnia
Nächster int. Flughafen: Posen



Śrem [ˈɕrɛm] (deutsch Schrimm) ist eine Stadt in Polen in der Woiwodschaft Großpolen. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde mit 42.069 Einwohnern (Stand 30. Juni 2019) und Kreisstadt des Powiats Śremski.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Warthe, etwa 40 Kilometer südlich der Stadt Posen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserturm in Śrem
Rathaus von Śrem
Oberschule
Museum

Ende des 10. bzw. zu Beginn des 11. Jahrhunderts bestand an der Stelle des heutigen Śrem eine Befestigungsanlage. Aus 1136 stammt die erste urkundliche Erwähnung des Ortes durch Papst Innozenz II. 1253 erhielt der Ort, der am linken Ufer der Warthe lag, von Herzog Boleslaw dem Frommen das Stadtrecht. 1293 wurde das Recht auf die Siedlung am rechten Ufer übertragen, da der Ort zuvor zerstört wurde. 1393 wird das Stadtrecht bestätigt. 1424 erlaubt Władysław II. Jagiełło den Bau einer Brücke über die Warthe. 1635 wütet die Pest in der Stadt. 1736 trat der Fluss über die Ufer und zerstörte den größten Teil der Stadt.

1793 während der Zweiten Teilung Polens wurde der Ort Teil Preußens, blieb aber Kreisstadt. 1818 wird Schrimm Kreisstadt in der Provinz Posen. 1884 erhält der Ort Anschluss an das Eisenbahnnetz.

Nach dem Ersten Weltkrieg wird die Stadt 1919 in die Zweite Polnische Republik eingegliedert. 1932 eröffnet eine Unteroffiziersschule in Śrem.

Im September 1939 wird der Ort von den Nationalsozialisten besetzt und es erfolgten öffentliche Hinrichtungen.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt im Januar 1945 von der Roten Armee befreit und an Polen zurückgegeben.

1946 bis 1975 wird die Wohnblocksiedlung „Jeziorany“ errichtet. 1968 wird eine Gießerei eröffnet. 1975 verliert der Ort seinen Sitz als Powiathauptstadt, erlangt ihn aber bei einer erneuten Verwaltungsreform 1999 wieder.

Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohnerzahl
Gemeinde
Einwohnerzahl
Stadt
1910 ? 6.993
1977 30.064 21.197
1980 30.771 21.876
1984 32.928 24.223
1989 36.336 27.719
1993 37.963 29.180
1996 39.075 30.268
2000 39.589 31.724
2003 39.583 ?

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt-und-Land-Gemeinde (gmina miejsko-wiejska) Śrem mit einer Fläche von fast 206 km² gehören die Stadt selbst und 32 Dörfer mit Schulzenämtern.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seckel Bamberger wirkte von 1887 bis 1902 als Rabbiner und Religionslehrer in Schrimm. Der polnische Politiker Franciszek Trąbalski (PPS, PZPR) ging in Śrem zur Schule.

In Schrimm wurden geboren:

  • Julius Schreiber (1848–1932), Internist und Hochschullehrer in Königsberg
  • Karl Weidel (1875–1943) Religionspädagoge und Propst
  • Eugen Mittwoch (1876–1942), orthodoxer Rabbiner, Begründer der gegenwartsbezogenen Islamwissenschaften in Deutschland und Experte für Amharisch/Äthiopisch
  • Heinrich Reisner (1881–1969), Bauingenieur sowie Gründer des Haus der Technik in Essen
  • Hermann Schreiber (1882–1954), Rabbiner und Publizist
  • Jacob Jacobson (1888–1968), Historiker und Genealoge
  • Günter Christmann (* 1942), Free-Jazz-Musiker.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 444–446.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Śrem – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien