Kunsthalle Ziegelhütte

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die Kunsthalle Ziegelhütte in Appenzell von aussen
Ansicht des Obergeschosses in der Kunsthalle Ziegelhütte
Ständige Präsentation von Gemälden von Carl Walter Liner in der Kunsthalle Ziegelhütte

Die Kunsthalle Ziegelhütte[1] ist ein Museum und Kulturzentrum in Appenzell. Neben Ausstellungen zu den beiden Appenzeller Malern Carl August Liner und dessen Sohn Carl Walter Liner zeigt die Kunsthalle im Ausstellungstrakt Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie verfügt im Altbau über einen Konzertsaal und ein Café. Die Kunsthalle Ziegelhütte ist neben dem Kunstmuseum Appenzell das zweite Haus der Heinrich Gebert Kulturstiftung Appenzell.

Entstanden ist die Kunsthalle Ziegelhütte 2003 durch den Umbau einer in ihrem Kern auf das 16. Jahrhundert zurückgehenden Ziegelei in ein multifunktionales Kulturzentrum. Dabei wurde unter dem Hauptfirst des Ziegeleigebäudes ein Neubau aus Sichtbeton errichtet. Der Ziegelbrennofen von 1566 und das frühindustrielle Bauensemble mit den wichtigen Produktionseinrichtungen, wie Kollergang, Ziegelpresse und Paternosteraufzug, blieben erhalten und wurden ins Gebäude integriert.

Die in den ursprünglichen Massen rekonstruierte Architektur wurde vom St. Galler Architekturbüro Robert Bamert entworfen; bei der Konzeption des Ausstellungstraktes war das Zürcher Büro Tilla Theus beteiligt. Als Bauherrin fungierte die Stiftung Museum Carl Liner Vater und Sohn, die seit 2014 Heinrich Gebert Kulturstiftung Appenzell heisst.

Geschichte der Ziegelei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Brennofen aus dem 16. Jahrhundert
Ziegelhütte Appenzell um 1920

Der erste Kalkbrennofen der Ziegelei Appenzell entstand Anfang des 16. Jahrhunderts und wurde 1559 erstmals urkundlich erwähnt.[2] 1566, sechs Jahre nach einem Grossbrand, dem das ganze Dorf Appenzell zum Opfer gefallen war, wurde die Ziegelhütte mit dem heute noch stehenden Brennofen neu erbaut. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ging die Ziegelei, welche sich zuvor in Staatsbesitz befunden hatte und verpachtet worden war, erstmals in Privatbesitz über. Nach etlichen Handänderungen ging sie 1875 an Valentin Gschwend über, der sie 1881 seinem Schwiegersohn Heinrich Buschauer überliess. Dieser baute die Ziegelhütte aus und betrieb sie während gut 40 Jahren, bis er sie 1922 an seinen Sohn Karl Heinrich Buschauer übertrug. Dieser führte die Ziegelei nunmehr in der dritten Generation 35 Jahre lang weiter, bis ihn gesundheitliche Beschwerden und der Modernisierungsdruck 1957 zur Stilllegung zwangen. Da inzwischen die modernen Ziegeleien dank elektrischem Betrieb auf den Ganzjahresbetrieb umgestiegen waren, war es nicht mehr wirtschaftlich, die mit Lufttrocknung nur im Sommer arbeitende Ziegelei weiter zu betreiben. Bis ins Jahr 1981 diente der bestehende Standort noch als Zwischenhandel. Danach drohte dem nunmehr zwecklosen Gebäude der Abriss. Dank dem Umbau in ein Kulturzentrum gelang es jedoch, das historische Bauwerk und älteste Industriedenkmal Appenzells zu erhalten und einer neuen Nutzung zuzuführen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kunsthalle Ziegelhütte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kunsthalle Ziegelhütte: Architektur. In: h-gebertka.ch. Abgerufen am 5. März 2015.
  2. Geschichte der Ziegelhütte. In: h-gebertka.ch. Abgerufen am 5. März 2015.

Koordinaten: 47° 19′ 42″ N, 9° 24′ 41″ O; CH1903: 749112 / 243802