Löwengrab (Mykene)

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Dromos und Eingang des Löwengrabes
Eingestürzte Kuppel des Grabes

Löwengrab (griechisch τάφων των Λεόντων) wird ein Tholosgrab in Mykene genannt. Benannt wurde das Grab nach dem berühmten Löwentor, da es im frühen 19. Jahrhundert das nächste bekannte Tholosgrab war – es befindet sich etwa 120 m nordwestlich des Tores. Nach der Klassifizierung von Alan Wace gehört es zur zweiten Tholos-Gruppe und datiert in die Späthelladische Zeit (SH II A-B).[1] Es wurde um 1450 v. Chr. errichtet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zuweg (Dromos), der heute größtenteils eingestürzt ist, wird von zwei Mauern aus großen Quadern flankiert und hat eine Länge von 22 m und eine Breite von 4,50 m. Er führt von der nördlichen Hangseite zum Tor. Die Fassade des Tores wurde aus Poros-Kalksteinquadern und der Torweg (Stomion) aus akkurat behauenen Konglomeratquadern errichtet. Der Torweg ist mit 4 monumentalen Decksteinen abgedeckt, wobei in den inneren Deckstein die Rundung der Grabkuppel eingearbeitet wurde. Die Kuppel, die inzwischen eingestürzt ist, hat einen Durchmesser von etwa 14 Metern und ist aus unterschiedlich großen, meist flachen Steinen errichtet. Die ursprüngliche Höhe der Kuppel wird auf etwa 15 m geschätzt. Innerhalb der Tholos fand man 3 Grabgruben.

Das Grab erscheint bereits auf den Plänen von Mykene von William Gell (1810)[2] und William Martin Leake (1830).[3] 1892 wurde es von Christos Tsountas ausgegraben.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alan Wace, Leicester Bodine Holland: Excavations at Mycenae. The Tholos tombs. In: The Annual of the British School at Athens. Band 25, 1923, S. 283–402, doi:10.1017/S0068245400010352.
  2. William Gell: The itinerary of Greece: With a commentary on Pausanias and Strabo and an account of the monuments of antiquity at present existing in that country. London 1810, Plan 3, S. 28 (digi.ub.uni-heidelberg.de [abgerufen am 27. April 2014]).
  3. William Martin Leake: Travels in Morea. Band 2. John Murray, London 1830, Plan 4 (archive.org).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Löwengrab – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 37° 43′ 53,6″ N, 22° 45′ 20″ O